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Amy Winehouse ist tot, es lebe Lana Del Rey. Außerdem: Neuer Puscifer-Nonsens und fünf Fragen an Smoke Blow.
Inside The Shit (mis) - Wie war das eigentlich früher nochmal ohne Facebook? Ach ja, man musste seine Freunde noch in echt treffen, Zeitung war aus Papier und ...
... noch nicht so verdorben wie zum Beispiel bei meinem Kumpel Stefan, der mir kürzlich beichtete, er habe in seinem Mailprogramm ein paar Sekunden lang nach dem "Gefällt mir"-Button gesucht.
Natürlich ist Facebook insgesamt eine tolle Sache, schließlich brachte es mir eine Freundschaft ein mit Scott Reeder und Flea. Mal davon abgesehen, dass der Peppers-Bassist diese mit seinen redundanten Tweets gerade auf eine harte Probe stellt.



Flea findet eigentlich fast alles "wicked" oder "amazing", nicht nur sein Leben an sich ("Wir sind gerade in Costa Rica gelandet"), sondern vor allem seine eigenen Idole aus den Bereichen Musik (Tom Waits, Fleet Foxes, Nick Cave, Bert Jansch), Literatur (Herman Melville, Charlotte Bronte), Kunst (vergessen) und NBA (Lakers).

Mit Lana Del Rey bin ich auch befreundet, komischerweise aber nur noch sechs weitere Personen meiner Facebook-Bekanntschaften. Wird sich bald ändern. Die junge Dame aus Brooklyn hat bisher offiziell nur zwei Songs veröffentlicht, wird aber gerade von Checkern geremixt und gecovert wie "Music"-Madonna anno 2000.
Seit letzter Woche hat sie den "Q Next Big Thing"-Award in der Tasche, TV-Legende Jools Holland nennt sie eine "Internet-Sensation" und begleitet sie vielleicht aus diesem Grund am 12. November väterlich zu ARD-Plaudertasche Ina Müller.
Ob die ganzen TV-Schaulustigen vor der prallvollen Hamburger Hafenkneipe den Laden dann endlich mal stürmen, vielleicht um die Federung von Lanas unwiderstehlichen Botox-Lippen zu ertasten, dürfte das Einschalten allein schon rechtfertigen.

Geradezu garstig dagegen das Gebaren einiger US-Journalisten, die aufgrund der divenhaften Video-Auftritte Del Reys mit Film Noir-Chic, ihrer stimmlichen Grandezza zwischen Stevie Nicks und Cat Power und vor allem aufgrund des grassierenden LDR-Hypes, die Biografie der Sängerin auf Skandale abklopfen.

Und siehe da: Vor ihrer Welteroberung als sinistre Piano-Chanteuse mit Golden Age-Hollywood-Charme veröffentlichte Lana 2009 ein Album unter ihrem wahren Namen Lizzy Grant, das heute nicht mehr erhältlich ist. Paul McCartney-Produzent inklusive, aufgespritzte Lippen exklusive. Außerdem ist sie die Tochter eines reichen New Yorker Unternehmers, also nix mit versifftem Trailer Park-Schmutz samt Aussteiger-Fantasien.
Albumcover 2009:

Singlecover 2011:

Sogar ein im Musikzirkus übliches Foto mit dicken, grinsenden Label-Managern treibt die Indie-Polizei in ihrem Kampf gegen die kontroverse Indie-Prinzessin auf die Barrikaden, aus dem einfachen Grund, weil auf dem Foto auch Miley Cyrus (unten als Pfau) drauf ist. Lanas "Video Games" könne unter diesen Umständen, so der triumphierende Schlussakkord, ja keinesfalls ihre Debütsingle sein, weshalb dieses von ihrem neuen Majorlabel perfide ausgeklügelte Hype-Konstrukt gefälligst boykottiert werden müsse.

