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Mit Die Ärzte, Garbage, Tenacious D., Sven Regener, Peter Hook (Joy Division/New Order/The Light) und einem Rock'n'Roll-Buchtipp.
Inside The Shit (mis) - "ZeiDverschwÄndung" heißt sie nun also, die neue Single der bekanntesten Band aus Berlin (aus Berlin!). Da wurde also offensichtlich wieder mächtig gehirnt im Lager der Ärzte, um nach fünf Jahren mit einem ...
Nicht ganz schlecht, wobei mir SDrÄssDÄst oder MiliDÄrrat besser gefallen hätten. Gegen das Albumcover ist allerdings mal gar nix zu sagen. Lässig humorig und irgendwie verschwägert mit den Glühbirnen-Männchen von der "Era Vulgaris". Am 13. April erscheint "Auch", "ZeiDverschwÄndung" gibts schon ab dem 2. März.


Trotz fünfjähriger Abstinenz in den Plattenregalen käme wohl kein Mensch mit einigermaßen Sinnesverstand auf die Idee, bei den Ärzten von einer Reunion zu sprechen. Anders bei Garbage, die auch nur zwei Jahre länger weg waren.
Und bei denen man ewig zurück schauen muss, wenn man nach Anhängern ihrer Musik und nicht nach Bewunderern ihrer Sängerin (Foto live 2002) sucht. Zum ersten Album nämlich. Ich vermute jedenfalls, dass sich Dreiviertel aller Jubelperser dieser Tage genau so über ein Shirley Manson-Soloalbum gefreut hätten, das die Schottin vor einer Weile tatsächlich geplant hatte, aber angeblich nicht umsetzen durfte.

Sich zu trennen, ist sowieso ziemlich unpopulär geworden. Also als Band jetzt. Und wozu auch, wenn selbst ein Album nach einer längeren Bandpause überall als Reunion verkauft wird? Siehe jetzt Garbage, aber auch siehe Black Sabbath und vor allem siehe Reamonn (Foto: Rea mit Tattoo und Band).
Die hatten bisher die tollste Idee, als sie vor zwei Jahren verkündeten, sie lösten sich "vorerst" auf. Also nicht ganz so lange wie handelsüblich, nur für gewisse Zeit, also bis zur Reunion halt. Oder wann "Voice Of Germany" eben ausläuft.

Herzlichen Glückwunsch: Sven Regener erhält den Deutschen Hörbuchpreis als "Bester Interpret". Und da freuen wir uns mal richtig. Nicht nur weil wir mal den Autoren kennen, sondern auch, weil Regener natürlich ein Spitzentyp ist, aber natürlich vor allem, weil sein letztes Hörbuch "Meine Jahre mit Hamburg-Heiner" auch seinen laut.de-Blog beinhaltet.
Daher finden sich in 4x80 Minuten auch Sätze wie dieser: "Das hier ist laut.de, Hamburg, da geht's um Rock'n'Roll, deshalb kommen hier Nightliner vor und Soundchecks und Charts und so."
Es geht um Integration, iPhones und Afghanistan, aber eben auch um die zahlreichen fragwürdigen Mechanismen der Musikbranche, die Klischees des Tourlebens und sonstige lebensnotwendigen Weisheiten. Ich hab von dem Hörbuch vor allem zwei Sachen in Erinnerung behalten: Sven mag die Eagles Of Death Metal und laut.de. Wahrscheinlich auch in dieser Reihenfolge.

