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Heute mit den Grammy-Siegern Foo Fighters, Adele und Bon Iver, (Lana) Del Rey aus Chicago, Deichkind im Q&A und einem Whitney-Cover.
Inside The Shit (mis) - Illegale Fans, so nennt man es wahrscheinlich, wenn man seine Platte an Menschen verkauft, ...

Lana Del Rey (Chartsphänomen) und Del Rey (Gegenteil, Foto) wurden also von gestressten Amazon-Usern, die mit "Born To Die" endlich mal runterkommen wollten, für ein und dasselbe gehalten und kurz mal verwechselt. Lana hat davon nix gemerkt, die seit 2003 in Chicagos Kellerclubs herumeiernden Del Rey allerdings schon.
(Foto: dlry.net)
Interessant ist ja, dass das wieder nur den Deutschen passiert ist. Sind französische Amazon-User aufmerksamer beim Online-Shopping, kommen Schweizer besser mit Bedienoberflächen klar? Immerhin ist Lana doch jetzt Nummer eins in 411 Ländern, da kann man ja schon mal das falsche Album bestellen, auf dem sie gar nicht abgebildet ist, kein Song namens "Video Games" drauf ist, dafür aber Titel wie "Return Of The Son Of Fog Raider". Wen's interessiert: Del Rey machen ganz soliden Postrock, zu dem man auch gut runterkommen kann.
Es wird interessant sein zu beobachten, wie die Gruppe diese teutonische Gratispromo hierzulande verwerten wird. Die Toten Hosen haben sie ja schon mal fachmännisch gedisst, sind also mit deutscher Musikkultur offenbar vertraut und haben 2011 immerhin ein einziges Deutschlandkonzert im Kreuz in Fulda absolviert. Für 2012 ist derzeit wieder nur eine Show geplant. Allerdings in Chicago ...
Aber blicken wir nach Los Angeles, wo wahrscheinlich auch gerade die Spielverderber von Awolnation landen, anstatt heute Abend ihren "wegen Krankheit" abgesagten Gig vor unserer Haustür in Zürich (plus Amsterdam und Wien) zu absolvieren und natürlich rein zufällig kurz nachdem sie ihre ungleich PR-trächtigeren Shows in England hinter sich gebracht haben.
Aber ich schweife ab: Sechs Mal nominiert, sechs Mal abgeräumt, die gestrige Grammy-Verleihung lief unter dem Slogan 'Jubel, Tränen, Adelenation'. Ein Erfolg, ähnlich unfassbar wie Adeles Satz aus dem Jahr 2008: "Ich weiß nicht, was passiert, wenn meine musikalische Karriere danebengeht. Denn einen anderen Job kann ich schließlich nicht." Schon nach ihrem zweiten Album hat die sympathische Britin damit ein Problem weniger.
Ich bin zwar kein Fan und gebe mir privat auch selten Songs wie "Rolling In The Deep", aber ich spürte gestern doch eine riesige Genugtuung, dass es ein echtes Talent wie Adele so weit gebracht hat und nicht diese aufgehübschten Charts-Püppchen der Sorte Duffy und Amy MacIrgendwas. Da trat dann doch alles in den Hintergrund, sogar die Betroffenheit über W.H. (gemeint ist nicht Wayne Hussey). Und erst recht nach Adeles abartiger "Rolling In The Deep"-Liveversion:
Pure, ungetrübte Freude empfindet man im Rahmen solch absurder High End-Galas ja auch, wenn die Foo Fighters wieder irgendwas gewinnen. Und zwar weniger weil man "Wasting Light" jetzt für einen Rock-Geniestreich hält oder weil es Dave Grohl einfach immer schafft, wie der Automechaniker ums Eck rüberzukommen, sondern vor allem, weil da oben eben auch Nickelback hätten stehen können.
Fünf Grammys gabs für die Foos, fast alle in den wichtigen Kategorien, nämlich Bestes Rockalbum, Bester Rocksong ("Walk"), Beste Rockdarbietung ("Walk"), Beste Hardrock-/Metaldarbietung ("White Limo") und Bestes langes Musikvideo ("Back And Forth").
Dass sie in der Hardrock-Rubrik mit ihrer Speed-Keule "White Limo" echte Metaller wie Dream Theater (nominiert für "On The Backs Of Angels") außen vor ließen, veranlasste Grohl mal wieder zu einem Boy-Next-Door-Kommentar: "Der Dream Theater-Typ tut mir echt leid, denn im Gegensatz zu uns hatten die ne echte Metal-Performance. Aber ich fühle mich toll. Das ist vielleicht der coolste Song, den wir je geschrieben haben.".
Und dann war da ja noch Bon Iver aka Justin Vernon, der 'Beste Neue Künstler' mit dem 'Best Alternative-Album' "Bon Iver". Auch darüber kann man sich freuen. Eigentlich.

