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Wow! Sind die wirklich schon so lange dabei? Oh ja! Fragt mal eure Omas und Opas, oder noch besser: den Papst.
Konstanz (laut) - Dieser Tage feiern die Rock'n'Roll-Veteranen ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. So lange ist es her, dass sie unter dem Namen The Rolling Stones zum ersten Mal zusammen auf einer Bühne standen. Im Londoner Marquee Club kam die Band, damals in der Besetzung Mick Jagger, Keith Richards, Brian Jones, Dick Taylor, Tony Chapman und Ian Stewart, zu ihrem ersten Gig. Aber nicht etwa, weil jedermann erkennen konnte, dass da etwas Großes heran reift. Vielmehr waren sie als Ersatz gebucht, und zwar für die Alexis Korners Blues Incorporated, die für einen Auftritt bei der BBC weilten. Kennt die noch jemand?
Das war vor einem halben Jahrhundert. Nach dieser Zeitspanne kommen andere Zeitgenossen (nein, keiner aus der Redaktion) ohne Rollator nicht einmal mehr aus dem Bett. Die Herren um Mick Jagger und Keith Richards hingegen denken trotz einiger Spuren, die die Zeit in ihre Gesichter fräste, immer noch nicht ans Aufhören.
Das ist auch ganz gut so, denn wenn es dereinst heißen sollte, die Rolling Stones würden sich in den Ruhestand verabschieden, hört wohl die Zeit auf, zu existieren. Schließlich kann man sich im Weltgeschehen nur auf ganz wenige Konstanten wirklich verlassen. Das eine: In Rom sitzt der Papst und das andere: Die Stones kommen bald wieder auf Tour. Gratulation, die Herren!
Wir haben für euch kompiliert und die besten Songs aus der Mottenkiste geklaubt. Wenn ihr jetzt denkt, ihr kennt gar nicht so viele Stones-Songs, dann lasst euch eines Besseren belehren. Bitteschön:
Zunächst benannten Jagger und Richards diese Komposition als "As Time Goes By". Unglücklicherweise existierte ein solcher Titel bereits: Dooley Wilson sang ihn im unsterblichen Bogart/Bergman-Klassiker "Casablanca". Eine Korrektur war rasch erledigt, doch zunächst nahmen die Stones den Song nicht selbst auf. Denn Mick Jagger war vom Talent seiner damaligen Geliebten fest überzeugt und überließ ihr die Nummer. Damit startete 1964 ein junges Mädchen namens Marianne Faithfull eine Karriere, die bis heute andauert. Erst 1965 übernahmen die Stones den Titel in ihr eigenes Repertoire. Das melancholische "As Tears Goes By" berührt noch heute mit Gefühl und Intensität. Es geht die Legende um, die Stones hätten den Song als Antwort auf "Yesterday" konzipiert. Womöglich war es andersherum: Lennon/McCartney komponierten den Beatles-Klassiker erst ein Jahr nach "As Tears Goes By".
Wohl der bekannteste Song der Rolling Stones. Geschrieben 1965 pflügte er sich weltweit durch die Charts. Das Riff ist wohl eines der markantesten und prägendsten der Musikgeschichte. Es dürfte niemanden geben, dem dieses Lied nichts sagt. Und falls doch: durchgefallen!
"Nie dein Packesel sein!", kiekst Mick entschlossen. Ist ihm im Leben ja ganz gut gelungen. Als Ruhepol im ungewohnt schroff und punkig geratenen "Some Girls" findet das besonnene Liedchen 1978 die verdiente Aufmerksamkeit. Eigentlich ein Richards-Song. Keith: "Du spielst deine Idee und wartest ab, ob sie es nehmen. Manchmal ignorieren sie es komplett. Bei 'Beast Of Burdon' haben sie aber ganz schnell zugepackt; nach all diesen schnellen, harten Songs als ich das Drogen-Labor geschlossen hatte und wieder bei der Herde eintraf, sagte ich zu Mick: 'Hey man, thanks for carrying my Burdon!' Deshalb hab ich das Lied für ihn geschrieben." Wer es moderner braucht, schnappt sich die fesche Interpretation der Kooks.
So sehr beide ungleichen Glimmer Twins gern wie die Kesselflicker streiten und Keith dem guten Mick mehr als einmal an die gockelige Gurgel ging: Ihre Freundschaft ist beeindruckend unverbrüchlich im fiesen Haifischbusiness. Mit dieser launigen Ballade über jedermanns 'Best Mate' zeigen Jagger/Richards erstmals ihre knuffige Seite. "Ein Lächeln befreit das kummervolle Herz. Aber ich warte auf keine Lady. Ich warte auf einen Freund." Kein Wunder, dass bei so viel smoother Entspannung auch gern Regaae-Papst Peter Tosh im Video als Ehrengast vorbei schaut. Freundlichstes Stones Filmchen aller Zeiten...
