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Was kann schon schief gehen, wenn Santana ein Best-Of veröffentlicht? Nichts! Was gibt es Neues, wenn Santana ein Best-Of veröffentlicht? Fast nichts! Und was rechtfertigt den Kauf von "Ultimate Santana"? Alles!
Denn im Unterschied zu den unzähligen Hit-Samplern, die auf des Altmeisters Kappe gehen, verzichtet "Ultimate Santana" weitestgehend auf die Number Ones seiner West Coast Latin/Woodstock-Ära. Statt dessen ist (fast) jeder Ohrwurm konserviert, der ihn seit seinem fulminanten "Supernatural"-Comeback (1999) begleitete.
Mit von der Partie: "Smooth" (feat. Rob Thomas), "Maria, Maria" (feat. The Product G&B) und "Corazon Espinado" (feat. Maná) aus dem Comeback-Album "Supernatural". "The Game Of Love" aus dem Nachfolgealbum "Shaman" ist gleich in zwei Ausführungen vertreten. Einmal, wie anno 2002, mit Michelle Branch als Gast. Auf der neu eingespielten Bonus Track-Version erhebt Tina Turner ihr Organ. Und wie! Sie toppt die schwer zu überbietende Branch-Interpretation mit ihrer Powerstimme mühelos und verleiht dem "Spiel der Liebe" einen ganz neuen Charakter. Danke, Tina.
"Why Don't You & I" ertönte im damaligen Original mit Nickelbacks Chad Kroeger und erscheint nun mit der Stimme von Alex Band (The Calling). Kroeger ist dafür auf "Into The Night", der ersten Singleauskopplung, zu hören. Der Albumopener ist einer der wenigen neuen Songs, die uns Carlos Santana auftischt.
Ebenfalls neu und unverbraucht: "This Boy's Fire". Jennifer Lopez und Baby Bash versehen die (voraussichtlich) zweite Singleauskopplung mit einer ultimativen Hitgarantie. Der Track atmet amtliche R'n'B-Luft und nur Gitarrensound und -solo erinnern daran, dass es sich um eine Santana-Nummer handelt.
Um dem Albumtitel und dem Superlativ 'ultimate' gerecht zu werden, dürfen ein paar Klassiker seiner Woodstock-Zeit nicht fehlen. Evergreens wie "Black Magic Woman", "Samba Pa Ti", "She's Not There" und "Oye Como Va" runden die Palette ab. Klanglich und produktionstechnisch können die alten Takes mit den neuen zwar nicht mithalten. Die Zeitlosigkeit der damaligen Kompositionen offenbart sich jedoch erst im "Ultimate Santana"-Kontext so richtig. Mit modernen Mitteln produziert und im Arrangement etwas verändert, würden die Songs auch heute noch Musikgeschichte schreiben.
"Ultimate Santana" liefert die erste Werkschau, die die Evergreens der Santana-Frühphase mit den Comeback-Hits der Bestseller-Alben "Supernatural" und "Shaman" vereint. Eine ultimative Santana-Kollektion. Ohne Wenn und Aber!
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Herrschaftszeiten, seit wie vielen jahren belästigt uns der alte Herr mit seinen ewig gleichen Gitarrenriffs? Okay, ich hab nicht viel übrig für Gitarristen, die ihre Songs fast ausschließlich auf ihre imposanten Soli nach 2/3 des Stückes auslegen, das muss ich dazu sagen. Aber das schäbige Anbiedern an die Bravo-Generation mit "guten Freunden" (ah ja...) der aktuellen Popstar-Riege finde ich wirklich zum Kotzen.
Ganz so brutal wie Ragism sehe ich die Sache nicht, auch kotzen bleibt bei mir aus.
Dennoch: ich brauche das Album nicht. Nicht, weil ich Santana nicht mehr schätzen würde, im Gegenteil.
Aber nach Supernatural, Shaman und All That I Am (nebst Live-DVD Montreux und so weiter) ist das hier eine zwar vielleicht perfekt produzierte und mit ein paar weiteren Gästen verzierte Angelegenheit, aber mehr wohl auch nicht.
Wie sagte Carlos einmal in einem Interview nach der Veröffentlichung von Shaman? Irgend etwas wie "ich könnte jederzeit weitere Alben vom Kaliber Supernatural /Shaman auf den Markt bringen." So oder so ähnlich ist es mir in Erinnerung. Hätte er es denn mal getan. 
All That I Am jedenfalls fiel schon ein wenig ab, vielleicht war es auch nur eine Art von Gewöhnungseffekt nach dem "Überraschungsknaller Supernatural".
Was die paar wenigen alten Klassiker auf diesem Album angeht: die gibt es seit einigen Jahren so ziemlich alle in wirklich guter "Remasterd Qualtity" auf dem Markt. Und der echte Fan hat eben diese Scheiben ("Santana" / "Abraxas" / "Caravanserei" etc.) schon längst in der Sammlung.
Und zu den Gästen kann man natürlich sehr geteilter Ansicht sein.
Das war ja bereits bei Supernatural nichts, was wirklich neu bei CS gewesen wäre. Gäste hatte der Mann schon wesentlich früher ziemlich viele um sich geschart.
Der Unterschied zu seinem Mega-Comeback war nur der, daß er (marketingtechnisch natürlich sehr gut kalkuliert) so ziemlich alle angesagten Schwergewichte des Mainstreampop / -rock um sich versammelte.
Aber auch das lutscht sich irgendwann einmal aus, von daher hatte ich bereits vor Jahren heimlich seine etwas großspurige Aussage (siehe oben) eher bezweifelt.
Vielleicht liegt es aber auch daran, daß Carlos Santana wahnsinnig viel anderweitig beschäftigt ist.
Derzeit wieder zu hören auf der brandneuen Scheibe von Gloria Estefan zum Beispiel. 
Mhm, hätte der Santana mal "Whatever Happens" mit Michael Jackson druffpacken können...
Seit der "Moonflower" hat Santana mit Ausnahme von "Havana Moon" doch nur noch Schrott produziert. Aber die ersten Scheiben bis zur "Lotus" und die "Moonflower" hör ich immer noch gerne, immer mal wieder. "Incident at Neshabur" von der "Lotus", "Flame Sky" von der "Welcome" sind großartig, und die Zusammenarbeit mit McLaughlin muss man wenigstens mal gehört haben. Über den Rest breitet sich der Mantel des Dudelns (live ganz schlimm ...). 
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