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Vorschau auf unser großes Russland-Musikspecial. Außerdem: Led Zeppelin, Joy Division, Sex Pistols, Boz Boorer, Trent Reznor etc.
Inside The Shit (mis) - Happy Birthday: "Nevermind" wird heute 21. Was in den USA so viel heißt wie: Volljährig. Casinos. Saufen und so. Und fürwahr: Es ist ein Album, das die Festplatte löscht, ein Vollrausch in Stereo, sozusagen. Oder ist das jetzt despektierlich gegenüber Billie Joe Armstrong?

Also mich hats ja schon gewundert, dass sich die Herren Robert Plant, John Paul Jones und Jimmy Page (Foto: früher, Copyright: Warner Music) überhaupt dazu herabgelassen haben, eine Pressekonferenz zu geben. Ein seltsam gestriges Promo-Tool, zumal nach den lässig-kryptischen Ankündigungen für die neue Live-DVD auf Facebook, die in ihrer Machart durchaus für Furore sorgten.
Da man aber nie wissen kann, ob dieses neuartige Social Media-Zeugs auch die für den DVD-Absatz wichtige Fan-Gefolgschaft zwischen 40 und 70 Jahren erreicht, versammelte man einen Haufen britischer, irischer, französischer und italienischer (?!) Print- und Radio-Journalisten in London.
Es liegt in der Natur von Pressekonferenzen, dass dumme Fragen gestellt werden. Was ja irgendwie okay ist, denn gute Fragen sind eben selten und falsche Sachverhalte können so wenigstens aus erster Hand richtig gestellt werden. Aber irgendwie ist einem vieles trotzdem peinlich, etwa wenn man einen französischen Reporter fragen hört: "Wart ihr zufrieden mit Jason Bonhams Drumming?"
Zähneknirschend wiederkäute Jimmy Page, dass der Sohn des verstorbenen Led Zeppelin-Drummers John Bonham beim Reunionkonzert 2007 in London keinen guten, sondern einen "monumentalen Job" abgeliefert habe und zwar von Minute eins der ersten Probe bis zur finalen Show.
Eine halbwegs plausible Frage lautete: "Warum hat es seit dem Konzert fünf Jahre gedauert, bis nun ein Mitschnitt erscheint?" John Paul Jones' coole Replik kam wie aus der Pistole geschossen: "Fünf Jahre sind im Zeppelin-Universum fünf Minuten. Ich bin selbst überrascht, wie schnell wir das veröffentlichen konnten."
Fragen, die auch nur annähernd darauf abzielten, ob die Gruppe dieses Ereignis eventuell noch einmal wiederholen wolle, wurden mit einem Satz abgekanzelt. Etwa von Page: "Hast du die DVD gesehen? Hat es dir gefallen? Dann haben wir unseren Job gemacht, oder?" Wer nicht zwischen den Zeilen lesen kann: Nein, es wird vorerst keine Led Zeppelin-Konzerte mehr geben.

Apropos alte Helden: Noch bin ich mir nicht sicher, ob ich Peter Hooks Aktivitäten weiterhin uneingeschränkt gut heißen will. Nachdem sich der streitlustige Bassist in bitterbösem Streit von New Order trennte und mit neuen Freunden namens The Light auf Joy Division-Tour ging, erscheint demnächst sein Buch "Inside Joy Division", das den Vorwurf, sich am Mythos des verstorbenen Ian Curtis zu bereichern, nicht aus der Welt schaffen dürfte.
Andererseits gelang Hook 2009 mit seinen Memoiren zum Acid House-Tempel Hacienda in Manchester ein heiterer wie inhaltskräftiger Überraschungserfolg, da kann ihn sein alter New Order-Intimfeind Bernard Sumner noch so verteufeln.
Sumners Retourkutsche kam postwendend: Er sagte zahlreiche Festivalkonzerte für New Order ohne den Bassisten zu, die zumeist euphorisch aufgenommen wurden. Jetzt verkündete er, dass 2013 ein Studioalbum folgen wird.
