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John Frusciante-Jünger verteidigen ihr Idol. Außerdem: Black Sabbath & Rick Rubin, Puscifer, Hot Chip, Lianne La Havas und The Raveonettes.
Inside The Shit (mis) - Prinzipiell war das ja mal eine echt gute Idee von Rick Rubin. Also eine von der Sorte, die er ...

Denn als wäre es nicht schon schlimm genug, dass Johnny Cash nun fast zehn Jahre tot ist, produziert Rubin seither völlig irrlichternd Platten von Leuten, die viel besser dafür geeignet wären, im Stundentakt seine Yoga-Matte zu wenden (oder darauf zu tanzen).
Ich denke da an Kid Rock, Linkin Park, Poison, die Dixie Chicks oder Shakira. Aber gut, wollen wir nicht ungerecht sein, auch der Ai Weiwei des internationalen Mischpult-Shizzles braucht dann und wann seine Oral Fixations. Nun hat Rubin allerdings eine Lieblingsband seiner Jugend verpflichtet, die schon Haare kreisen ließ, als es bei ihm mit dem Bartwuchs noch eher bescheiden aussah: Black Sabbath.
Doch das allein war noch gar nicht die tolle Idee. Wie Geezer Butler jüngst verriet, trat Rubin im Frühjahr vor die Gruppe, verteilte Hörgeräte und sprach folgende Worte: "Stellt euch vor, es ist 1969 und ihr habt gerade "Black Sabbath" veröffentlicht. Die Frage ist: Wo wollt ihr jetzt hingehen?"
Eine bessere Motivation hinsichtlich eines Mammutprojekts der Größe Black Sabbath-Albumreunion ist aus dem Stand eigentlich kaum denkbar. Schade ist nur, dass sich Ozzy Osbourne nicht mal mehr an 2010 erinnert und dass Original-Drummer Bill Ward, der anfangs noch dabei war, aufgrund von nebulösen Vertragsdetails mittlerweile das Weite suchte.
Nebulös ist natürlich auch nur ein Euphemismus für die Schmerzen der turbokapitalistischen Keule, die Ward nach Durchsicht des Reunion-Vertragswerks frontal getroffen haben muss. Ob er tatsächlich auf 25% der Gesamteinnahmen von Album und Tour spekulierte, obwohl er als Drummer von außen betrachtet klar der austauschbarste Kandidat der Gruppe ist, bleibt fraglich.
Relativ klar scheint indes, dass Ozzy, Iommi und Butler ihm kräftig ans Bein gepinkelt haben, dass Ward nach gemeinsamem PR-Auftritt fürs Album einfach die Kurve kratzte. So müsste nun aber auch der blindeste Heavy Metal-Fan kapiert haben, dass es hier nicht darum geht, dass vier alte Freunden noch mal so richtig Spaß zusammen zu haben. Sondern darum, so viel Kohle wie möglich mit diesem gerade noch ehrwürdigen Namen Black Sabbath zu machen.

Und in dieser Hinsicht macht es dann wieder verdammt viel Sinn, den überlebensgroßen Johnny Cash-Produzenten Rick Rubin zu verpflichten. Denn der schreibt seither anstatt Geschichte eine Null mehr auf seine Schecks und gibt sich mit Leuten wie Kid Rock (Foto) usw. ab. Sharon, muss man dir neuerdings das Musikbiz erklären?
Mit Tommy Clufetos ersetzt Bill Ward übrigens ein drahtiger Mann, der zum Zeitpunkt des ersten großen Sabbath-Krachs, der Ozzys Ausstieg zur Folge hatte, noch nicht einmal auf der Welt war. Wird sicher ganz groß, diese Reunion.

