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Soundgarden vor dem Comeback. Außerdem: King Rocko Schamoni und Fraktus, Atoms For Peace, Voice Of Germany, Awolnation etc.
Inside The Shit (mis) - Gebannt schaut die halbe Welt nach Amerika. Lange genug haben wir alle gewartet. In ein paar Tagen wissen wir endlich mehr. Wird es eine Veränderung geben? Oder hat Herbert G. mal wieder Recht, wenn er sagt:
Die Rede ist natürlich vom Comeback der Seattle-Heroen Soundgarden. 15 Jahre offline und am Freitag zurück mit "King Animal". Vom Hocker gehauen hat mich der Vorabtrack "Been Away Too Long" jetzt zwar nicht in seiner etwas zu formatradiohaften Ausrichtung, aber Chris Cornells knödeliges Gekeife weckt einfach gute Erinnerungen und der atmosphärische Trailer war sowieso genial und wird ja wohl hoffentlich auch irgendwo auf dem Album untergebracht sein.

Dass die Band bereit ist, ihr erhabenes Erbe in Würde fortzuführen, lässt sich eigentlich schon an Cornells wieder perfekt sitzender Grunge-Mähne samt Löcherjeans ablesen. Oder an den Worten des apokalyptischen Riffmeisters Kim Thayil: "Wir haben wirklich nur die Schuhe angezogen, die uns auch passen. Zudem habe ich mich in den letzten Jahren definitiv in eine härtere, wildere und chaotischere Richtung entwickelt, was ich eigentlich schon immer an Musik mochte. Es ist faszinierend, dass ich da nie rausgewachsen bin. Ich fühle mich diesen Elementen heute sogar näher als damals im College oder sogar zu den Soundgarden-Hochzeiten."
Eine Besonderheit im Vorfeld von Soundgardens Reunion war die völlige Abwesenheit irgendwelcher Rechteinhaber. Von der Band mal abgesehen. So gab es von einer der bekanntesten Rockbands der USA seit Ende der 90er Jahre keine T-Shirts mehr offiziell zu kaufen.
Thayils kurze Antwort hierzu: "Die Band war Geschichte und kurz darauf auch die Plattenfirma und das Management. Niemand kümmerte es, dass wir keine DVDs draußen hatten oder eine Webseite". Aber schauen wir nach vorne, am Freitag ist Neustart.
Hier ein nicht aktuelles und eventuell auch nicht legales Shirtmotiv aus der langen Soundgarden-Historie:

Die Deluxe Edition von "King Animal" hält übrigens drei Bonustracks, die Amazon exklusive "Super Deluxe Edition" zwei weitere Demo-Versionen bereit. Und hier noch die Protagonisten im O-Ton dreier Webisodes:
Gerade gestern noch schickte mich der Atoms For Peace-Song "What The Eyeballs Did" mit seiner galaktischen Bassline in andere Sphären, da ist er schon wieder geblockt. Daher nur schnöde Fakten: Die Nummer wird als B-Seite der Single "Default" erscheinen, was ja auch ein ganz netter Song geworden ist. Das dazugehörige Album heißt "Amok" und erscheint im Frühjahr auf XL/Beggars.
Zum Aufnahmeprozess sind nun auch erste Infos durchgesickert. Ganze drei Tage haben die Aufnahmen laut Thom Yorke in L.A. gedauert. "Zuerst trafen wir uns bei Flea zu Hause, machten einen drauf, spielten Billard und hörten die ganze Nacht Fela Kuti. Die Idee war, in eine Art Trance zu fallen. Und es sind dann auch Songs entstanden."
Der mechanische Sound von "Default" dürfte nach Worten des Radiohead-Chefs die Richtung des Albums vorgeben. So habe man sich zum Ziel gesetzt, Musik zu komponieren, bei der man nicht sicher weiß, wann der künstliche Sound aufhört und der menschliche beginnt. Zur Band gehören außer Yorke und Flea übrigens noch Produzent Nigel Godrich, Drummer Joey Waronker und Percussionist Mauro Refosco.

