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Ein paar lose Gedanken zu Edeles Metal-Vorlieben. Plus Stone Roses, Erasure und Joakim.
Inside The Shit (mis) - Mit alten Weisheiten ist es wie mit Konstanzer Busfahrern: Sie haben immer Recht. Jegliche Form von Widerspruch ist eher nicht erwünscht. Und wenn, hört ja sowieso keiner zu. In diese Kategorie fällt ohne Frage folgende Erkenntnis:
Manchmal braucht es nicht mal den dazugehörigen Song. In der Regel unterscheidet man plump artikuliertes Begehren ("Now I Wanna Sniff Some Glue") von hintersinnig-seriösen Feststellungen ("This Town Is A Sealed Tuna Sandwich"), emotionale Diffusität ("I Wish I Was Queer So I Could Get Chicks") von nüchtern vorgebrachten Dienstleistungsangeboten ("I Got Erection").

Womit eine schöne Überleitung zum Kollegen Edele gefunden wäre, der sowieso schon mit 6 Jahren Busfahrer werden wollte. Weil ihm leider irgendwann dämmerte, dass man in diesem Gewerbe weder mit unorthodoxer Gesichtsbehaarung noch mit einer handlichen Streitaxt oder einer Schwäche für Gaukelei gern gesehen ist, wurde er Musikredakteur und Thrash-Idol (Foto ganz links mit Purify).

Erstmals dämmerte mir seine Bestimmung zuletzt vor ein paar Jahren, als er mit der wunderbaren Entdeckung einer bayerisch-österreichischen Formation namens Ultrawurscht ankam, die ebenfalls Songtitel im Programm hatte, die eine weitere Auseinandersetzung mit der dazugehörigen Musik vollkommen überflüssig machten. Beispiele: "Other Bands Play, Ultrawurscht Grill". "Cheese Ass Built My Hot Dog".

Apropos "Cheese Ass" ... ein weiteres Foto aus dem Umfeld der Gruppe:

Jetzt ist wieder so eine Platte mit Songtiteln erschienen, deren feingeistige Lyrik in der erweiterten Redaktion nur einer wertschätzt. Mit Plakativem wie "Just Like Tiger Woods" oder "It Won't Suck Itself" hält sich nicht mal ein Edele länger auf, vielmehr stürzt er sich für uns in die Tiefen der künstlerischen Wollust und fördert Bonmots zutage wie: "I've got an extra dong for double penetration / just squeeze my balls and activate vibration."

Allmählich beginne ich zu verstehen, warum Edele ein Album wie "Balls Out" viel eher reinläuft als etwa "Lulu": Es muss an der Aktualität des Stoffs liegen, gepaart mit dem Dringlichkeitsappell der Songtitel. Oder macht hier irgendwen "Brandenburg Gate" geiler als "Let Me Cum In"?
Ich weiß jetzt schon, dass ich eines Tages über unseren Edele mit Lemmy Kilmister sprechen werde, was unserem Hellboy aus Mainz im Übrigen absolut gerecht wird: "Es war eine absolut großartige Zeit. Ich kann mich an nichts erinnern, aber ich werde es nie vergessen."

"Ich war immer im Reinen mit meiner Vergangenheit", erzählte mir Ian Brown 2009 im Interview zu seiner famosen Soloplatte "My Way". Nur mit The Stone Roses-Gitarrist John Squire seit 1996 halt eher nicht mehr so. Vor drei Wochen erfüllte sich dann der Traum von Liam Gallagher ("Der schönste Moment seit der Geburt meiner Kinder") und unzähligen anderen Rekonvaleszenten des Summers of '89: Die Stone Roses feiern Reunion.
Und damit das auch jeder mitkriegt, buchten sie in Manchester den Heaton Park, der mit jeweils 75.000 Besuchern mittlerweile schon drei Abende in Folge ausverkauft ist. Einnahmen von rund 13 Millionen Euro winken dem Quartett - nicht schlecht für eine Band, die in sieben Jahren nur zwei Studioalben auf die Reihe gekriegt hat.

(Foto: www.thestoneroses.org)
Findet übrigens auch Kollege Oriwall, der immer noch jedem, der es nicht wissen will, von seiner lässigen 50 Euro-Buchung Zürich-Manchester erzählt. Größere Begeisterung könnte in dieser Redaktion vermutlich nur eine Smiths-Reunion entfachen, und die ist in Anbetracht der heute üblichen Reunion-Entlohnung und unter Berücksichtigung von Morrisseys sinkenden Album-Verkaufszahlen ja auch nicht völlig aus der Welt.
Dass diese vor genau 22 Jahren wieder gen Manchester blickte, verdanken wir in erster Linie dem frühen Stone Roses-Hit "Fool's Gold", einem unerbittlichen Groove-Monster, auf das Ian Brown bis zuletzt nicht mal in seinen Soloshows verzichten wollte. Ob das zwischen 74.999 anderen Fans und 50 Meter von der Bühne entfernt genau so gut kommt, wie 2009 mit 100 anderen bei der Ian Brown-Soloshow in Zürich, möchte ich als nicht Manchester-Reisender dennoch mal in Frage stellen. Für Deutschland sind angeblich Shows in O2 World-Größe geplant.

