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Wer Roisin Murphy live gesehen hat, den lässt die Arbeit der mit Moloko zu Weltruhm gelangten Irin nicht mehr so schnell los. Ins zweite Soloalbum groovt sie sich unangestrengt, sphärisch verhallt und mit spärlich eingesetzten Harfen-Samples mit dem Disko-Titeltrack "Overpowered". Statt dem Rechner experimentell anmutende, akustisch basierte, zuweilen zarte Arrangements abzutrotzen, schließt Roisin den Club nun von innen ab.
Den Schlüssel reichte ihr dazu neben einer ganzen Reihe anderer Co-Autoren Paul Dolby aka Seiji. Der Londoner Produzent und DJ wirft nicht selten mächtige Four to the Floor-Bassdrums an, um die eingängig und sorgfältig instrumentierten Arrangements anzufeuern (Madonna lässt grüßen).
Tanzen ist angesagt, und der Titel des Albums kann insofern als Antwort auf den Sound des Erstlings verstanden werden. So nimmt der dominante Synthiebass von "You Know Me Better" die Stimmung des Openers hervorragend auf - man könnte die Tracks leicht ineinander mixen.
Die Nummer steht aber exemplarisch für den Zwiespalt, in den einen Murphy zuweilen stürzt: Während Techhouse-Instrumente die Strophen nach vorne drängen, dominiert im Refrain ein Melodieklima, das verdächtig nah an den Pop-Charts vorbeischrammt. "Movie Star" gerät fast zur Dancepop-Massenware. Mit deepem Housebass gefasst, aber den modernen R'n'B zitierend: "Footprints" könnte dem gemeinen Roisin-Fan ebenfalls sauer aufstoßen - gleichwohl bleibt die Nummer gut produziert.
Trotz solcher Bedenken kann ein Roisin-Album offensichtlich nicht daneben gehen - zu stilsicher der Geschmack insgesamt, zu präsent die Vocals, zu zeitgemäß die Produktion. Schon die im Kontext der Platte als Elektro-Balladen anzusehenden "Primitive" und "Tell Everybody" entschädigen mit sphärischen Keyboardflächen, Streichern, Organsounds oder modulierenden Synthies.
Dasselbe gilt für "Let Me Know": funky, schnell und mit euphorischen Synthies - so gefällt Club-Pop. Ansonsten bleibt die Soundästhetik der 80er-Jahre ein wichtiger Ansatzpunkt. So lieferte "You Spin Me Round (Like A Record)" die Blaupause für das Soundgerüst von "Cry Baby" ab, und bereits der Titeltrack zitiert Keyboards aus Kraftwerks besten Zeiten und lehnt sich an die prägnante Synthielinie von Tigas "Sunglasses At Night"-Remix an.
"Scarlet Ribbons" bekommt noch einen jazzigen Anstrich verpasst, bevor die abschließenden Bonustracks alleine die drei Punkte wert sind. Von der Instrumentierung her beatlastig halten "Body Language" und "Parallel Lives" die Waage zwischen Dance mit Tiefgang und Roisins extrovertiertem Charakter - jene Tugenden, mit denen Moloko einst Karriere machten.
| Shop | Titel | Info | Preis | Porto | Gesamt |
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Roisin Murphy - Overpowered | Infos (Lieferzeit/Service) | €9,95 | €3,90 | €13,85 |
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Overpowered | Infos (Lieferzeit/Service) | €10,99 | €3,00 | €13,99 |
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Roisin Murphy - Overpowered | Infos (Lieferzeit/Service) | €10,99 | €3,95 | €14,94 |
Mir gefällts sehr gut. Habe die Platte noch nicht lange gehört/hören können, aber klingt alles ganz gut.
"Movie Star" ist wirklich sehr grenzwertig. Aber ich finde nicht, dass man Tracks wie diesen verurteilen muss, weil er Pop ist. Hauptsache es klingt nach Roisin Murphy und ist gut. Genrediskussionen finde ich unnötig.
Das Review klang für mich eher nach 4 Punkten, aber wegen einem Pünktchen will ich mich nicht beklagen.
Ich persönlich würde dem Album 4 oder 5 Punkte geben. Wird sich noch rausstellen, welches davon.
3/5 finde ich ein bisschen zu wenig. Die Platte hat meines Erachtens klar 4 Punkte verdient, mehr aber nicht, dafür gibt es doch den ein oder anderen Durchhänger. "Movie Star" würde ich jedenfalls als schwächsten Track einstufen, "Primitive", "Dear Miami" und "You know me better" sind meine bisherigen Faves.
"movie star" ist echt ein stück aus der kategorie "madonnas schlimmste discoentgleisungen, daher auch die (erschreckenderweise positiv gemeinten) vergleiche in manchen "gazetten"-kritiken. ansonsten finde ich das album an manchen stellen echt super, an anderen ebenfalls sehr grenzwertig, ohne hier die oben beschworene genrediskussion losreissen zu wollen.
am stärksten ist "overpowered" an den stellen, wos nicht "uffz uffz" geht, sondern etwas subtiler, z.b. bei "primitive ("we're animal...[...] - einfach genial), oder auch "dear miami" und "let me know".
allerdings hätte ich mir schon erhofft, dass das album etwas inspirierter und ausgeklügelter wird...stellenweise ist es mir einfach zu platt.
Primitive wäre noch besser ohne das Hintergrundgemurmel.Moviestar ist zwar monoton,aber weitem nicht so schlecht wie Madonnas letzte Ergüsse.Alles in allem ein gutes und abwechslungsreiches Album.Nicht so "schwer verdaulich" wie Ruby Blue.
... als die Songs des Vorgängers.
Die Vids auf Youtube, die ich mir diesbezüglich schon angesehen haben,
machen alle einen sehr guten Eindruck live.
Die Ruby Blue habe ich sehr gerne unterm Kopfhörer gehört, weil die Details und das
Arrangement der Sounds sehr interessant waren.
Aber live (jedenfalls bei einem Konzert-Video von 2005) hat die Hälfte der Songs nicht so gut funktioniert.
Und die gute Roisin hat - trotz anerkanntermassen interessanter Stimme - manche Töne nicht richtig getroffen (was aber bei vielen der Songs wegen sparsam eingesetzter "echter" Instrumente besser gewesen wäre).
Und das lag da wohl eher an den etwas sperrigen Arrangements mit vielen Geräuschen als an sängerischem Unvermögen.
Dass die neuen Songs eher etwas poppiger sind,
beschert dem Auditorium nun wohlklingendere Auftritte mit besserer Bühnenshow.
Schliesslich kann sie jetzt entspannter drauflossingen und sich besser auf die Gesamtdarstellung konzentrieren als bei Songs, wo viel Aufmerksamkeit bei draufgeht,
um die richtige Tonlage zu erkennen (man lasse mal zwei, drei Leute zu gestimmten Tom-Toms singen und lege die Stimmen übereinander - dann hört man, was ich meine).
Ähhh ...
is schon wieder ein halber Roman geworden.
Ruby Blue ist trotzdem geil.
Und das neue wohl auch, werd's mir baldmöglichst besorgen.
ja, ein frevel! dear miami ist der absolute knaller! auch eins meiner lieblingstracks.
generell muss ich sagen, dass ich das album nochmal etwas lieber gewonnen hab, seitdem ich roisin live gesehen habe. die live aufbereitung war viel dynamischer und hat dem material wirklich noch etwas mehr funken gegeben. zu hören ist das auch auf der limited edition live CD , aufgezeichnet in "l'ancienne belge" im november 2007.
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