Sven Regener hat die Wahrheit über fragwürdige Mechanismen der Musikbranche oder die Klischees des Tourlebens natürlich nicht allein gepachtet. Sigi Singer und Max Mandel, die Protagonisten in Berni Mayers Debütroman "Mandels Büro" (Heyne, 335 Seiten, 8,99 EUR), halten da locker mit.
Ich bin jetzt nicht der Superexperte in Sachen Kriminalroman, aber der Plot klang witzig und, wie soll ich sagen, halbwegs lebensnah: Zwei Ex-Musikjournalisten machen in Berlin ein Detektivbüro auf und erleben dann tolle Dinge. Außerdem wollte ich wissen, was man eigentlich dazu braucht, um ein Detektivbüro zu eröffnen, was Mayer dankenswerterweise schon auf den ersten Seiten erklärt. Hab dann trotzdem weitergelesen.
Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen: Mandel und Singer erhalten auch bald einen ersten Auftrag, wie man ihn sich mit deren Vita nur wünschen kann, ein Mord im Musikbusiness. Mittendrin: Die bekannteste deutsche Band, eine alternde Punkrockgruppe mit einem öffentlichkeitsgeilen und promiskuitiven Sänger. Also ungefähr wie Die Ärzte mit Boris Becker als Sänger.
Die musikalischen Vorlieben oder Kenntnisse des Autors spiegeln sich in diversen Fanboy-Gedankenkonstrukten des Ich-Erzählers Singer zum Thema Metal wieder. Etwa in seiner Liebe zu Slayers '84er Scheibe "Hell Awaits": "In letzter Zeit war ich dazu übergegangen, eher die Alben von Slayer zu hören, die ich während meiner weinerlichen Red-House-Painters-Zeit verpasst hatte, aber noch waren die Riffs von 'Christ Illusion' oder 'God Hates Us All' nicht so verankert, dass ich mich mit jener schlafwandlerischen Sicherheit in den Songs bewegte, die mir diese schöne schwere Ruhe verschaffte (...) Die 'Hell Awaits' war ein warmes Wohnhaus des Thrash Metal, das mich immer wie einen alten Bekannten empfing."
Dass Mayer für "Mandels Büro" eher im Detektivgenre recherchieren musste, lässt sich daran ablesen, dass er bereits als Chefredakteur bei MTV und VIVA Online wirkte und somit weiß, wie Inszenierungen von Promo-Auftritten bis zur lancierten Stimmungsmache funktionieren.
Bei MTV lernte er mutmaßlich auch Markus Kavka kennen, der sich für einen Trailer zur Buchpräsentation hergab. Wer das Buch lesen möchte, ohne Kavka als Max Mandel zu imaginieren, sollte ihn nicht anschauen.

Was war deine letzte gekaufte Platte?
"Bangarang" von Skrillex.
Welchen Song hast du zuletzt nicht mehr aus dem Kopf gekriegt?
"Paradise" von Coldplay.
Deine drei Platten für die einsame Insel.
"Chelsea Girls" von Nico
"A Grand Don't Come For Free" von The Streets
"Raw Power" von Iggy & The Stooges
Was war dein größter Spinal Tap-Moment bisher?
Viel zu viele, um sie jetzt zu nennen. Man könnte auch sagen, ich lebe in diesem Film!
Welche Berühmtheit, die du persönlich getroffen hast, übte einen nachhaltigen Eindruck auf dich aus?
Rowetta (Happy Mondays), weil sie großartig ist. Nein, Halt, es war Bez (Happy Mondays), als er kürzlich in Japan wieder völlig abging. (Bez trat vor zwei Wochen im Rahmen eines Peter Hook-DJ-Sets als Ein-Mann-Performance auf, die offizielle Auftrittsbeschreibung nannte sich 'Vibe Provider', Anm. d. Red.)
Peter Hook, früher bei Joy Division und New Order in Lohn und Brot, tritt ab übermorgen mit seiner Gruppe The Light drei Mal in Deutschland auf. Die Band spielt das Joy Division-Debütalbum "Unknown Pleasures" von 1979 am Stück.

Die Urschrei-Humorrocker von Tenacious D. bereiten sich derzeit auf ihre Album-Landung in Europa vor, weshalb wir nun eine schicke Homepage mit Song-Ausschnitt von "Rize Of The Fenix" genießen dürfen. Das war mir die Rubrik-Umbenennung in "Lieblingssnippet der Woche" schon wert.
Warum hier mit der Geheimhaltungsstufe des Bundespräsidialamts hantiert wird, lässt sich wahrscheinlich nur mit den üblichen Realitätsverschiebungen des vorgeschalteten US-Bandmanagements erklären. Soo wahnsinnig neu kann die Nummer jedenfalls nicht sein, siehe folgendes Video:
Michael Schuh hört die ganze Woche lang Musik, beobachtet Kollegen und lässt an dieser Stelle die Hüllen fallen. Also bildlich gesprochen. Personen, Orte und Handlung sind definitiv nicht erfunden.
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