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Die heilige Winsel-Walhalla der Radiohead-Kopflastigkeit hat mich wieder in ihre Arme genommen und tröstet mich nach meinem unglücklichen Ausflug in die elektrösen Niederungen profanen Arschwackelns. Mit "Hail To The Thief" bleiben die Oxforder den Beweis ihres musikalischen Genies nicht schuldig. Im Gegenteil. Ohne Frage euphorischer und leichter zugänglich als ihre zwar ebenso musikalisch brillanten, aber doch eher sperrigen Vorgänger "Kid A" und "Amnesiac" droht diese Platte vor Glück zu platzen. Für Radiohead-Verhältnisse.
"How Radiohead learned to stop worrying and enjoy being the best band in the world", kann der geneigte Konsument im ehrwürdigen TIME Magazine nachlesen. Treffender und schöner als mit dieser Titel-Abwandlung des Kubrick-Klassikers "Dr. Seltsam" kann man die Entwicklung der Band um Thom Yorke kaum beschreiben.
Der Opener "2+2=5" (ein Zitat aus George Orwells "1984") erinnert in seiner Hymnenhaftigkeit stark an die "The Bends"-Zeit. Nach einem ruhigen Piano-Intro krachen die Gitarren und spätestens dieser Klimax krönt den Song zu einem der stärksten Stücke auf dem Album. Auch im eher elektro-lastigen "Sit Down. Stand Up" setzen Thom Yorke und Kollegen auf das Moment der Steigerung. Alles wird mit laufender Spieldauer intensiviert und gipfelt in einem Beat-Gewitter, über das Thom Yorke rosenkranzartig die "Raindrops" herunter betet.
"Sail To The Moon" klingt ein wenig nach "Pyramid Song", kann aber dank offenhörbarem Zuwachs an Melodik und Zugänglichkeit noch mehr überzeugen als die "Amnesiac"-Vorab-Single. Nach der klaviergetragenen Ballade mögen einen die minimalistische Elektronik von "Backdrifts", das ständige Geblubber und die unruhigen Beats verunsichern, aber auch hier haben Radiohead an sich gearbeitet. Die Gesamtstrukturen ihrer Elektro-Experimente sind deutlich weniger ausgefranst als die Äquivalente auf "Kid A" oder "Amnesiac".
Lied Nummer fünf überrascht. Der gegen Ende schneller und härter werdende Acoustic-Rock-Track mit einprägsamen Gitarrenläufen wirft einen gedanklich in die "Pablo Honey"-Vergangenheit zurück. Fast schön üblich für voraussichtliche zweite Single-Auskopplungen ist bei "Go To Sleep" das Ausblend-Ende, welches - und ich wiederhole mich wahrlich ungern - nicht gerade die Kreativ-Plakette verdient hat.
Von Dinosauriern und Kannibalismus ("I will eat you alive. And there'll be no more lies.") handelt "Where I End And You Begin", dem schönsten 4:29 Minuten-Stück auf dem Album. Was spätenstens hier deutlich wird: Thom Yorke hat wieder Freude an seinem Stimmorgan, scheint nach den zwei Vorgänger-Alben wieder zu neuem Mut und Begeisterung gefunden haben.
Aufgenommen in L.A. darf der Hollywood-Bezug natürlich nicht fehlen. In "We Suck Young Blood" (Alternativtitel: "Your Time Is Up") ironisiert Thom Yorke den Promi-Kult, begleitet von nicht viel mehr als einem Klavier. Und plötzlich haben sich Boards Of Canada auf das Album verirrt. "The Gloaming" ist düstere Elektronik mit viel Gefrickel und Gefiepse. Lediglich beruhigt vom gebetsartigen Gesang entwickelt dieser Song jedoch unerwarteten Ohrwurm-Charakter.