Es muss Hooky eine Weile beschäftigt haben, bis ihm eine neue Revanche-Idee kam. Die klingt nun aber recht überzeugend: Im Januar spielt er unter dem Motto "Peter Hook & The Light plays New Order" die ersten New Order-Alben "Movement" (1981) und "Power, Corruption & Lies" (1983) in London und Manchester vor Publikum. Man muss nicht Nostradamus heißen, um zu ahnen, was Hook wohl noch so alles machen könnte. On top witzelte der Nostalgiker außerdem, dass er auch ein New Order-Buch aus dem Handgelenk schütteln könne. He's lost control ...
Der alte Sisters Of Mercy-Kracher "Mother Russia" war mein erster Einfall zum Thema Musik und Russland, dicht gefolgt von T.A.T.U., Forward Russia, Russendisko und dem Soundtrack zu "Anna Karenina". Von Pussy Riot mal abgesehen.
Zugegeben, da könnte als Musikjournalist ein Tick mehr gehen und weil diese Erkenntnis zum Glück stellvertretend für den Großteil der Redaktion gilt, haben wir uns die Mühe gemacht, analog zu unserem kürzlich veröffentlichten Polen-Special ein Musik-Feature über das große Reich der Zaren anzufertigen.
Wie ihr es von uns gewohnt seid, geht das Teil drängenden Fragen nach, etwa: Wie ist die Musikszene in Russland organisiert? Wie weitläufig ist die russische Alternative- und Hip Hop-Kultur? Was erlaube Pussy Riot? Drei Kenner der Materie äußerten sich hierzu angemessen fachkundig, so dass ich es verschmerzen konnte, Sonic Youth-Drummer Steve Shelley nicht zu einem O-Ton überreden zu können.
Der überzeugte Fan der sowjetischen und russischen Underground-Szene hat mit Vampire Blues gerade ein neues Label gegründet, das zwar noch keine russischen Künstler featuret, aber ein Highlight Shelleys sind zum Beispiel die 80er Punk-Legenden Grazhdanskaya Oborona (= Zivilverteidigung) aus Omsk. Mehr dazu morgen auf laut.de.

Wo wir gerade bei Russland sind: Auch Sex Pistols-Sänger John Lydon hatte hierzu kürzlich einen passenden Kommentar zur Hand. "Ich onaniere nie in russischen Hotelzimmern, weil an der Decke immer irgendwo eine Kamera hängt." Der legendäre Anarchie-Klumpen "Never Mind The Bollocks" wird dieser Tage übrigens stolze 35 Jahre alt.
Aus diesem Anlass erscheint es u.a. in einer hochpreisigen Super Deluxe-Version mit Remastered-CD, Studio-Outtakes, Live 1977-DVD, 100-seitigem Hardcover-Buch und weiterem Schnickschnack. Ich möchte an dieser Stelle ein John Lydon-Zitat aus dem lustigen Q-Interview nachschieben, nicht ohne gleich noch ein bisschen Werbung für Lydons wieder belebtes Bandprojekt PIL zu machen. Kürzlich erschien nämlich mit "This Is Pil" deren erste Scheibe seit 1992.
Auf die Frage, wie das England der 60er Jahre war, antwortete Lydon im Q Magazine mit einer persönlichen Anekdote: "Als ich 12 war, starb mein Großvater während eines Ficks mit einer Prostituierten im Treppenhaus. Er fiel währenddessen die Treppe hinunter und direkt auf seinen Hinterkopf. Da lag er also mit diesem riesigen Teil und ich musste ihn identifizieren, weil sonst niemand in der Nähe war. Das klingt schlimm und es war auch schlimm, aber wir Iren haben eben die tolle Angewohnheit, an Hochzeiten zu weinen und bei Beerdigungen zu lachen."
Bereits letzte Woche wagte ich mich nicht unbemerkt in Kollegin Fromms Hoheitsgebiet, als ich die eigentlich zu ihrer "Doubletime"-Kolumne passenden Themen Bill Withers und MC Fitti thematisierte.
Nun war Soul-Legende Bobby Womack bei Jimmy Fallon und allein schon weil da Damon Albarn am Klavier saß, musste ich mir den Clip natürlich geben. Fröstelnd-schaurigschöne Liveversion auch.
