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Gab es früher kaum etwas, auf das sich ähnlich gepflegt vögeln ließ, wie auf den Sound des Zottelmonsters, so kommt mit "Educated Horses" nicht mal mehr eine Eintagsfliege in Stimmung. Und die kriechen ja bekannntlich nur zu diesem Zweck aus’m Tümpel!
Ich frage mich echt, was mit dem Kerl los ist. Seinen "The Devil's Rejects"-Streifen hab ich noch nicht gesehen, aber nach dem Totalschrott namens "House Of 1.000 Corpses" bin ich da auch gar nicht mehr scharf drauf. Da im Filmbusiness von dem Zausel nicht allzu viel rum kam, konnte man wenigstens noch darauf hoffen, dass er als Musiker mal wieder so richtig vom Leder zieht, aber selbst dort tischt uns Robbie nur noch Halbgares und schon zehnmal Gehörtes auf.
Das Horror-Image versucht er wohl auch abzulegen, oder wie hab ich das zu verstehen, dass das Cover nur ein müdes Foto des Meisters ziert? Verspricht das Intro zunächst noch eine Spür Düsternis und Monumentales, so kriecht "American Witch" dermaßen lahmarschig aus den Boxen, dass man schon mit dem Gedanken spielt, die CD manuell noch ein wenig schneller zu drehen. Die Grooves sind zwar nach wie vor vorhanden, aber die Nummer zündet trotzdem nicht.
Die Single "Foxy Foxy" macht es auch nicht wirklich besser. Alles schon gehört, will man da sagen und vor allem schon besser. Ein paar schlüpfrige Filmzitate, ein blues-funkiges Gitarrenriff und drüber raunt der Zombie. Doch so stimmlahm wie bei diesem Song hab ich den Mann noch nie erlebt. Das klingt nach einem alten, notgeilen Mann, der gern noch einmal Versteck die Gurke spielen will. Kann dem nicht mal einer eine Großpackung Viagra in die Milch rühren?
Scheinbar nicht, denn "17 Year Locust" schläft beinahe an sich selber ein, gesanglich geht es noch weiter in den Keller. Himmelarschundzwirn, Rob, jag bitte diese John 5-Pfeife zurück zu Marilyn Manson und hol dir Riggs zurück. Der hat dir wenigstens noch Feuer unter deinem klapprigen Arsch gemacht. Erst "The Scorpion Sleeps" lässt endlich mal Stimmung aufkommen. Das ist wenigstens wieder Musik, zu der sich Frauen auch anständig entblättern können.
Als wäre das schon zuviel Aufregung gewesen, sagt "100 Ways" erst einmal wieder gute Nacht: Sinnloses Zwischengedöns das nur ärgert. Doch dann - man mag es kaum für möglich halten - findet der Oberzombie fast schon zu alter Stärke zurück und bürstet einem mit "Let It All Bleed Out" einen vor den Latz. Die Gesangslinie hat er zwar bei sich selbst geklaut, aber wenigstens geht die Nummer recht ordentlich ab. Man muss hier ja schon für kleinere Lichtblicke dankbar sein.
Nicht sonderlich spektakulär, aber wenigstens relaxt vor sich hin groovend, kommt "Death Of It All" daher, das man beinahe als Ballade bezeichnen muss. "Ride" löst bei mir nicht die geringste Reaktion aus und rauscht genauso unbemerkt an mir vorbei, wie der Furz eines Yaks irgendwo in der sibirischen Tundra. Das gleiche Schicksal würde auch "The Devil's Rejects" ereilen, wenn da nicht wenigstens wieder diese unnachahmliche Rhythmik und die Reibeisenstimme des Meisters wären.
"The Lords Of Salem" ist abschließend nicht schlecht, aber einfach ein langsamer Track zu viel auf einem allerhöchstens durchschnittlichen Album. Die Zeiten von "American Made Music To Strip By" sind wohl vorbei. "Educated Horses" ist allerhöchstens noch amercan made music to sleep by ...
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