laut.de-Kritik

Große Vorfreude ist nicht immer vorteilhaft.

Review von

Als ich mit Sänger Biff Byford das an anderer Stelle zu lesende Interview führte, hatte ich von "Into The Labyrinth" noch keinen Ton gehört. Zwar rauschte die letzte Scheibe "The Inner Sanctum" in der Veröffentlichungsflut an mir vorbei, doch "Lionheart" hatte genau wie "Killing Ground" durchaus seine Qualitäten. Außerdem gab sich Mr. Byford im Interview recht selbstbewusst, wodurch doch so etwas wie Spannung aufkam.

Allerdings hält sich die Begeisterung dann erstmal in Grenzen, denn die Scheibe braucht ein paar Durchläufe. Die Chöre und Keyboards im Opener "Batallions Of Steel" wirken zunächst sehr bombastisch und man denkt unwillkürlich an eine Band wie Hammerfall. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber an diese Ausrichtung, zumal die ansonsten höchstens noch bei "Valley Of The Kings" auftritt. Auch der Song ist sehr episch geraten und sollte Fans der Hammerwerfer durchaus begeistern.

Wer lieber auf harten, direkten Rock steht, ist mit der Single-Auskoppelung "Live To Rock" bestens beraten. Die Riffking-Competition, die sich die Band dazu hat einfallen lassen, ist in dem Zusammenhang eine absolut gelungene Sache. Beim nachfolgenden "Demon Sweeny Todd" darf man sich vom ruhigen Beginn nicht täuschen lassen, denn auch hier brennen die Engländer ein sattes Rifffeuerwerk ab und lassen - genau wie bei "Crime Of Passion" - die Klampfen ordentlich qualmen.

Dagegen kommt der Bluesrocker "Sow Lane Blues" mit angezogener Handbremse daher. Es soll Leute geben, die an solchem Material ihre Freude haben, mir klingt es einfach zu belanglos. Das gleiche trifft leider auch auf das balladeske "Voice" zu, in dem Biff den Verlust seines Hauses durch einen Brand vor ein paar Jahren besingt.

Da bleiben wir gleich beim Thema, denn "Protect Yourselves" fehlt irgendwie der zündende Funke und obwohl "Hellcat" wieder mehr Feuer im Arsch hat, wird sich auch dieser Song kaum zu einem Klassiker entwickeln.

Dieses Urteil lässt sich auf "Into The Labyrinth" ausweiten, selbst wenn Saxon-Fans der ersten Stunde kaum enttäuscht werden.

Trackliste

  1. 1. Battalions Of Steel
  2. 2. Live To Rock
  3. 3. Demon Sweeney Todd
  4. 4. The Letter
  5. 5. Valley Of The Kings
  6. 6. Slow Lane Blues
  7. 7. Crime Of Passion
  8. 8. Premonition In D Minor
  9. 9. Voice
  10. 10. Protect Yourselves
  11. 11. Hellcat
  12. 12. Come Rock Of Ages (The Circle Is Complete)
  13. 13. Coming Home (Bottleneck Version)

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12 Kommentare

  • Vor 8 Jahren

    "The Inner Sanctum" war ein verdammt starkes Saxon-Album, vielleicht sogar das beste seit Jahrzehnten. Das ist nicht nur meine bescheidene Meinung.

    laut.de hat das Album komplett ignoriert und erwähnt die CD jetzt hier nur in einem nebensatz...
    was für Pfeifen.

  • Vor 8 Jahren

    das ist ja auch ne album-rezi von "into the labyrinth".
    warum sollte "the inner sanctum" dann mehr als im nebensatz erwähnt werden?

  • Vor 8 Jahren

    @Paranoid_Android (« das ist ja auch ne album-rezi von "into the labyrinth".
    warum sollte "the inner sanctum" dann mehr als im nebensatz erwähnt werden? »):
    weil es eben so groß war hätte man mindestens noch ein kurzen kommentar (wie es z.b. hier zu "lionheart" gemacht wurde) über "The Inner Sanctum" schreiben können.

    noch armseliger: in der laut-diskografie von saxon existiert das album garnicht, da ist zwischen 2004 und 2009 nichts passiert... BUUH!!!