Sieh an: Für sein musikalisches Ehe-Projekt How To Destroy Angels haben Reznor und Gemahlin Mariqueen Maandi bei Columbia Records unterschrieben. Dort erscheint zunächst mal wieder eine EP namens "An Omen EP" (6 Tracks) und Anfang 2013 dann ein Debütalbum.
Dies verkündete der ehemalige Majorlabel-Hasser via Facebook. Zu Nine Inch Nails gab es keinerlei Anmerkungen. Zuletzt hieß es im Sommer, Reznor würde auch für seine bekannte Band wieder an neuen Songs arbeiten.

Welche Platte hast du als letztes gekauft?
Als ich gestern nach Hause kam, warteten drei Sex Pistols-Vinylscheiben auf mich.
Welchen Song hast du zuletzt nicht mehr aus dem Kopf gekriegt?
Ich habe mit Louise Aubrey für ihr neues Album einen Song namens "Keep It Coming" geschrieben, den ich schon den ganzen verdammten Morgen vor mich hin singe.
Deine drei Platten für die einsame Insel?
"Electric Warrior" von T.Rex
"The Scream" von Siouxsie And The Banshees
"Sun Sessions" von Elvis Presley
Was war dein größter Spinal Tap-Moment?
Oh je, unzählige! Zum Beispiel als wir in Cleveland gespielt haben, sind wir durch die Hallengänge gerannt und haben ständig "Hello Cleveland!" gebrüllt.
Welcher Musiker, den du in letzter Zeit getroffen hast, hat dich richtig beeindruckt und warum?
Mick Ronson. Ich habe mir einige seiner Gitarrenparts von den Bowie-Platten abgeschaut. Er hat ein sagenhaftes Verständnis für Aufnahmen und Arrangements. Ich wünschte, ich könnte behaupten, einiges davon hätte auf mich abgefärbt.
Rockabilly-Fan Boz Boorer, im Hauptberuf Gitarrist in Morrisseys Band (Foto links), veröffentlicht dieser Tage mit "Some Of The Parts" ein neues Soloalbum.
Mit ihrem Album "Swing Lo Magellan" gelang den Dirty Projectors im Sommer das seltene Kunststück, Musik zu veröffentlichen, die zwar ausgiebig mit Eklektizismus spielt, jedoch ohne zu kopieren.
"About To Die" ist einer dieser schwer fassbaren Songs mit eigener Note, der nun anhand eines surrealen Videos noch einmal verdient Aufmerksamkeit erhält.
Michael Schuh hört die ganze Woche lang Musik, beobachtet Kollegen, die Musik hören und plaudert an dieser Stelle aus dem Redaktions-Nähkästchen. Personen, Orte und Handlung sind definitiv nicht erfunden.
Also ich hab' das nicht so recht verstanden; war das Drumming nun gut und vor allem: die gehen jetzt wieder bald auf Tour, richtig?
Neues von Reznor ist immer gut. Fand die How to Destroy Angels EP recht anständig, hör die immer wieder gern.
Hmmmm, Russenmusik.
Also mir fallen auf Anhieb folgende ein:
* Wyssozki
* Leningrad
* Aria
Ich habe zu 100 % noch einige vergessen aber da die Russen eh nicht auf englisch singen (mir fällt jetzt nur Catharsis ein, was englischsprachige Musik made in russia betrifft), kann das jeden eh scheißegal sein.
Fakt ist, der russische Pop ist ganz ganz Furchtbar. Die unterste Schublade, was sie da abliefern. Diese bestehen meist aus Schlager-Mumien und zusammengecasteten Nutten, die völlig sinnfreien Schrott von sich geben.
Aber es geht noch tiefer. Die 9. Hölle quasi. Der russische Hip Hop erreicht nie dagewesene Fail-Sphären. Dagegen wirkt ein zugedröhnter Massiv, der wie von Sinnen "jedes Label will mich" schreit, wie ein junger Gott.
Auch die Revolting Bones onanieren nicht in Russland
(www.revolting-bones.de)
Morrissey sieht von der Seite aus wie Mitt Romney. 
"Als ich 12 war, starb mein Großvater während eines Ficks mit einer Prostituierten im Treppenhaus. Er fiel währenddessen die Treppe hinunter und direkt auf seinen Hinterkopf."
So möchte ich auch mal abtreten. 
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