Die erste Single "There There" ist mit 5:23 Minuten der längste Song auf dem Album. "Paranoid Android" auf tribal. Mogli Yorke im Guerilla-Underground-Style. Bietet mit "We are accidents waiting to happen" die wahrscheinlich schönste Textpraline auf "HTTT". Die Doppel-Inszenierung der leidenden Stimme und der Backing-Track, der schon in "Like Spinning Plates" ("Amnesiac") rückwärts verwendet wurde, evolutionieren das getragene, traurige "I Will" in einen choralen Vorschlaghammer. Tränen nicht ausgeschlossen.
Wieder klavierlastig zitiert "A Punch Up At The Wedding" mit seinem beatle-esken Basslauf längst vergangene "OK Computer"-Zeiten. Aber gleich im Anschluss kommt das Böse. "Myxomatosis", eine Krankheit, die durch Kaninchen übertragen wird. Sperrig und mit Finsterbass versehen klingt dieser Song wie "Idiotique" am Tag danach. Wahrlich beruhigend wirkt da "Scatterbrain", eine klassische Radiohead-Ballade. Thom Yorkes Laute schweben über einem einfach gestricken instrumentalen Lächeln, das sich entfernt mit dem hypnotischen "In Limbo" ("Kid A") vergleichen lässt.
"A Wolf At The Door" ist eher Radiohead-untypisch. In den Strophen stakkatohaft monierend scheint Thom Yorke mit seinen Vocals die Harmonie der Song-Instrumentierung bewusst stören zu wollen, um im Refrain wieder alle Gemüter zu beruhigen. Wieder ein imposantes Ende.
"Hail To The Thief" ist das bisher vielseitigste Radiohead-Album. "Plötzlich war in meinem Kopf alles klar", sagte Colin Greenwood nach der Lektüre von Haruki Murakamis "Mister Aufziehvogel" und wer das Buch und DIESES Album kennt, der weiß: dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Danke.
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*daumenhoch*
*korken knallen lass*
vielen dank erst mal an soulseek und reav aus der laut.bar, ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen. 
so. fies, fies, ich weiß. man macht geschenke nicht vor heiligabend auf.
sagt man. hält man aber doch nicht ein.
3 monate vor release halte selbst ich für ziemlich dreist. ich schwöre aber bei der laut.bar, dass ich mir die platte kaufen werde, also ist auch vorabsaugen gerechtfertigt.
und mal wieder haben sie alle genregrenzen gesprengt.
nicht back to the roots und auch nicht kid a III oder sowas.
was einen erwartet, hat jtr aus dem radiohead forum so beschrieben: "kid a + the bends + dark pop". trifft in etwa zu.
nicht mehr so viele elektronische ansätze, aber durchaus noch vorhanden. hier und da blitzt wieder die gute alte gitarre auf. die tracks haben wieder "konventionellere" songstrukturen, anders wie bei amnesiac. alles schummrig-traurig, aber was hätte man sonst erwartet... 
saugen! kaufen! hören!
kein problem mandarinchen, du solltester aber wissen dass es die ungemasterten mp3s sind.
Nigel Godrich:
"Its the rough mixes ....
some tracks not even finished.
aint that a bitch?
Not really what I'd want the world to hear, frankly.
boo."
freut mich aber trotzdem dass es dir gefällt, mir nämlich auch 
und gekaufts wirds sowieso (allein schon um die sammlung zu vervollständigen)
)ja das stimmt....Pablo Honey fidne ich ehrlich gesagt ziemlich ätzend.Und warum alle Leute so auf "creep2 stehen ist mir ein Rätsel..es gibt viel bessere Radiohead-songs!!
Ich bin schrecklich gespannt auf das neue Album..wenn es in Richtung O.k. Computer gehen würde....wäre schon großartig..
also, sagen wir mal, besser als ok computer - nun ja, fast. ich war eben total begeistert davon, jetzt muss es nur noch den vielhörer-test bestehen. aber dieses material hat echt verdammt viel in sich. aber vielleicht lasst uns erst mal die fertigen mixe/masters abwarten (oder vielleicht gar das release?) und dann mal urteilen.
