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Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass mit "Pablo Honey", "The Bends" und "OK Computer" im Jahr 2009 drei CD-Boxsets von einer Band in den Handel gelangen, die auf alterhergebrachte Vertriebswege vor kurzem noch mit einer revolutionären Online-Verkaufsidee einen großen Haufen machten.
Während die britische Band ihren Fans "Zahlt, was ihr wollt" zuruft, pocht ihr ehemaliges Label EMI auf den Hoheitsanspruch über Radioheads Back Catalogue und tütete nun zu jedem der drei ersten Studioalben eine zweite Disc mit Maxi-Singles, Live-Versionen, BBC-Aufnahmen sowie - als Limited Edition - DVDs mit Videos und Live-Auftritten ein.
Dem Hardcore-Fan erzählen diese so genannten Sammlereditionen nichts Neues. Der unbedarfte Radiohead-Hörer dagegen dürfte sich mit der einfachen und nun noch billigeren Albumversion begnügen (oder sich die Platte gleich runterladen).
Wie Sänger und Industrie-Gegner Thom Yorke diesem Ansinnen wohl gegenüber steht, ist an der einfachen Tatsache abzulesen, dass die Trilogie auf dem wahren Liebhabermaterial Vinyl erst gar nicht erscheint.
"OK Computer" mag von der Auswahl der Bonusstücke vielleicht nicht die aufregendste Veröffentlichung sein ("Pablo Honey" enthält die "Drill"-EP; "The Bends" Livetracks von '94/'95), ist aber fraglos das monumentalste 90er Jahre-Werk der Gruppe.
Rissen Radiohead bereits mit "The Bends" 1995 alle Brücken zum Sound der kommerziell erfolgreichen Single "Creep" nieder, bedeutete der Schritt vom zweiten zum vorliegenden Album 1997 eine noch bedeutsamere Zäsur.
"OK Computer" zeigte stellvertretend für alle kommenden Radiohead-Tonträger, dass man mit stilistischen Erwartungshaltungen bei Thom Yorke und Co. an der komplett falschen Adresse ist. In den zwölf Songs ihres dritten Albums trafen Pink Floyd auf DJ Shadow, schienen die manischen Gitarrenläufe Jonny Greenwoods in ungeahnter Harmonie einen sanften elektronischen Nährboden gefunden zu haben.
Virtuos und doch nicht prätentiös, opulent strukturiert und doch transparent, melodisch und doch schwer greifbar; das selbst für heutige Maßstäbe vielschichtig angelegte "OK Computer" hinterließ in der Gitarrenszene der Mittneunziger einen Krater und machte nebenbei das Adjektiv "psychedelisch" in Artikeln über die Band salonfähig.
Im vergleichsweise optimistischen Eröffnungsstück "Airbag" funkeln bereits die von Produzent Nigel Godrich in den Folgejahren zu Trademarks erhobenen, düsteren Streicherteppiche, während das streckenweise pastorale "Paranoid Android" in sechseinhalb Minuten schon damals mehr Breaks aufwies, als fünf Oasis-Songs zusammen.
"Exit Music" und "Lucky" bersten voll markerschütternder Intensität, während "Subterranean Homesick Alien" oder "Electioneering" Radiohead-Fans in Teilen noch die guten alten Zeiten vor Augen führen.
Und doch: Das Gros der Platte blickte bereits, losgelöst von Raum- und Zeitkontinuen, in eine ferne Zukunft. Allen voran die Hymne "Karma Police", die "Creep" wie einen vorlauten kleinen Bruder aussehen ließ. Der Glockenspiel-Traum "No Surprises" fungiert kurz vor dem Ende als Haltegriff im tosenden Emotionsorkan.
Exit Gitarre: Auf dem Folgewerk "Kid A" drückte sich die Band ihre Halsschlagader selbst zu, indem sie Greenwoods Stamminstrument zu losem Beiwerk degradierte. Stattdessen entdeckte man das mit dem Theremin verwandte 20er Jahre-Instrument Ondes Martenot und präsentierte nie dagewesene, autistische Soundscapes, die den Begriff Rock endgültig ins Antiquariat schickte.
