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Schiller sind mittlerweile das kommerziell erfolgreichste europäische Elektro-Trance-Pop-Projekt. Zum Abschluss der 10-Jahre-Jubiläumstour serviert uns Christopher von Deylen das komplette Konzert im Kölner Palladium. Instrumentale Tracks wechseln sich nach bewährtem Schiller-Muster mit gesungenen Parts ab. In der Live-Präsentation ergänzt von Deylen seinen Elektrosound mit einer organischen Band.
Doch das Konzept geht nicht auf. Nach dem Genuss des knapp zweieinhalbstündigen Gigs bleibt der Zuschauer ratlos zurück. Am Ende war das ganze Spektakel nur eine große Mogelpackung.
Als Einstieg bringen Schiller die Instrumentals "Sehnsucht" und "Wunschtraum". Beide sind vom Klang her stark an von Deylens Vorbild Jean Michel Jarre angelehnt. Die von Beginn an opulente Lightshow täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass hier lediglich zwei Noten und zwei Akkorde mit gängigen Kaufhaus-Soundscapes zu ganzen Songs aufgebläht werden. Das Publikum reagiert entsprechend verhalten.
Danach tritt Jette von Roth als sich redlich mühende erste Sängerin auf. Ihre beiden Tracks "Der Tag" und "Black" bleiben dem musikalischen Anfang treu und erweitern die Musik lediglich um uninspiriert darüber gesungene Schlagermelodien. Die von Casting-Shows bekannte Overacting-Gestik der Chanteuse kann leider nicht verhehlen, dass ihre Stimme keinen Wiedererkennungswert besitzt.
Diese ganz grundsätzlichen Probleme ziehen sich als roter Faden durch das gesamte Konzert. Auf "Schiller" und "Herzschlag" werden die erneut aus zwei bis drei Noten bestehenden Songs um ein paar uninspirierte Rockelemente erweitert. Diese klingen wie simple Alan Parsons-Nachahmungen plus typische Pink Floyd-David Gilmour-Gitarre und Phil Collins-Drumsound-Imitat. Bei so viel Patchwork geht jegliche Eigenständigkeit vollkommen verloren.
Immerhin ein Lichtblick sind die ausdruckstarken Lyrik- und Bibelrezitate von Ben Becker als Special Guest. Mit seiner kaminknisternden Rotweinstimme schlägt er bei "Nacht" und "Vor Der Zeit" das Publikum in seinen Bann. Die begleitenden vom Fließband stammenden Ambient-Teppiche können der atmosphärischen Darbietung des Schauspielers jedoch nicht das Wasser reichen. Sie klingen bestenfalls überflüssig. Schon vor zehn bis zwanzig Jahren hat der Ambient-Trance Pionier Carlos Peron die Messlatte für Synthesen aus Klanglandschaften und großen Stimmen deutlich höher gelegt.
Die Dancefloor-gestählte Kim Sanders trägt ebenfalls drei Songs vor. Mit bedeutungsschwangerer Musicalgestik quält sich die Ex-Captain Hollywood, Ex-Culture Beat Shouterin auf "Forever" und "Let Me Love You" durch Lieder, die klingen wie eine Mischung aus einem Requiem und Enigma anno 1990. "Dancing With My Loneliness Again" bringt zumindest Abwechslung, reproduziert den latin-jazzigen Popspirit einer Sade auf durchschnittlichem Grabbelkisten-Lounge-Sampler Niveau. Wer bis zum abschließenden "Ruhe" durchhält, bekommt zur Krönung noch eine Prise einfachst gestrickten Bums-Techno für das Volksfestzelt. Danach herrscht dann wirklich Ruhe.
Mit dieser DVD erbringen Schiller den Beweis dafür, dass ihr künstlerischer Anspruch an der fehlenden musikalischen Substanz scheitert. Wiedererkennungswert gibt es nicht, nur einen Haufen zusammengeschmolzener zitierter Vorbilder, deren Qualität zu keinem Zeitpunkt erreicht wird.