Neben den in diesen Tagen immer stärker in den Vordergrund tretenden politisch motivierten Tracks bewiesen die Stones auch 1969, dass sie noch immer um einen krachigen, in die Beine gehenden Rock'n'Roll-Song wussten. Rüde rumpelnd eroberten die "Honky Tonk Women" alle Tanzschuppen. Die Initialzündung zur Nummer kam aber aus einem ganz anderen Bereich. Jagger und Richards hatten den Titel während eines Brasilienaufenthaltes ursprünglich als akustischen Country-Song konzipiert. Glücklicherweise löschten die Stones noch rechtzeitig ein allzu behagliches Sound-Lagerfeuer und ließen stattdessen ein weiteres Mal den Rhythm And Blues satt explodieren.
Sexuell aufgeladene Lyrics gabs bei den Stones des öfteren. Würde heute jemand einen derart expliziten Text verfassen, das Bürgertum würde am Rad drehen, dass es nur so knirscht. Von der textlichen Seite abgesehen groovt die Nummer aber gewaltig und gehört zum Standard-Repertoire eines jeden Stones-Gigs.
Was macht eine Band nach einem Monster-Hit wie "Satisfaction"? Sie schiebt einfach einen weiteren nach. Im Sommer 1965 krachte "Satisfaction" weltweit in die Charts, im September folgte "Get Off My Clouds", das - laut Richards - eine Anspielung darauf war, dass jeder nach einem Nachfolger für den Überhit verlangte.
Dieses Lied ist ein fast schon symphonisches Arrangement, das mit klimpernden Klavier und Mellotron-Elementen spielt. Die Band um Mick Jagger beweist damit einmal mehr ihre Vielschichtigkeit und löst sich vom Klischee der Bad-Boy-Alternative zu den schwiegermutterfreundlichen Beatles. Textlich klingt "She's A Rainbow" fast schon nach einem Liebeslied, doch Zeilen wie "Have you seen her all in gold, like a queen in days of old?" lassen die eine oder andere Interpretationsmöglichkeit offen.
Bombast-Arrangement der Mitt-Sechziger. Im Grunde der geistige Vorläufer des Songs "Zu Spät" von Die Ärzte: Mädchen verlässt Jungen, kommt zurück und möchte wieder mit ihm zusammen sein, doch dann ist es zu spät, zu spät, zu spääät ... Vom Song selbst existieren mindestens vier verschiedene Produktionen, sowohl mit als auch ohne Orchesterbegleitung. Fun fact: Die Fassung der Stones schaffte es nur knapp in die britischen Top 50. Jagger stellte den Song dem befreundeten Sänger Chris Farlowe zur Verfügung, dessen Version Platz eins der Charts erreichte.
Bereits 1966 erschien dieses Lied, das sich auf den Missbrauch von Medikamenten bezieht. "And though she's not really ill, there's a little yellow pill", heißt es da.
Huch! Schwellende Streicher, pathosschwangerer Gesang - 1973 löste die Single "Angie" ärgste Befürchtungen unter den Anhängern der Stones aus. Ihre geliebten Rocker als künftige Zulieferer für Engtanzpartys? Doch so schlimm kam es nie, und mittlerweile genießt der Song innerhalb der Fan-Gemeinde hohes Ansehen. "Angie" entwickelte sich zu einer auch heute noch unter die Haut gehenden Ballade, deren Verkaufszahlen in Europa und Amerika damals jeweils die Millionenzahl überschritt.
1977 rieben sich die Fans ungläubig die Ohren ob des neuesten Smashhits ihrer Lieblinge. Denn das stampfende "Miss You" flüchtete raus aus dem Rock-Schuppen und wuppte hinein in die Disco. Nicht wenige witterten Verrrat und Ausverkauf der alten Ideale und allzu offensichtliches Aufspringen auf einen Trendzug. Ungeachtet dessen eroberte "Miss You" weltweit die Tanzschuppen. Und letztlich machten Mick & Co. eigentlich nichts anderes, als schon immer seit Karriere-Beginn: schwarze Musikelemente von Gestern und Heute in ihren Sound zu integrieren.
