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Heute mit der Queen Of Egal-Pop, den streitbaren Unheilig, Arctic Monkeys, The Ting Tings und Santigold.
Inside The Shit (mis) - Ich trete hoffentlich nicht allzu vielen von euch auf die Füße, wenn ich jetzt mal polemisch sage:

Und die Rede ist nicht von dem gleichnamigen Ärzte-Song, der seinerseits ja nur die deutsche Version des Kiss-Klassikers "Unholy" war. Wobei Die Ärzte ja auch nen Grafen in der Band haben. Doch während Bela bürgerlich Felsenheimer heißt, heißt Der Graf Graf.
Das allein ist schon einigermaßen witzig, bei unserem Interview zur neuen Unheilig-Platte legte Der Graf jetzt aber noch einen drauf.

Ich gehe mal davon aus, dass der Typ in den letzten Jahren selten Fragen beantworten musste wie: "Dein Gothic-Bezug ist doch ne Mogelpackung. Schwarze Szene, Vampirkontaktlinsen und dann ein Albumsound wie bei Stürmer und Silbermond, was ist denn da authentisch?"
Oder: "Ich empfinde dein Vokabular als äußerst eingeschränkt. Stern, Licht etc. kommen gehäuft vor. 'Lasst uns aufstehen, um die Welt zu sehen. Ich suche mir ein kleines Glück und das Leben ist schön', das wirkt zwar authentisch, findet man aber auch in Schlagertexten von Andrea Berg." Zu finden ist der Schlagabtausch hier!
Das letzte Mal stolperte ich über den Namen Unheilig, als ich las, dass die Band bei Teilen der Schwarzen Szene als Scheinheilig geführt werden, und als es 2011 And One, die selbsternannten Gralshüter aller Schwarzen Szenen, nicht mehr mit ihrem Gewissen vereinbaren konnten, mit dem Grafen eine Bühne zu teilen. Was im Nachhinein betrachtet damals schon für Unheilig sprach.

Wie dem auch sei: Die Antworten, die der Graf unserem Autoren Kubanke gab, zeugten von einer sympathischen Natürlichkeit und einem derart allürenfreien Ego, das wir diesem Boulevard-Vollprofi niemals zugetraut hätten. Man versteht sogar ansatzweise, warum er es für eine Selbstverständlichkeit hält, bei Carmen Nebel aufzutreten, dabei weiß man doch spätestens seit dem Fanta 4-Auftritt in Hecks ZDF-Hitparade, dass es Dinge auf dieser Welt gibt, die man einfach nicht tut.
Dass Kubanke dann auch noch mit Detailwissen über die Produktionsgewänder von Stürmer, Die Happy und Konsorten glänzte, sorgte auch in der Redaktion für offene Münder. Und für höchste Befriedigung: Jetzt wissen wir ja, wo wir die neue Silbermond hinschicken.
Da fällt einem eigentlich gar nichts mehr groß zu ein, wenn Madonna jetzt schon selbst ihren traurig erarbeiteten Status als Queen of Egal-Pop thematisiert. "I Fucked Up" hätte als Titel zwar viel besser zu "Give Me All Your Luvin" gepasst, reflektiert dann aber doch ungewollt ihr Grundproblem, nur noch als Vorturnerin von irgendwelchen kruden Produzenten wahrgenommen zu werden.
Denn seit "Confessions On A Dance Floor" müssen wir miterleben, wie die Amerikanerin aus der ständigen Angst heraus, falsche Entscheidungen zu treffen, falsche Entscheidungen trifft. 2008 hießen sie Timbaland und Pharrell, heute Benny Benassi. Oder wie es Madonna formuliert: "I fucked up / I made a mistake / nobody does it better than myself!"

