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Keine drei Monate nach Teil eins schiebt Robyn bereits den zweiten Teil ihrer "Body Talk"-Saga nach. Klar, dass sich textlich nicht zu viel ändert in so kurzer Zeit, Schreiben, Aufnahme und Release der jeweiligen Minialben passieren zeitnah.
Gar kein Problem das, die Schwedin hat schließlich nach 15 Jahren im Business verstanden, welchen Muskel sie zu auszuspielen hat: Wieder positioniert sie sich in der goldenen Mitte aus gereiftem künstlerischen Selbstbewusstsein und ehrlicher Verletzlichkeit.
Überhaupt funktioniert "Body Talk Pt. 2" dramaturgisch nach einem vergleichbaren Muster. Erst ergeht Robyn sich in selbstaffirmativer Geste, singt "It's gonna be okay" ins Spiegelbild; zwischendrin teilt sie, diesmal unter anderem mit Snoop Dogg, ordentlich Handkanten aus, warnt vor den letalen Seiten der Liebe oder empfiehlt die Einberufung eines schwarzen weiblichen Papstes, um schlussendlich mit einem tollen Streicher-Allegro die eigene Unzerstörbarkeit UND den ungebrochenen Glauben an die Heilkraft Liebe zu proklamieren.
Interessanter ist die Betrachtung der musikalischen Seite. Denn nicht nur aufgrund der Danceversion von "Hang With Me" – auf dem Vorgänger noch balladesk – wurde diese Veröffentlichung vorab als Tanzplatte angekündigt. Und tatsächlich: Robyn kommt diesmal schneller in den Club.
Gleich in "In My Eyes" pusht die Snare ihre Entourage an der Schlange vorbei. Nur wenig später schon, nämlich bei "Love Kills" und "We Dance To The Beat", übernimmt die Bassdrum endgültig das Abendprogramm. Über ihren melodieseligen Schatten springt Robyn zwar selbstredend nicht (warum sollte sie?), doch macht viel eindeutiger als zuletzt der Beat die Angabe.
Speziell letztgenanntes Stück dringt mit Roboterstimme und sinnbildlich-assoziativen Lyrics tief vor bis zur Club-Primetime, zu Momenten beim Tanzen, die schon gefangen im Rhythmus, die nicht mehr intellektuell erfahren sind. Auch das Snoop-Feature referiert unter anderem auf das Watergate in Berlin und bratzt so herrlich drückend nach vorne, dass man erst beim folgenden Geigenfinale wieder luftholen mag.
Minimalen Originalitäts-Notenabzug gibt's lediglich für den "Piece Of Me"-Klon "Criminal Intent". Hier bleibt einfach völlig unüberhörbar, dass Robyns Haus-Songschreiber Klas Åhlund auch für besagten Britney Spears-Hit mitverantwortlich zeichnet. Selbst wenn ein solch Sexhormon-getränkter Track gegenwärtig eher einer Ke$ha oder Uffie zugeschrieben werden dürfte. So fügt "Body Talk Pt. 2" dem Œuvre eine aggressivere und (für einen Europop-Darling) Club-orientierte Facette hinzu. Steht ihr ausgezeichnet.
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