Was war deine letzte gekaufte Platte?
Vince Clarke: "I Want To Break Free" von Queen.
Nenne eine Zeile deines Lieblingssongs.
"Hello darkness my old friend / I've come to talk to you again" (Paul Simon).
Welchen Song hast du zuletzt nicht mehr aus dem Kopf gekriegt?
"I Miss You" von Blink 182.
Was war dein größter Spinal Tap-Moment bisher?
Ich wurde betrunken von Kaliber (alkoholfreies Bier).
Welche Berühmtheit, die du persönlich getroffen hast, übte einen nachhaltigen Eindruck auf dich aus?
Ralf Hütter von Kraftwerk.
Nach über 70 Konzerten in Nord- und Südamerika sowie ihrer Heimat Großbritannien biegt die "Tomorrow's World"-Tour allmählich in die Zielgerade ein. Morgen spielen Erasure in Offenbach (Stadthalle), es folgen Stuttgart (Liederhalle, 11.11.), Köln (E-Werk, 12.11.) und Dresden (Alter Schlachthof, 14.11.).

Joakims neuestes Studioalbum "Nothing Gold" ging hier letzten Monat ja leider unter, was in Zeiten völlig übersättigter Albumbemusterung ja mal passieren kann.
Was nicht als Ausrede dafür herhalten soll, dass der Franzose im vierten Anlauf ein von uns geschmähtes Überalbum rausgehauen hat, aber es verlangt zumindest Respekt ab, dass er auf "Nothing Gold" weiterhin zwischen allen Genres pendelt, ohne total auf die Nerven zu gehen. "Forever Young" ist von allen elf Tracks der uneingschränkte Single-Kandidat und obendrein meiner bescheidenen Meinung nach très chic!
Michael Schuh hört Musik, beobachtet Kollegen und schreibt dann drüber. Personen, Orte und Handlung sind definitiv selten erfunden.
Was genau haben dir die Busfahrer die letzten Tage angetan? 
Wow, Erasure schaffen es wirklich bei den Antworten noch langweiliger zu sein, als auf ihrem aktuellen album. Hättet ihr nicht einfach Euren Bürotür befragen können? Wäre wahrscheinlich interresanter geworden.
Die Selbstreferenzen in euren Kolumnen nerven. Ihr müsst darin keine Pseudo-Battles entfachen und "freundlich, aber bestimmt" Seitenhiebe austeilen, nur um herauszustellen, dass bei laut.de Meinungsvielfalt in der Red. herrscht.
Ich könnt es ja noch verstehen, wenn Edele als Musiker wenigstens noch Relevanz besäße - aber dieses untighte Gefummel am Bass aus seiner letzten, via Kolumne selbst beworbenen Single von Purify... Seitdem fällt es mir NOCH schwerer, irgendwas von ihm hier ernst zu nehmen.
Jedenfalls wirkt euer Bashing vollkommen unlustig und klingt noch mehr nach bad ass Kindergarten als Purify selbst.
Wenn ihr billig Promotion für euren Shit bringen wollt, macht euch einen persönlichen Facebook-Acc und nervt die Leute in eurer Freundesliste.
die sehen sich echt verdammt aehnlich. sehr unheimlich das ganze.
wer anders? jesses, da disqualifizierts du dich aber schon ein wenig selbst.
Aporsobos Ultrawurst Grill: ein heißer Tipp und ein zukünftiger Star: Concita Wurst! zwar für meinen Geschack eine etwas zuviel an einem Damenbärtchen, aber ne tolle Figur...(an einer Stelle für meinen Geschack auch was zuviel...) aber doch, wenn da nicht was zuviel wäre und sie da was gegen ihr Damenbärtchen machen würde, eine starke Nummer, die Entdekcung des Jahres!
irgendwo hab ich ein h vergessen...
Conchita Wurst, heisst sie richtig. Das neue It-Girl und nächstes Jahr vielleicht auch auf den EMA's im Duo mit Lady Gaga..... (und die Journalisten wissen dann nicht, wer das Rennen um die ausgefallenste Performanche geliefert hat...)
unbedingt merken, die Frau Wurst (ihr Vater war ein Herr Knack übrigens so als Nebeninfo...)
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