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Grohl, Sizarr und Co auf dem SXSW. Plus Nick Cave, Black Sabbath/Rubin, Depeche Mode, Flea, The Black Angels, Tricky über Lance Armstrong etc.
Inside The Shit (mis) - Wenn bereits Medien wie das Deutschlandradio und der Tagesspiegel ganz selbstverständlich vom SXSW berichten, scheint die Abkürzung nach 28 Jahren in den allgemeinen Kultursprachgebrauch übergegangen zu sein.
Uns soll's recht sein, denn das Medienfestival South By Southwest im texanischen Austin tischt Jahr für Jahr ein interessantes Live-Programm auf, das mit Workshops und Panels angereichert wird. 2013 macht ...
Aber man muss ehrlich sein: Natürlich wird hierzulande nicht über das SXSW berichtet, weil dort so geniale Panels angeboten werden wie etwa "Come As You Are Yoga". Sondern weil mittlerweile sogar ein Dave Grohl dort eine Keynote Speech hält (hat nix mit dem Yoga-Panel zu tun). Die knapp 50-minütige One-Man-Show nutzte Grohl - wie sollte es auch anders sein - mal wieder zu einer Sympathie-Gala, die sämtliche iPhone-Show-Ausrutscher vergessen macht.
Ob er von seinen ersten Schreien im Kreißsaal erzählt, von seinem mit Rush-Postern zugekleisterten Kinderzimmer, seinen ersten Multitrack-Aufnahmen als 12-Jähriger oder ob er als Überleitung zu seiner Nirvana-Episode einfach nur die zehn bestverkauften Singles des Jahres 1990 in den USA vorliest: Der Entertainment-Faktor liegt fast schon gleichauf mit der Gorburger Show (hier mit Chili Pepper Flea).
Hier Dave Grohls Keynote Speech in voller Länge (bitte Gebäck bereit legen):
Auch der UK-Synthpop-Dukatenesel Depeche Mode ist mitten in der geschäftigen "Delta Machine"-Albumpromo für eine Q+A-Audienz angetrabt, zum ersten Mal in der 33-jährigen Bandkarriere. Martin Gore gab sich erst gar keine Mühe, die wahren Hintergründe zu verschleiern: "Es wurde an uns heran getragen, dass wir herkommen sollten und hier sind wir jetzt!" Dave Gahan ergänzte wohlwollend: "Normalerweise würden wir jetzt in irgend einem Hotelzimmer in Polen sitzen, um mit zauberhaften Journalisten wie euch zu sprechen, während uns die Decke auf den Kopf fällt. Daher ist das hier anders und aufregend."
Derweil ist die zweite Single "Soothe My Soul" aus dem kommenden Album im Netz aufgetaucht, die mich persönlich nicht überzeugt, aber immerhin belegt, dass DM nach wie vor daran interessiert sind, auch Songs mit mehr als 80 BPM aufzunehmen.
Mächtig Bock auf "Delta Machine" macht mir eher ein Song wie "Soft Touch/Raw Nerve", der ebenfalls zu den Neuheiten im kürzlichen Showcase-Set bei Letterman zählte:
Und um noch einen dritten Hochkaräter zu nennen, der das SXSW sogar mit einem Live-Auftritt beglückte: Es war der jahrelang in der Versenkung verschwundene Justin Timberlake.
Bis hierher wurde jetzt wohl ziemlich klar, dass der ehemalige Indie- und Szene-Treff SXSW längst eine international beachtete Mainstream-Veranstaltung geworden ist. Der Werbewert eines solchen Events lässt sich gemeinhin am einfachsten an den beteiligten Unternehmen ausmachen und in dieser Hinsicht sorgte der zum Pepsi-Konzern zählende Tortilla Chips-Hersteller Doritos dieses Jahr für mächtig Aufsehen.
Mit einem rund 20 Meter hohen Stahlkonstrukt in Gestalt eines Chip-Automats samt integrierter Bühne ("Bold Stage") sah das Teil erst mal aus wie eine Requisite aus "Nacho Libre".