Auch die Extras erhellen das trübe Bild nicht. Die gebotenen Features über den Touralltag, TV-Auftritte und Clips bieten quantitativ viel. Doch gerade diese umfangreiche und aufwendige Verpackung unterstreicht den fehlenden musikalischen Gehalt um so mehr. Diese DVD funktioniert wie ein Weihnachtsmarkt. Sie ist unübersehbar und grellbunt mit einem Hang zum Kitsch doch am Ende doch irgendwie enttäuschend.
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Nur ein Punkt für Schiller! Und dabei fand' ich die bislang immer ganz nett zum Hören.
Geht es nur mir so, daß, wenn der Begriff "Chanteuse" auftaucht, das immer irgendwie negativ rüberkommt in hiesiger Sprache? 
Es ist eindeutig zu erkennen, dass der Kritiker nicht zur Schiller-Gemeinschaft zu zählen ist. Mit dieser Kritik hat der Schreiber jedoch eines eindeutig zugegeben:
Er hat keine Ahnung was Schiller mit seiner Musik ausdrücken will.
Das das Publikum nur "verhalten" reagiert ist eine Fehlinterpretation sondergleichen. Wir sind hier nicht auf einem Rockkonzert wo verschwitzte Typen sich die Seele aus dem Leib schreien - und auf eine ebenbürtige Reaktion des Publikums warten, sondern diese Konzerte sind für ein Publikum gemacht, dass noch z u h ö r e n kann und sich von der Stimmung der Lieder davontragen läßt. Es ist doch nicht wichtig w i e ein Lied aufgebaut ist - die Wirkung auf das Publikum alleine zählt; und bei den Konzerten die ich von Schiller (auch vor Ort) gesehen/gehört habe war eine wunderbare friedliche Stimmung anzufinden.
Vielleicht sollte die werte Redaktion einmal darüber nachdenken wen sie mit dem Auftrag eine Kritik zu schreiben auf die Reise schickt.
Ein wenig Ahung von der Materie sollte man schon haben.
Naja anfangen konnte ich damit noch nie was.
Und was will uns denn der Banause über dem Anwalt sagen. Qualtät misst sich an der Stille des Publikums? Geh mal zu einem Antony and the Johnsons Konzert. Dort ist es auch still. Nur liegt hier der Grund eher im Vortrag, der einem das Atmen vergessen lässst. Das hört man dann am Ende der Songs, wenn einige ihre Emotionen nicht mehr bei sich halten können. Hier doch eher diese pseudointellektuelle überzuckerte "we are family"-Andächtigkeit.
Und mein Lieblingsfanboyausdruck ist auch wieder dabei: Ahnung!
Tja, es zeigt sich halt sehr genau worauf hier Wert gelegt wird: Auf Tippfehler! Inhaltlich habe ich nichts lesen können ...
Leute, ihr tut mir leid - aber Kritik ist auf dieser Seite noch nie gut angekommen! Wie auch immer: Ob man nun die Musik von Schiller mag oder nicht, ist nicht der Punkt, sondern man sollte objektiv bleiben - und diese Kritik war es einfach nicht. Sollte ich mit meinen Worten den einen oder anderen damit überfordert haben,tut es mir sehr leid .. und keine Angst; ich melde mich in diesem Forum nicht mehr - ihr seid wieder unter euch!
ach je, du bist einfach nur eine weitere hohlbirne die mit dem hier gewohnten quatsch ankommt. kritiken sind nicht objektiv. laut.de ist keine zweigstelle vom tüv hinterkirchen. geh bitte lieber wieder mandala malen zum schiller-eso-kitsch, danke.
Ich muss Senfglas vollumfänglich Recht geben...
Wahrscheinlich war der Redakteur noch nie auf einem Schiller Konzert. Jedenfalls hat er von dieser Musik keine Ahnung...und die Atmosphäre auf dem Schiller Konzert auch nicht live erlebt.
Aber was solls... mir gefällt die DVD und sie wird auch ihre Käufer finden.
Und der einzigste echte Kritikpunkt den man bei dieser DVD anbringen kann, den hat der Herr Redakteur wohl gar nicht bemerkt...die im Vergleich zu den früheren Schiller-Scheiben recht schwache Tonqualität (fehlendes DTS). Wahrscheinlich wurde nicht genau hingehört ... was anderes lässt die ärmliche Kritik auch nicht vermuten.
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