Dass der Band dennoch erst "Kid A" und nicht "OK Computer" den Durchbruch in den USA verschaffen sollte, ist nur eines der Mysterien dieser bis heute höchst relevanten Formation. Gleichzeitig war dies - mit Ausnahme von "In Rainbows" natürlich - die letzte Radiohead-Platte, die nicht vor der Veröffentlichung im Netz war.
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Ich find immer wieder erstaunlich wie kompliziert es ist den Sound von Radiohead zu beschreiben. Alex hat es aber gut hin bekommen. Ok Computer ist definitiv eines der genialsten Alben der Neunziger! Sowas kann man nicht immer in Worte fassen.
Das Radiohead es dem Hörer nicht leicht macht in die Musik einzutauchen, war für mich schon immer spannend. Das Gefühl was man hat, wenn sich die Melodien in den Kopf bohren, ist dann aber immer sehr faszinierend. Man kann da schon fast von einer Sucht nach diesem Feeling sprechen.
Wenn Musik so was schafft, ist doch der Stil egal. Ob nun Depri oder nicht.
jetzt rotiert hier wieder mal 'ok computer' und es ist so unfassbar eindringlich.
mehr kann musik nicht sein, als das hier.
Was für ne Gülle. Schönhören nennt sich das!
Die wurden Mitte der 90er mal gehypt und seitdem muss mal die sich, wenn man Ahnung von Musik haben will, schönhören.
Armseeliges rumgejauchze.
haha, ich mag seine lieblingsplatte nicht, jetzt mag er mich niucht mehr.
meine freunde mögen mich schon. im gegensatz zu ecuh habe ich nämlich welche.
du und all die spassvögel die nichts anderes zu tun haben als hier rumzuflennen.
vielleicht sogar alles, bis auf atom bomb
und find sie zum kotzen langweilig
Hast Du eine Ahnung von meinen Bands, Schw...?
Ich hab mehr Ahnung von U2, als Du von den Bands in meinem Profil. Und habe mir mehr Songs von Ihnen angehört und anhören müssen als Du ahnst. Ich habe diese Langweiler sogar live gesehen. Und selbst wenn ich das alles nicht getan hätte, würde ich mir das Recht heraus nehmen, diese Band
zu finden; auch wenn ich nicht alle B-Seite-Cover-Versionen von Paint It Black kenne. Die Version ist übrigens Kacke.
Hardcore DigGaOhne auf andere Posts einzugehen.
Für mich definitiv DAS rockalbum überhaupt. punkt.
Ich mag Radiohead auch nicht, muss ich auch nicht. Was ich mich aber eigentlich frage ist, welche Daseinsberechtigungen diese überteuerten Collectors Editions haben. Den Vogel schiessen da aber wohl Pearl Jam ab. Da kostet die "ten" Sammler Edition 140€.
EMI ist da mittlerweile schon sehr dreist. Nach dieser 7CD-Album-Box von 2007 und dem lauwarmen "Best Of" vom letzten Jahr wird jetzt der Backkatalog weiter konsequent verramscht. 
Ein gutes gemachtes B-Seiten-Album wäre sinnvoller und mir auch lieber gewesen.
für mich eines der größten alben der 90er.
exit music, karma police, lucky oder no surprises sind so dermaßen melancholisch brillianter stoff, wie man es sicherlich kompositorisch nicht mehr besser machen kann.
wenn man thom yorkes leicht quengeligen gesang nicht abkann, versteh ich das durchaus. ändert aber nichts an der qualität der songs.
wer das nicht bemerkt, hat einfach van goghs ohr für musik.
ich habe mir "o.k. computer" erst vor kurzem zugelegt. das album ist recht gut, aber eins der besten der 90er ? ne, ne ...
mir gefällt "kid a" besser und diese zwei alben reichen mir erst einmal von der band.
abgesehen von der pablo honey sind alle ein must-have!
wenn dir kid a gefällt, kommst du an der amnesiac ohnehin nicht vorbei.
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