Mit LL Cool J suchte sich Dorito's dann auch noch einen Mann aus, der die erhofften Werbewerte schon im Namen trägt, und obendrein noch eine Hip Hop-Legende aus dem eigenen Land ist. Alles richtig gemacht.
Der brachte durchaus glaubhaft rüber, dass es sich bei der Dorito-Geschichte um eines der tollkühnsten virtuellen Live-Ereignisse handelt: Zunächst traten drei Rap-Newcomer (Devin Miles, Seth Sentry, Snow Tha Product) gegeneinander an, von denen der via Twitter ermittelte Gewinner ("Who is bold enough?") später dann LL Cool J, Public Enemy, Ice Cube und Doug E. Fresh supporten durfte. Außerdem sollen Konzertbesucher teilweise in der Lage gewesen sein, die Kontrolle über die Spezial-Effekte dieses gigantischen Chips-Automaten zu beeinflussen.

Auch eine witzige Story in diesem Zusammenhang ist die Aktion "Now Or Never SXSW", in der Leute in L.A. auf der Straße angesprochen wurden, ob sie spontan Bock hätten, nach Austin zu fliegen, um mit LL Cool J und Co. Party zu machen.
Auch unsere Pfälzer Jungs von Sizarr hatten offensichtlich Spaß in Texas. Und damit machen wir einen Strich unter die Festival-Anekdoten und melden uns wieder, wenn mal wieder ne Popkomm steigt.


Einen derben Schenkelklopfer setzte kürzlich Tricky ab. Bei der Gelegenheit weisen wir doch gerne noch einmal auf seinen gelungenen neuen Song hin.


Auch wenn der gute Nick Cave kürzlich seiner Abneigung gegenüber Twitter freien Lauf ließ, der Mehrwert von Streamingdiensten wurde ihm offenbar von kundiger Seite nahegelegt. Für http://open.spotify.com/app/nickcave sortierte der Australier höchstpersönlich alle (!) Songs seiner Bad Seeds, Grinderman und der Birthday Party in selbst gewählte Rubriken, die Cave-typische Gefühlsregungen widerspiegeln: "Super Dark", "Spiritual", "Sex" oder "Murder and Mayhem". Cave selbst dazu: "Endlich mal eine App, die meinem stylishen Back Catalogue-Chaos einen Sinn gibt: Meine sensationelle Gefühls-App, die dem Uneingeweihten bei der Navigation durch meinen riesigen und erschreckenden Katalog helfen soll."
Als Sahnehäubchen ließen sich Leute wie Lou Reed, Devendra Banhardt, Flea, Shane MacGowan, Dave Gahan, Jarvis Cocker oder Cate Blanchett dazu überreden, ihre Lieblings-Cave-Tracks preiszugeben.
Neulich hatten wir es an dieser Stelle ja von einem Daft Punk-Fan, der ein neues 15-Sekunden-Soundsnippet auf 10 Minuten hochloopte. Die folgende James Hetfield-Hommage ist aber noch einen Tick eindrucksvoller: Alle "Yeahs" am Stück von "Kill Em All" bis "Beyond Magnetic". Ja!
Eine der wenigen kritischen Meinungen zu Star-Produzent Rick Rubin äußerte vor zwei Jahren Stone Sour-Chef Corey Taylor: "Der Rick Rubin von heute ist ein dünner, dünner, dünner Schatten des Rick Rubin von einst. Er ist überschätzt, überbezahlt und ich werde mein gesamtes Scheißleben nie mit ihm zusammen arbeiten."
Black Sabbath sehen das bekanntlich anders und geben das von Sharon Osbourne klug verwaltete Vermögen anstatt ihrem Ur-Drummer Bill Ward lieber besagtem Rubin, der seinerseits nun das Vergnügen hat, endlich ein Album seiner früheren Lieblingsband zu produzieren.
Ein neuer Trailer zum kommenden Sabbath-Album "13" legt jedoch nicht nur den Schluss nahe, dass Ozzys Stimme allmählich wohl besser für Hörspiele geeignet ist. Man fragt sich vor allem, welche Band bei Verstand zukünftig noch gewillt ist, die Zen-Kapriolen des Kim Jong Rick hinzunehmen. Ein Produzent, der Anweisungen an seine Kunden in der Horizontalen von der Matratze im Nebenraum aus per Mikro durchgibt - so ein Drehbuchskript kann kein Mensch erfinden. Was nicht heißt, dass es Dave Grohl nicht trotzdem drehen würde.

