Porträt

laut.de-Biographie

Sam Vance-Law

Man mag es beim Hören seiner Songs kaum glauben: Popmusik spielt im Leben des Sam Vance-Law lange Jahre überhaupt keine Rolle. Während die Eltern des Kanadiers aus Edmonton die Talking Heads und Annie Lennox verehren, ist Sam als Kind ausschließlich in klassische Musik investiert. Mit vier zieht er ins englische Oxford, wo er Teil des renommierten Choir of New College Oxford wird. Mit dem Chor nimmt er Platten auf, tourt durch Europa und singt fünfmal die Woche im Gottesdienst.

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Der Pop hält erst viel später Einzug in sein Leben. Nach dem Umzug zurück nach Edmonton studiert er gemeinsam mit Mac DeMarco Literatur und feiert 2009 auf einem Indiefestival die Epiphanie der eingängigen Hooks: "Meine Freunde meinten: 'Wenn du mitkommst, musst du dir vorher alle wichtigen Künstler anhören, die dort auftreten.' Das waren dann Animal Collective, Grizzly Bear, Girl Talk, Bon Iver und TV On The Radio."

Nicht nur Vance-Law bereut die Horizonterweiterung sicherlich nicht, auch Freunde der gepflegten Kammermusik klatschen in die Hände. In der Wahlheimat Berlin entwirft der Kanadier fortan einen dandyhaften Pop, in dem Patrick Wolfs und Owen Palletts Melodram, Choräle und das elegische Halbcrooning von Get Well Soon zueinanderfinden. Letzterer koproduziert auch das Debütalbum Vance-Laws, das Anfang 2018 beim Universal-Sublabel Caroline erscheint.

Zu Wolf und Pallett finden sich in Vance-Laws Musik noch weitere Parallelen: Wie die mutmaßlichen Vorbilder wechselt er mitunter vom Bariton in die Kopfstimme, setzt bisweilen auf Ukulelen-, Streicher- und Bläserpomp und thematisiert in der Premierensingle "Prettyboy" wie die kompositorischen Role Models seine sexuelle Orientierung: "I'm a boy, I'm a boy, I'm a boy" und "All the straight men love me" singt der geoutete Vance-Law da.

Im dazugehörigen Video taucht Max Gruber alias Drangsal auf; Kanadas Indiecrooner-Liebling Sean Nicholas Savage unterstützt den Debütanten außerdem gesanglich. Weitere Einflüsse sind John Grant und die Magnetic Fields; mit Wallis Bird geht Vance-Law 2016 erstmals auf Tournee, mit Dear Reader steht er ebenfalls auf der Bühne.

In Bezug auf das zentrale Thema Homosexualität - die Langspielpremiere hört auf den Namen "Homotopia" - reflektiert der Songwriter: "Nehmen wir die sogenannte Ehe für alle: Natürlich finde ich das grundsätzlich erst mal toll. Aber wenn man anfängt, es sich in solchen heteronormativen Moralvorstellungen bequem zu machen, verliert man zwangsläufig ein Stück der Kultur, die in der queeren Szene etabliert worden ist. Eine andere Art, Familie und Gemeinschaft zu denken, von der auch Heteros profitieren könnten ..."

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