Dass eine 3/5-Kritik bei einem Rock'n'Roll-Übermenschen wie John Frusciante ("Letur-Lefr") nicht von allen Lesern mit Standing Ovations bedacht würde, war mir klar. Aber dass mancher gleich ein Vokabular wählt, das man sonst vor allem unter Fler-Mixtape-Rezensionen findet, überraschte dann doch.
Der prozentuale Anteil an Beleidigungen, für den ich von Doubletime-Chefin Fromm ein anerkennendes Nicken einsammelte, war aller Ehren wert. Die Kurzversion: Frusciantes EP sei ein "Kunstwerk", meine Beurteilung bestenfalls "selbstherrlich, selbstgerecht und anmaßend".
Mit Abstand mein Lieblingssatz: "Er repräsentiert wirklich alles, was ich am Musikjournalismus hasse." Wow! Solche Emotionen rufen wir ja noch nicht einmal mit einem Ärzte- oder Mars Volta-Verriss hervor. Schon gar nicht mit einer 3/5-Wertung. Bin ich nun auf dem Höhepunkt meines Schaffens? Muss ich abtreten? Darf ich in die DSDS-Jury?
Mag sein, dass dem verzweifelten User Dominic S. in all der Aufregung entgangen ist, dass ich Frusciantes EP keineswegs schlecht oder misslungen fand. Ein Verriss, dies nur als Hinweis gemäß unseres populärmusikalischen Erziehungsauftrags, liest sich in etwa so wie hier beim US-Magazin Examiner, wenngleich die natürlich überhaupt keine Ahnung von nix haben, diese selbstherrlichen, selbstgerechten und anmaßenden 03jröq2j3o5jp29%??$?.
Keine Ahnung warum, aber beim Lesen des User-Kommentars fiel mir spontan wieder das hier ein. In Duktus und Performance ebenfalls unerreicht. Glasklare 1/5-Wertung auf laut.de. Übrigens fast die gleichen Drumsounds wie auf "Letur-Lefr". Hierfür Standing Ovations:

Nach meinem bescheidenen, mitunter auch selbstherrlichen, selbstgerechten und anmaßenden Empfinden haben Hot Chip mit "In Our Heads" ja sowas wie ihr "Shadows Collide With People" vorgelegt. Vielleicht merken es nach diesem Wochenende noch ein paar mehr, denn die UK-Dancenerds sorgten mit "Don't Deny Your Heart" in der "Late Night With Jimmy Fallon" für einen TV-Höhepunkt. ?uestlove, bekannt aus der Jimmy Fallon-Hausband, wie immer chefmäßig.
Ein Satz, den ich unbedingt mal in meiner Küche aussprechen möchte: "Für mich beginnt ein wundervoller Tag mit dem süßlichen Duft von Napalm". Sobald ich heraus finde, ob Maynard James Keenans neue Kaffeesorte gleichen Namens auch nach Europa verschifft wird, ist es so weit.


Was war deine letzte gekaufte Platte?
"Amerykah (Part Two)" von Erykah Badu.
Welchen Song hast du zuletzt nicht mehr aus dem Kopf gekriegt?
Ich glaube, ich summe schon seit drei Tagen "(There Is) No Greater Love" von Amy Winehouse.
Deine drei Platten für die einsame Insel.
"In Rainbows" von Radiohead, "Who Is Jill Scott" von Jill Scott und "Revolver" von den Beatles.
Was war dein größter Spinal Tap-Moment bisher?
Oh, davon hatte ich noch nicht so viele (lacht). Ich kann mich an einen Auftritt in einer Kirche erinnern. Dort gab es backstage keine Toiletten, also musste ich während der Vorgruppe geradewegs durchs Publikum laufen, um zur Toilette zu gelangen. Natürlich bin ich auf halbem Wege auch noch gestolpert und hingefallen. Das war ziemlich peinlich.
Welcher Star, den du persönlich getroffen hast, hat dich richtig beeindruckt und warum?
Das ist noch nicht lange her: Vor ein paar Wochen besuchte Stevie Wonder meine Show. Dieser Typ hat ganze Generationen mit seinem Schaffen inspiriert. Wir saßen nach dem Gig eine dreiviertel Stunde zusammen, tranken Wein und quatschten. Es war fantastisch. Ich hörte zu, ich redete und ich heulte ohne Ende.
Lianne La Havas wird gerade von Fans und Kritik überschwänglich für ihr Debütalbum "Is Your Love Big Enough?" gefeiert.
Nicht ganz so gut wie manch anderer Song auf dem kommenden Raveonettes-Album "Observator" (7.9.), so viel kann ich aus meiner selbstgerechten und anmaßenden Journalisten-Warte schon mal verraten. Trotzdem immer noch ein charmanter 80er-Retro-Film, den die Dänen hier fahren, und als thematische Ablösung des unsäglichen "Dancing In The Street" von Bowie/Jagger sowieso mehr als würdig.
Michael Schuh hört die ganze Woche lang Musik, beobachtet Kollegen, die Musik hören und plaudert an dieser Stelle aus dem Redaktions-Nähkästchen. Personen, Orte und Handlung sind definitiv nicht erfunden.
^^ Herrlich, diese Reaktionen auf Frusciante. Natürlich ist seine EP mördergeil und Herr Schuh nicht unbedingt "der Richtige" für den Job - wenn es sowas wie "den Richtigen" überhaupt gibt. Eine 3/5 sind aber absolut kein Verriss. Und gerade weil es sich um eine EP handelt, ist das ganze doch nur halb so wild. Auf EPs veröffentlichen die meisten Musiker eher B-Seiten-Material und experimentellen Krempel, der auf die nachfolgenden LPs aufmerksam machen soll.
Ganz so hohe Wellen hat die Rezension aber nicht geschlagen, wie es hier angeteasert wurde.