Komisch, dass dieser Song lediglich als Single veröffentlicht wurde, auf einem normalen Studioalbum ist er gar nicht zu finden. Ein Jahr nach dem Single-Release fand er den Weg auf die Best Of "Through the Past, Darkly". "Jumpin' Jack Flash" avancierte zum am häufigsten live gespielten Stones-Song.
Zu Beginn ihrer Karriere coverten die Stones hauptsächlich Songs anderer Künstler. Erst langsam und auf Drängen ihres Managers Oldham begannen Jagger und Richards, selbst Lieder zu schreiben. "The Last Time" war ihr erster selbst-komponierter Nummer-eins-Hit in England. Die Glimmer Twins ließen sich dabei von "This May Be The Last Time" von The Staple Singers inspirieren. Noch im gleichen Jahr coverte Oldham mit seinem Andrew Oldham Orchestra den Track. Mehr als dreißig Jahre später wurde ein Sample aus dieser Version der Kit für "Bitter Sweet Symphony" von The Verve und einem langwierigen Rechtsstreit.
Auch ein Song von "Sticky Fingers". Micky Jagger bestreitet, dass es sich hier um Marianne Faithfull dreht, denn die Beziehung zu ihr sei schon durch gewesen, als das Lied entstand. Sagt er.
Erst vor ein paar Jahren wurde "Paint It Black" auch der jüngeren Generation durch eine Fernsehwerbung eines bekannten Internetanbieters bekannt gemacht. Doch der Song dreht sich um alles andere als um fröhlich tanzende Menschen, die ihre neue Kommunikativität feiern. Denn während Jones wehmütig seine Sitar anklingen lässt, beschreibt Jagger die Gefühle eines trauernden Mannes, der erst vor kurzem seine Frau verloren hat.
Eines der besten Stücke der Stones? Nicht ganz, denn korrekt müsste es lauten: eines der besten Stücke der Stones mit erheblicher Hilfe von Marianne Faithfull. Ursprünglich veröffentlichte nämlich sie den Song 1969 als Single. Erst zwei Jahre später fand das Lied den Weg auf "Sticky Fingers".
"Gimme Shelter ist eine Art Ende-der-Welt-Lied," erinnert sich Mick Jagger. "Es war eine sehr raue, sehr gewalttätige Ära. Der Vietnam-Krieg. Gewalt war auf dem Bildschirm, Plünderungen und Brände." Es ist schwer, einen zweiten Stones-Song zu finden, der über die dunkle Energie von "Gimme Shelter" verfügt. Harsch und ungeschliffen sucht er Schutz vor dem heranziehenden apokalyptischen Sturm. "War, children, it's just a shot away."
Mit "Under My Thumb" wurde einer der besten und populärsten Songs der Stones niemals als Single veröffentlicht. Dominiert von Brian Jones Marimbaspiel strahlt das Lied unverwechselbar aus dem Repertoire der Band hervor. Die Lyrics erzählen die Geschichte eines Mannes, der aus der Unterdrückung einer Frau entkommt und ihr gleiches mit gleichem vergilt. "The change has come / She's under my thumb." Einige Feministen rissen Fetzen des Textes aus ihrem Kontext und laufen bis heute Amok. Am 6. Dezember 1969 spielten die Stones "Under My Thumb" auf dem Altamont Free Concert. Mit den letzten Akkorden des Tracks endete abrupt die Unschuld und die Unbeschwertheit der späten Sechziger. Meridith Hunter, mit einer Pistole bewaffnet, wurde von einem Hells Angel erstochen.
1968 - mittlerweile eine legendäre Jahreszahl, die eine ganze Ära prägte. Weltweit rebellieren Jugendliche gegen Eltern und Obrigkeit und träumen während des 'Summer Of Love' von einer besseren Welt. Die Antikriegsbewegung entsteht und Amerikas Einsatz in Vietnam steht am Pranger. Jaggers Lyrics stellen seine persönliche Umsetzung des Romans "Der Meister Und Margarita" des Russen Michail Bulgakow dar. Mick transferierte den Plot in die Neuzeit und landete damit einen Volltreffer. Noch einmal galten die Stones als echte Brandstifter, die sogar vor der Kollaboration mit dem Beelzebub nicht zurückschreckten. Doch die Fans ließen sich nicht beirren und verstanden die wahren Intentionen von Anfang an. Textlich bleibt diese Nummer auf beunruhigende Weise selbst im neuen Jahrtausend höchst aktuell. Und geht mit ihren fiebrigen, nervös zuckenden Beats noch immer mächtig in die Beine. Das Meisterstück der Stones!
Irgendwie finde ich die ein bisschen überbewertet.
Die Songwriterisch richtig guten Lieder kann man an einer Hand abzählen, der Rest ist irgendwie 0815 Rock n Roll.
