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Die Liebe. Ja, die Liebe macht Ryan Adams schwer zu schaffen. Besonders die Liebe, die gegangen ist. Und die Leere, die bleibt. Liebe und Leere scheinen den Mann aber auch zu inspirieren, sind sie doch das Hauptmotiv seiner aktuellen Platte "Cold Roses".
Die hat er mit seiner neuen Band The Cardinals aufgenommen, und bereits der Titel deutet an, dass hier höchstwahrscheinlich keine frühlingsheitere Kost geboten wird. Der Opener "Magnolia Mountain" überschwemmt einen denn auch richtiggehend mit Wehmut und Sehnsucht. Begleitet von Steel Guitar und weiblichem Harmoniegesang fleht Adams seine Angebetete an, ihn zu belügen und noch bis zum Morgen zu bleiben.
Diese melancholische und zugleich verlangende Grundstimmung zieht sich durch das gesamte Werk. Im Vergleich zu seinen bisherigen musikalischen Outputs setzt Adams sein Stimmorgan mannigfaltiger ein. Ob gepresst, von Leidenschaft gequält, zart und zerbrechlich oder organisch und kraftvoll – gekonnt transportiert er die unterschiedlichen Emotionen der Lieder über seinen Gesang.
Wunderschön in seinem Aufbau kommt zum Beispiel das Stück "Meadowlake Street" daher. Haucht Adams zu Beginn seine Vocals zu minimaler Begleitung einer akustischen Gitarre, gewinnt seine Stimme im Laufe des Stücks mit gesteigerter Verzweiflung und anschwellender instrumentaler Unterstützung an Kraft und trägt einen fort, weit weg ins adam'sche Land der nach Liebe Dürstenden. Neben Herzwundheit und Begehren kommen aber auch Ansätze von Resignation zum Ausdruck: "I ain't afraid of hurt, I've had so much it feels just like normal to me now", hält der Amerikaner in "Now That Your’e Gone" ergeben fest.
Hört sich jetzt wohl alles etwas gar elegisch an. Ryan Adams klingt jedoch nie weinerlich oder allzu selbstquälerisch. Vielmehr verleiht er seinen Songs trotz oftmals leidvollen Inhalten mit spielfreudiger instrumentaler Begleitung und eigenwilliger Rhythmik eine gewisse Leichtfüßigkeit. Außerdem macht er es sich nicht in seinem Seelenschutt gemütlich, sondern rafft sich immer wieder auf, um mit Stücken wie dem rock'n'rolligen "Beautiful Sorta" ("Gimme a beer! One, two, three, four …"), dem dynamischen "Dance All Night" oder dem lebensbejahenden "Life Is Beautiful", die Geister des Schwermutes zu vertreiben.
"Cold Roses" ist countrylastiger ausgefallen als seine letzte Veröffentlichung, die EP "Love Is Hell Part 1 & 2". Das könnte am Einfluss der Cardinals liegen, die zum flüssigen Songwriting ein geerdetes musikalisches Fundament legen. Die Chemie zwischen seiner neuen Begleitband/Co-Songwriter und Adams stimmt auf jeden Fall und lässt den Sound sehr homogen wirken. Vielleicht fast etwas zu geschliffen - die eine oder andere Kante, hätte das Doppelalbum noch interessanter gemacht.
Man sollte anderen Menschen ja eigentlich nichts Schlechtes wünschen. Wenn Ryan Adams aber "dank" Liebespein weiter so berührende Platten veröffentlicht, wünsche ich ihm von Herzen noch ganz viele unglückliche Beziehungen …
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) von Ryan Adams ein. Ein genaueres Urteil möchte ich mir nach drei Durchgängen noch nicht erlauben...

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