Mir sind solche Argumente relativ egal, so lange es nur geil klingt. Leider müssen wir auf das Album noch bis 2012 warten, denn mittlerweile brütet man beim Label auf Hochtouren über Promostrategien zum Sensations-Debüt.
Hätte mich nicht gewundert, wenn sich das neue Manson-Album brav dem Del Rey-Promodiktat hätte beugen müssen. Aber Marilyn wurde ja schon gefeuert und ist jetzt bei nem Indie-Label. Und Amy Winehouse ist tot. Viel kann also eh nicht mehr schief gehen.
Über Lou Reed wurde viel gesprochen dieser Tage. Seit die diskutable Metallica-Koop "Lulu" auf dem Markt ist, hat man den alten Mann jedoch medial nicht mehr vernommen, dabei würde mich jetzt schon interessieren, ob Reed die zahlreichen Schmähkritiken so professionell ignoriert wie die jahrzehntelangen Rufe seiner Konzertbesucher nach Velvet Underground-Songs.
Hier auf laut.de bekam "Lulu" zwar galaktische vier Punkte (solltet ihr irgendwo eine bessere Album-Bewertung finden, ab in die Kommentare mit dem Link!), dennoch möchte ich der augenblicklich im Kugelhagel des Spotts verharrenden Legende auf diesem Weg einen "Perfect Day" wünschen.

Was war deine letzte gekaufte Platte?
Jack Letten: "Opus Eponymous" von Ghost.
Nenne eine Zeile deines Lieblingssongs.
"The only time I'm gonna be easy is when I'm killed by death, killed by death, killed by death, killed by death".
Welchen Song hast du zuletzt nicht mehr aus dem Kopf gekriegt?
Der miese Tim Bendzko-Song ausm Bundesvision Song Contest. Der drehte sich bei mir einige Zeit im Schädel. Dabei war doch die erste Single ein echter Hit, die zweite Nummer aber nicht. Kategorie: Schluffiger Nervsack.
Was war dein größter Spinal Tap-Moment bisher?
Zwergentanz im Proberaum. Stichwort: Analkette.
Welche Berühmtheit, die du persönlich getroffen hast, übte einen nachhaltigen Eindruck auf dich aus?
Das war Pete Steel, den ich auf dem "Haltestelle Woodstock"-Festival kurz kennenlernen durfte. Er entpuppte sich als absolut charmanter, sehr umgänglicher Zeitgenosse. R.I.P. Pete! Eine weitere Runde "Black No. 1" auf Dich!
Smoke Blow ist wahrscheinlich die einzige Band, deren Alben auf laut.de in den letzten zehn Jahren ausschließlich mit der Höchstwertung abgefeiert wurden. Geld haben wir dafür nie gesehen, so dass man angesichts der Präsentation ihres einzigen Clubgigs am 16. Dezember in der Hamburger Fabrik kaum von einem Lerneffekt sprechen kann. Am gleichen Tag erscheint die mächtige, limitierte "Legacy Box" (84,99 Euro) der Kieler Killer-Punks, und das is da drin. Schöner ist eigentlich nur Jack Letten.
Was soll man sagen? Maynard James Keenan hat eine absolute Obermeise. Nach dem kaum fassbaren Nonsens-Werk "V Is For Vagina" erkenne ich in "Conditions Of My Parole" sogar ausnahmsweise eine musikalische Daseinsberechtigung, die es gestern Abend überraschend in die David Letterman Show geschafft hat. Gut, es war halt Halloween.
Dass Puscifers Musik ganz im Gegensatz zu Tool oder A Perfect Circle ohne begleitendes Bild nur semispannend ist, stört so lange nicht, wie man die Truppe mit Begleitbild sieht, etwa in diesem Video. Und jetzt mal ganz ohne Scheiß: Who farted?
Michael Schuh hört Musik, beobachtet Kollegen und schreibt dann drüber. Personen, Orte und Handlung sind definitiv selten erfunden.
wie können einem so aufgeblasene schlauchbootlippen nur gefallen? pfui, ekelig.
das ist aber auch irgendwie das einzige bild von ihr mit den lippen, auf den anderen sieht sie doch recht hübsch aus.
brauch ich nicht, ich kenn all ihre videos.
ich kenn die frau schon seit monaten, fazit: keine schlauchbootlippen.
Manchmal fühle ich mich sehr alt. Zum Beispiel immer dann, wenn die jüngste Hype-Sau der Saison durchs Dorf getrieben wird und ich nur ratlos daneben stehe.
Ich find's nicht gut, ich find's nicht schlecht, es ist mir nur tödlich egal.
Muß schön sein, so jung und unbedarft an neue Musik rangehen zu können wie die Hipster. Ich habe das vor Jahren schon verlernt.
Pff Puscifer, in 3,4 Monaten... oder Jahren steht die neue Platte von Tool an ...
Diese Lana habe ich noch nie gesehen, halte ihre Lippen aber für echt. Mal gespannt was sie musikalisch drauf hat. Und Cyrus ist überräudig, auf jeden Fall.
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