Kinks und Beatles waren besser, auch haben die Small Faces mehr gerockt.
Weil zur Musik auch Image gehört. Und von BadAss-Image hatten die Stones weit mehr als Kinks und Small Faces. Die Stones mit den Beatles zu vergleichen ist sowieso Quatsch, weil die Beatles einfach eine andere Kategorie sind.
bremer minderLAUTvotum:
1. one hit (to the body) (dirty work, 1986)
2. Melody (blacknbkue, 1976)
3. laugh? I nearly died (a bigger bang, 2005)
4. she was hot (undercover, 1984)
5. waiting on a friend (tattoo you, 1981)
6. hey negrita (blacknblue, 1976)
7. sister morphine (sticky fingers, 1971)
8. before they make me run (some girls, 1978)
9. some girls (1978)
10. as tears go by (december's children, 1965)
nix überbewertet....so viele grandiose tracks jenseits der best of kamellen....mit über 60 mal eben so nen atmosphärischen klopper aus dem ärmel zu ziehen.....
laugh? I nearly died
http://vimeo.com/3670827
zorn und streit waren echt: one hit to the body....
http://www.myspace.com/video/dan/rolling-stones-one-hit-to-the-body/5809986
Also, ich bewundere C.Watts ja immer noch als den ökonomischsten aller Drummer, obwohl sein Stil fast schon ans unverschämte grenzt.
Immer die Achtel auf der Hi-Hat nie auszuspielen sondern immer nur 3, dann die Snare, dann wieder 3, dann Snare usw. - das ist frech!
Hätte ich den Scheiß damals meinem Schlagzeuglehrer vorgespielt, der hätte mich geköpft. Aber ich war ja auch nicht Stones-Drummer. Der darf das ja.
ich finde, die sind schon ein bisserl museumsreif und das ist alles mehr so Nostalgifolklore. Sie haben es eben verabsäumt, sich zu verändern und mit der Zeit zu gehen, wie Oomph! das machen. Ein bisserl halt schon wirklich auch für echte Opas und Omas.
ich finde, die sind schon ein bisserl museumsreif und das ist alles mehr so Nostalgifolklore. Sie haben es eben verabsäumt, sich zu verändern und mit der Zeit zu gehen, wie Oomph! das machen. Ein bisserl halt schon wirklich auch für echte Opas und Omas.
"Sexuell aufgeladene Lyrics gabs bei den Stones des öfteren. Würde heute jemand einen derart expliziten Text verfassen, das Bürgertum würde am Rad drehen, dass es nur so knirscht."
Würde es das? Welches Bürgertum überhaupt? Das Europas oder der USA? Bestenfalls letzteres, obgleich ich auch das bezweifle, oder haben etwa Rihannas sexuell aufgeladenen Videos rund um SM für furchtbare große Aufregung gesorgt.
Ich denke, an dem Lied würde man sich eher aufgrund seiner grob verherrlichenden Tonart gegenüber Sklaverei von Schwarzen mokieren:
"Gold coast slave ship bound for cotton fields,
Sold in a market down in new orleans.
Scarred old slaver know he's doin alright.
Hear him whip the women just around midnight."
Sexuell explizit scheint mir der Titel eigentlich nicht zu sein, am ehesten vielleicht noch: "Ah brown sugar how come you taste so good" oder "Im no schoolboy but I know what I like,
You should have heard me just around midnight.", aber das spielt sich doch alles auf einer verhältnismäßig subtilen Ebene ab. Und keineswegs ist er in Bezug auf Sklaverei explizit, denn alle wirklichen Schattenseiten fallen m.E. unter den Tisch.
@MannBeißtHund Oh je, daß man das immer noch auf einer Seite lesen muss, deren Hauptteil der besprochenen Werke ohne den Rock'n'Roll der frühen bis zur genremischenden Psychedelic-Pop-Perfektion der späten Beatles kaum denkbar gewesen wäre. Wilder und innovativer als bei "Helter Skelter" haben die Stones jedenfalls nie geklungen...
die neue kreatur im LAUTEN land ist ja toll...frisches blut....
nicht zu alt; archaisch....been around since moses...WHUT...
schönes wochenende
Feary: "whut" ist englisch geslangt für "Was?!" oder auch "Wat?!" und passt in jede Situation, runterspielend als "so whut" oder aufgeregt als "WHUT!" oder auch als beiläufige Bemerkung a la "whut whut", gerne auch mal als Begrüßung wie z.B. "whut ihr Penner"! Vielfältig einsetzbar, whut. 


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