Was war deine letzte gekaufte Platte?
Alex: Ich habe gerade "Cold Fact" von Rodriguez zum dritten Mal gekauft, weil ich die Platte ständig Leuten schenke, die sie noch nie gehört haben. Light In The Attic Records hat die Scheibe wiederveröffentlicht.
Welchen Song hast du zuletzt nicht mehr aus dem Kopf gekriegt?
"You Are My Sunshine" von Mississippi John Hurt.
Deine drei Platten für die einsame Insel.
"Oscillations" von Hawkwind, "Sgt. Pepper's" von den Beatles und die "Anthology Of American Folk Music" (Smithsonian Folkway Recordings).
Was war dein größter Spinal Tap-Moment bisher?
Ein bis zwei Mal pro Tour passiert in der Regel folgendes: Man schleppt sein Equipment auf eine fette Bühne und denkt: "Mann, ist das großartig hier!" Plötzlich kommt der Stagemanager und erklärt, dass wir an einer anderen Stelle auf einer kleinen Bühne spielen.
Welcher Star, den du persönlich getroffen hast, hat dich richtig beeindruckt und warum?
Als wir mit Sardy (Produzent Dave Sardy, Anm. d. Red.) rumgehangen sind, habe ich Larry getroffen, den Drummer der Stooges. Er ist ein fantastischer Löffelspieler. Er kam eigentlich nur vorbei, um einen Schlüssel abzugeben, aber dann haben wir einen sehr sumpfigen Track zusammen geschrieben, der ungefähr so klingt wie ein selbstgesteuerter Mack-Truck auf Äther.
Am 29. März erscheint das vierte Studioalbum "Indigo Meadow" der Psychedelic Rock-Band The Black Angels (aus Austin, Texas!)
Lange nix mehr gehört von Mark Lanegan. Ändert sich bald. Mit Duke Garwood gemeinsam entstand das Album "Black Pudding", das am 10. Mai erscheint. Lanegan nennt den britischen Multiinstrumentalisten Garwood einen seiner Lieblingskünstler, das Label Cooperative spricht gar von zwei Seelenverwandten. Unter der Ägide von Justin Smith (The Hives) und Alain Johannes (QOTSA) entstand das Werk in Burbank/Kalifornien, der Song "Pentecoastal" erinnert in seiner reduzierten Bluesstruktur an Lanegans frühe Soloalben.
Michael Schuh hört die ganze Woche lang Musik, beobachtet Kollegen, die Musik hören und plaudert an dieser Stelle aus dem Redaktions-Nähkästchen. Personen, Orte und Handlung sind definitiv nicht erfunden.
Sorry aber für Kuchenessen war ich nicht fähig, während ich mir gebannt alle Tricks von Daves Hi-End Aufnahmetechnik abgeschaut habe (größtes Problem ist wohl die Beschaffung von dem Vintage-Stuff
. Der Mann kann ja Stundenlang erzählen...man muss einfach gebannt lauschen und dabei köstlich seine Gags feiern!...Ach ja und Fleas hippe Tanzperformance bei dem chauvinistischen Alienhost war auch nice o_O
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