Was war deine letzte gekaufte Platte?
Das ist echt schwierig. Ich habe mich in letzter Zeit wieder mit altem Hip Hop-Zeugs eingedeckt. Ich glaube, da war auch Einiges von Public Enemy mit dabei, aber welches Album genau? Keine Ahnung.
Welchen Song hast du zuletzt nicht mehr aus dem Kopf gekriegt?
"Spend It" von Tity Boi.
Deine drei Platten für die einsame Insel.
"The Smiths" von The Smiths und Nina Simones "The Essential". Ich glaube, mit diesen beiden wäre ich schon rundum glücklich.
Was war dein größter Spinal Tap-Moment bisher?
Ich verrate dir mal das Verrückteste, was mir bisher passiert ist. Mein Tour-Manager hat sich einst in Istanbul mit unserem Fahrer gestritten. Es kam zum wilden Handgemenge und plötzlich holte der Fahrer seinen Penis raus. Warum auch immer, ich weiß es nicht. Vielleicht wollte er mit einer dritten "Waffe" drohen. Das war schon ziemlich abgefahren.
Welcher Star, den du persönlich getroffen hast, hat dich richtig beeindruckt und warum?
Normalerweise flippe ich eher selten aus, wenn ich eine "Berühmtheit" sehe, aber letzte Woche traf ich Johnny Marr von The Smiths. Das war schon ziemlich aufregend, da ich schon seit Ewigkeiten großer Fan der Band bin.
Letzte Woche erschien nach "Big Mouth" Santigolds zweite Single "Disparate Youth". Das dazugehörige Album "Master Of My Make Believe" erscheint am 27. April.

Mit ihrem aktuellen Album "Suck It And See" haben die Arctic Monkeys die Klasse von "Humbug" ja mal souverän gehalten. Während ihr zweites Album "Favourite Worst Nightmare" nach wie vor als lebendiger Anschauungsunterricht in die Historie eingeht, wie man seine Fans nach einem Knaller-Debüt sanft auf einen Stilwechsel einstimmt.
Der kam auf "Humbug" bekanntlich in Gestalt des Josh Homme daher. "R U Mine" ist nun ein neuer Song, kurz mal eben zur Feier der US-Tour mit den Black Keys rausgehauen, und wieder mit zarten QOTSA-Bezügen angereichert. Wie man so hört, kommen die Monkeys drüben für ne Supportband in 20.000er-Hallen ganz gut an, was auch an Alex Turners lässiger Pomaden-Friese liegen könnte, Marke Joe Strummer 1979.
Die Setlist liest sich jedenfalls auch schon verdammt Headliner-würdig. Hier das Drehbuch zur sechzigminütigen Madison Square Garden-Vorstellung:
Brianstorm
This House Is A Circus
Still Take You Home
Library Pictures
Don't Sit Down 'Cause I've Moved Your Chair
The View From The Afternoon
I Bet You Look Good On The Dancefloor
Pretty Visitors
Teddy Picker
Crying Lightning
She's Thunderstorms
Fluorescent Adolescent
If You Were There, Beware
Evil Twin
Brick By Brick
R U Mine?

So richtig warm bin ich mit "Sounds From Nowheresville" zwar nicht geworden, aber "Hang It Up" geht auch nach dem 50. Mal Hören noch steil. Die Ting Tings waren ebenfalls grade in den USA und statteten David Letterman einen Besuch ab, bei dem Drummer Jules de Martino wirklich alles tat, um nicht immer im Schatten der gewohnt freizügigen Katie White zu stehen.
Michael Schuh hört die ganze Woche lang Musik, beobachtet Kollegen und lässt an dieser Stelle die Hüllen fallen. Also bildlich gesprochen. Personen, Orte und Handlung sind definitiv nicht erfunden.

wahrscheinlich nicht. Aber wenns nur im Radio trällert nehm ichs kaum zur Kenntnis. Das läuft auf der Schaffe einfach nur so nebenbei.
genau dasselbe ist mir mit Justin Bieber passiert. Wusste lange nichtmal, dasses den Knilch gibt. Ich musste sogar auf Youtube und in ein Lied reinhören damit ich den zuordnen konnte. (oke ich gebe zu, gab nen kleinen Aha-Effekt)
also werd ich das wohl nebenbei mal irgendwo aufgeschnappt haben. 
@ Herr Schuh: Von mir aus hätten da auch noch "Vampires Is A Bit Strong But..." oder "D Is For Dangerous" reingepasst^^. Was mich wundert ist, dass sie "This House is a Circus" und "If You Were There, Beware" nicht hintereinander spielen. Für mich die zwei Gründe, weshalb die Platte mit den andern dreien mithalten kann. Könnt ich mir stundenlang geben
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