Dagegen fand es der gemeine Fox News-Zuschauer und Femalefirst-Leser eher empörend, wie ein Typ, der aussieht wie der Pförtner des Staples Center, in einer Kategorie zusammen mit der berühmten (weil beim Super Bowl aufgetretenen) Nicki Minaj oder dem aufgrund seines Haarschnitts berühmten Skrillex gewinnen konnte. In der Folge fand man auf Twitter wieder unzählige Narren-Postings, wie vor einem Jahr bei Arcade Fire, aber gut, passt ja zur Jahreszeit.

Witzelkönig des Abends ist jedoch mit Abstand Deadmau5, der die Telefonnummer von Skrillex auf seinem T-Shirt spazieren trug.


Was war eure letzte gekaufte Platte?
Porky: Alle Amy Winehouse-Platten im Set.
Ferris: Lil Wayne – Tha Carter IV.
Welchen Song habt ihr zuletzt nicht mehr aus dem Kopf gekriegt?
Beide im Duett: "Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt ne kleine Wanze."
Eure drei Platten für die einsame Insel.
Porky:
AC/DC - Highway To Hell
Eine Best Of von Xzibit
Pink Floyd - The Wall
Ferris: Keine Ahnung. Da gibts zu viele. Ich würde schummeln und weitaus mehr mitnehmen als erlaubt.
Was war euer größter Spinal Tap-Moment bisher?
Porky: Ganz klar, als unser Schlagzeug einst den Weg nicht auf die Bühne fand, weil sich die Wabe nicht öffnen ließ. Und natürlich: Den Amp bis auf 11 drehen, obwohl bei 10 Ende ist.
Ferris: Genau (grinst).
Welche Berühmtheit, die ihr persönlich getroffen habt, übte einen nachhaltigen Eindruck auf euch aus?
Porky: Ich hab schon so viele Stars getroffen, aber die eindrucksvollste Begegnung hatte ich mit Rudi Völler. Keine Ahnung warum, war einfach so. Tante Käthe rules!
Ferris: Mich hat noch keiner beeindruckt.
Seit Freitag spalten Deichkind wieder die Geschmäcker mit ihrer neuesten Konfettikanone namens "Befehl Von Ganz Unten". Das vollständige Interview mit Ferris und Porky lest ihr in Kürze auf laut.de.