Apropos L.A.: Einen immer größeren Bekanntheitsgrad erspielen sich derzeit Awolnation. Nachdem ich bei ihrer Zürich-Show (Foto) mit Kollege Dobler im Sommer das Wort Moshpit neu buchstabieren durfte, düste Kollege Gasteiger nach London und Wien bereits zu seiner dritten Live-Show. Man könnte es Fantum nennen.
Diesmal gastierte die Pop-/Hardcore-/Indie-Sause aus Kalifornien im Linzer Posthof. Etwas erstaunt war Gasteiger dann jedoch, als er mitansehen musste, dass man in Linz eine Art Mini-Festival aus dem Boden gestampft hatte. Gut, mehr Bands für gleiches Geld ist erstmal nicht sonderlich problematisch. Wenn dann aber Awolnation nach exakt einer Stunde die Biege machen, weil Kraftklub headlinen, fragt man sich schon, wieso auf der Eintrittskarte eigentlich "Awolnation" steht.
Dennoch hatte Gasteiger ein paar warme Worte für unsere gemeinsame Band der Stunde übrig (natürlich angemessen nerdig): "Super-Show wieder. Die Band tight wie nur sonst was, noch härter als im Juni und mit 'Wake Up' und dem neuen 'Cannibals' hab ich jetzt tatsächlich alle Songs der Band, die sie bis jetzt im Repertoire haben, live gehört. Lustig war auch, wie sich nach Awol die ganzen Mittzwanziger mit einem Bier auf den Balkon verdrückt und die 16jährigen den Pit eingenommen haben.
Kraftklub kennen aber wirklich nur ein Songschema. Jeder verdammte Song hat das gleiche Tempo mit den gleichen Drumbeats, den gleichen Raps usw. Die hatten gegen die regenbogenartige Genreausrichtung von Awolnation keine Chance." Unterstreiche ich alles ungehört, unerlebt und wie gewohnt ungefragt.
So ist das: Nur weil man für die Berichterstattung einer TV-Show verantwortlich ist, bekommt man nun liebevolle E-Mails von Kollegen mit Betreffs wie "Für den Voice Of Germany-Fan". Was Serdar Somuncu dann zum Thema zu erzählen hatte, war jetzt zwar nicht neu, aber doch unerwartet witzig. Könnte man Nena mal mit konfrontieren, aber das angefragte Interview mit ihr wird aufgrund von unserem Mega-Verriss von "Du Bist Gut" wahrscheinlich eher nix.

Was war deine letzte gekaufte Platte?
Shawn Lees Ping Pong Orchestras "Miles Of Styles".
Welchen Song hast du zuletzt nicht mehr aus dem Kopf gekriegt?
"Little Person" von Jon Brion.
Deine drei Platten für die einsame Insel.
Eine Best of E.L.O, John Adams-Soundtrack zu "I Am Love" und Shuggie Otis' "Inspiration Information".
Was war dein größter Spinal Tap-Moment bisher?
Der Film "Fraktus - das letzte Kapitel der Musikgeschichte".
Welcher Star, den du persönlich getroffen hast, hat dich richtig beeindruckt und warum?
Der Drummer von Queen im alten Pudel Klub in der Schanzenstraße, weil er besoffen wie ein Penner in der Ecke rumhing.
Diesen Donnerstag läuft die von Rocko Schamoni, Jacques Palminger und Heinz Strunk konzipierte Mockumentary "Fraktus" in den Kinos an. Es handelt sich um die Geschichte der gleichnamigen Technoband.
Endlich ist einer der besten Songs des aktuellen Albums "The Glorious Dead" als Single ausgewählt worden. "Can't Play Dead" ist eine Soulrock-Granate, die das vielbeschworene Gerede von The Heavys erstklassigen Live-Qualitäten praktisch innerhalb von vier Minuten in Stein meißelt. Heute Abend in Berlin und am Donnerstag live im Kölner Gebäude 9. Macht nix Falsches.
Michael Schuh hört die ganze Woche lang Musik, beobachtet Kollegen, die Musik hören und plaudert an dieser Stelle aus dem Redaktions-Nähkästchen. Personen, Orte und Handlung sind definitiv nicht erfunden.
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