Im Schuh-Plattler wurde ja auf eine Platte der Gruppe "HGich.T" verlinkt.... das ist ja ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit!
Und Keenan soll machen, was er will; seine Art, statt Musik nun Getränke zu verkaufen, gefällt mir eigentlich - er geht eben seinen Weg; mit APC und Tool hat er uns ja ordentlich was hinterlassen - nur live würde ich Tool gerne nochmal sehen.
Neeein die 1er Bewertung von HGich.T war nur die lautsche Art zu trollen. Jeder halbwegs klar denkende Mensch weiß und spürt quasi, dass dieses Album minimum 6 Sterne + TÜV Siegel verdient hat.
Und überhaupt, man könnte auch an Stelle von Hot Chip einen tollwütigen Bieber vor Questlove setzen und das würde sich immernoch wie ein Meisterwerk anhören.
The Gus:"[...]einen tollwütigen Bieber[...]"
http://t.qkme.me/35d2m3.jpg
Ich finde Herr Schuh ist eine hervoragende Kritik zu Johns kleinen Musikbaukasten gelungen! Wenn die LP kommt bestehe ich auf den gleichen Rezensenten sonst fick ich Eure Mudda kapisch 
Und mit sinnvoll meine ich nun nicht besser/erträglicher, sondern immer noch sinnvoll zu leben - bevor die Tool-Fan-Horden über mich herfallen.
ich glaube, frusciantes ruf als das "ultimative musikgenie" wurde mittlerweile so propagiert, dass die meisten leute sich einfach nicht die "blösse" geben wollen, irgendwas von dem herrn scheiße zu finden ... das ist dann "experimentell", "künstlerisch und wenn man es nich mag, versteht man es einfach nich etc. blabla ... keine frage, genialer musiker, seit bloodsugarsexmagic mein held ... aber auch herr frusciante besitzt bei mir keine narrenfreiheit. von daher kann ich mit fug und recht behaupten, dass mir die ep nicht so gefällt ( oder ich, wie gesagt, einfach zu dumm bin
)- auf ne ep geb ich aber sowieso nix
tool war und ist nie düster gewesen. Tool waren stehts anders. Düster? ... ich nenn es eher ... nachdenklich. Oder wie sagte Maynard einmal, wir sind dein Werkzeug. Du kannst uns für alles benutzen, was du ausdrücken möchtest. (Sinngemäss - glaub ich)
hab gelesen dass Carey und äähm ... der Gitarrist ... Jones genau. Na jedenfalls haben sie in einem Interview erwähnt dass sie "hoffen im Sommer 2012 mit den Aufnahmen zu dem neuen Album beginnen zu können" ... was auch immer das heissen mag. Zumindest heisst das für mich, dass ein neues Toolalbum nicht komplett undenkbar ist.
insgesamt kann ich diese ventil-beziehung von maynard schon nachvollziehen. als "news" verbreiten die jungs ja meist totalen unsinn. vielleicht muss mal jemand irgendeinen schädling in seinen weinstöcken aussetzen 
. So soll sich wohl gerade Aenima introspektiv mit den düsteren Ecken der menschlichen Psyche befassen (lt. Interviews aus der Lateralus-Ära).
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