Whitney Houston gewann in ihrem Leben sechs Grammys, den letzten im Jahr 2000. Was Lemonheads-Sänger Evan Dando wahrscheinlich völlig schnuppe war, als er ungefähr um dieselbe Zeit anfing, auf Solokonzerten Whitneys "How Will I Know" vor sprachlosen Indie-Nerds vorzutragen. Bis heute ein großartiges Cover.
Michael Schuh hört die ganze Woche lang Musik, beobachtet Kollegen und lässt an dieser Stelle die Hüllen fallen. Also bildlich gesprochen. Personen, Orte und Handlung sind definitiv nicht erfunden.
Hat Adele etwas abgenommen? Die sieht auf einmal so gut aus?! Oder ist's nur die Schminke/Frisur?
edit: Kein Scheiss, Skrillex war auch für nen Grammy nominiert? Das sagt alles über die Veranstaltung...Trauer!
nochmal edit: Shit, der hat 2 Grammies bekommen...oh Mann! Und Kanye hat die Rap-Kategorie wohl für die nächsten drölf Jahre gebucht...
Super für Adele und Bon Iver! Besonders wo doch Katy Perry oder GaGa nominiert waren! Foo Fighters... Hmm. Sie sind OK, aber kommt schon, im ernst? Kanye in den Rap-Kategorien geht klar, aber was absolut nicht geht ist Skrillex! 2 Grammys und zwar für Best Dance Song und Best Dance Album. In diesen zwei Kategorien war auch ROBYN nominiert! Und zwar Call your Girlfriend für den Song und Body Talk als Album. Ich mein, Body Talk war ja nur mal so eins der besten Pop-Alben aller Zeiten, aber wen juckt das???!!! Und wo bitteschön ist James Blake? Und wo ist PJ Harveys Let England shake??? War ja nur mal von allen Musikmagazinen als das beste Album 2011 gekürt! Und noch zu Nicki Minaj? Was war das für ein Aufrtritt?? Mich wundert es noch immer das man anno 2012 noch immer mit kirchlichen Symbolen um sich wirft und aufregt.
Wow, Adele hat ja wirklich abgenommen. Noch zehn Kilo und sie ist von Lana Del Rey kaum noch zu unterscheiden. ;-)
Ewiger Zweikampf der Giganten bei Preisverleihungen in den 2010s:
Foo Fighters vs. Nickelback.
Rock ist tot. Mausetot.
ich fand sie komischerweise auch schon huebsch als sie noch fetter war. mich wundert eins. the cave und all of the lights stammen aus 2010. warum waren die titel jetzt fuer 2012 als beste single nominiert?
Ich mag die Foo Fighers auch net, weil Dave Grohl wieder zurück zu QoTSA ans Schlagzeug soll. So wie bei den Them Crooked Vultures - das Biest an den Kesseln i love it.
Und mal ehrlich ich kann den Hype um Bon Iver nicht verstehen.
Ich kann die diesjährige Grammyüberschüttung der Foo Fighters nicht nachvollziehen. Wasting Light war, meiner Meinung nach, ein sehr schwaches Album. Total uninspiriert und ewig gleiche Songstrukturen/Melodiestrukturen, die schon in so manchem anderem Foo-Fighters-Song zu finden waren. Für mich war es jedenfalls eine herbe Enttäuschung. Umso mehr schockiert mich die Grammyvergabe.
@avon: man muß aber schon ziemlich zart beseitet sein, wenn einen die Grammyverleihung schockieren kann...
Hier werden nun einmal die geehrt, mit denen die Industrie Geld verdient, daß die Geehrten gleichzeitig gute Musik machen ist manchmal (Arcade Fire) eine nette Beigabe, ist aber nicht zwingend.
Überhaupt gibt es sehr viel übleres auf dem Markt als Adele und die FooFighters
@JaDeVin Thanks, kam mir schon selber blöd vor, weil ich mit Bon Iver nicht wirklich so viel anfangen kann
Wundert mich jetzt wirklich, dass Bon Iver international und vor allem auf dem US Markt dermaßen Erfolg hat(te). Ehrlich die Musik ist ja nicht gerade massentauglich. Ein wirklich sehr großes Phänomen für mich, wie sich sowas abseits von Mainstream derat gut verkaufen kann. Und auch das Post-Grunge immer noch nicht ausgenudelt ist und immer eigentlich "alternativ" jetzt total den Mainstream bestimmt, finde ich noch verwunderlicher.
Zart besaitet bin ich zwar nicht so, aber die 5 Grammys sind einfach mal zu krass übertrieben. So viele Preise deuten auf ein Mega-Meisterwerk der Rockmusik hin, was es aber in keinster Weise ist, meine ich zumindest. Als langjähriger Fan kann war ich einfach enttäuscht vom Album und kapier nicht warum es so gefeiert wird.
@c452h
"Gähn....
fünf Grammys dafür, dass man seit Jahren! immer nur das gleiche macht? Die Foo Fighters sind halt die Konsensband des Alt. Rock."
Stimmt, weil ja z.B. "Big Me" von 1995 genau wie "White Limo" von 2011 klingt!
Tzzzzz ....
Klar ist es kein Quantensprung, aber dann nenn mir doch mal bitte Bands, von denen du 5 Songs hörst und jedes mal denkst es wäre ne völlig andere Band!
Natürlich ohne das Genre zu wechseln!
Also?
D.h. du hörst den ganzen Tag nur Radiohead, oder gibt es noch andere Bands, die sich von Album zu Album total neu erfinden?
Bei Radiohead gebe ich dir teilweise recht, allerdings ist es auch so dass man sie nicht wirklich einem Genre zuordnen kann.
Wenn sich eine Band, wie z.B. die FF, aber in einem gewissen Genre bewegt, finde ich es sehr schwer sich bei einer Bandgeschichte von fast 20 Jahren und einem Pool von 200-300 Songs mit jedem Song zu verändern.
Sie haben eine ganze Menge schöner langsamer Songs gemacht, die ich nicht als "Riff Rock" bezeichnen würde.
Dann hauen sie mal eben ein Brett wie "White Limo" raus.
Und weil du sagst "immer nur das Gleiche": es waren die Grammys 2012 und sie haben Preise für einzelne Songs bzw. das letzte Album gewonnen, nicht für ihr Lebenswerk!!
Ich weiß nicht ob "Wasting Light" DAS beste Rock Album des letzten Jahres war (ist sowieso subjektiv), aber es gehört sicherlich dazu und die Preisrichter (oder wie auch immer da gewertet wird) haben eben so entschieden.
Ich gebe zu das Songs wie "Back Forth", "Miss The Misery" und "Matter Of Time" auch genauso auf älteren FF Platten hätten drauf sein können (für mich auch die 3 schwächsten Songs auf dem Album), aber "Bridge Burning", "White Limo" oder auch "I Should Have Known" haben durchaus neue Facetten.
Die besondere Art der Produktion tut ihr Übriges.
Ich mag auch Bands wie Nirvana (für dich bestimmt die Konsensband des Grunge) und Oasis (für dich bestimmt die Konsensband des Britpop). Nirvana hat auf allen ihren Alben nur Grunge gemacht, Oasis auf allen ihren Alben nur Britpop. Beide haben das jeweilige Genre nicht erfunden, haben sich von Album zu Album nicht groß verändert und sind trotzdem heute legendär.
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