übrigens finde ich, das album beinhaltet die besten teile aus allen radiohead-alben (außer pablo honey), setzt diese aber so geschickt ein, dass es schon wieder neu+anders klingt.
und von wegen special edition: da ist noch nichts bekannt, aber wir werden es sicher früh genug erfahren! einfach nur ab und an atease+greenplastic checken!
edit:
ach und übrigens zu pablo honey: ich denke, die meisten radiohead-fans haben nur was gegen creep, weil es überall so beliebt ist (ging mir auch mal so, irgendwie. da fragt man jemanden ob er radiohead kennt, und da kommt zurück - ja klar, creep. das nervt irgendwann.)
nichtsdestotrotz sind auch auf pablo honey ein paar gute lieder drauf - thinking about you, lurgee, i can't, blow out, und nicht zu vergessen eben creep, you, stop whispering + anyone can play guitar (obwohl viele leute diesen song hassen, ich weiß nur nicht warum)
wie auch immer, im vergleich zu den späteren alben klingt pablo honey natürlich unausgegoren (über weite strecken), wie ein frühwerk eben. aber für sich allein gesehen ist es sicher kein schlechtes album. aber auch kein besonders gutes. es bekäme eine 6 auf einer 10er skala.
Gottchen, die Ungeduld nagt. Von diesem Halbgare-Songs-aus-dem-Internet-saugen-Quatsch halte ich überhaupt nichts. Ich geb meinen Senf erst dazu, wenn das Album wirklich draußen ist -getreu dem Motto: Vorfreude ist die schönste Freude. Schade, dass es kein Radiohead-Kalender gibt, wo man jeden Tag ein Türchen öffnen darf 
hey, also "we suck young blood" ist wohl alles andere als ein totalausfall. nicht nur die athmosphäre ist absolut geil, sondern auch der jazzige höhepunkt machen den song doch zu einem absoluten highlight. also ich möchte echt wissen, was dir an dem song jetzt nicht gefällt.
edit:
übrigens, es wird eine special edition zu dem album geben. und auf vinyl kommt's auch raus. soll angeblich üppig sein, all das. wurde von stanley donwood bestätigt.
für den der gefragt hat.

ich hab hier an dieser stelle ne klitzekleine frage, die nichts mit dem thema zu tun hat.
auf welcher CD ist "worrywort" erschienen? ist es überhaupt erschienen? auf den regulären alben ist es ja nicht zu finden. genialer song. hab ich gestern runtergeladen...
ich denk mal, das mit dem einen lieblingslied von radiohead lässt sich nicht genau sagen (bei mir jedenfalls nicht). wir sprechen hier schließlich von RADIOHEAD und nicht von irgendeinem one hit wonder! meine lieblingssongs: "let down" "fake plastic trees" "high and dry" .....
jtr:
ach und übrigens zu pablo honey: ich denke, die meisten radiohead-fans haben nur was gegen creep, weil es überall so beliebt ist (ging mir auch mal so, irgendwie. da fragt man jemanden ob er radiohead kennt, und da kommt zurück - ja klar, creep. das nervt irgendwann.)
ja, das stimmt. aber ich glaube das kommt auch deswegen, weil "creep" ein eher (verzeiht den ausdruck) gewöhnliches lied ist, das auch von anderen bands kommen könnte. es ist eben so etwas wie ein hit und relativ untypisch für radiohead. ich bin auch durch "creep" auf radiohead aufmerksam geworden! es gibt aber weit bessere lieder =)
Hab gerade "There There" bei radiohead.tv gehört - hübscher Song, Thom's Stimme klingt hell und klar wie ich es liebe. Bin auf das Video gespannt, hab nur ein Bild gesehen. Thom zwischen Bäumen - brauner Teint (Make - up oder kalifornische Sonne), er sieht wirklich gut aus ;-)
Nur weil er ein hängendes Augenlied hat, muss er nicht häßlich sein. Er ist nicht die typische Männerschönheit wie Brad Pitt oder so und natürlich ist alles eine Frage des Geschmacks. Ich glaube, es gibt schon Fans, die Thom Yorke sexy finden (liegt bestimmt auch an seiner Stimme). Für seine Verhältnisse sieht er auf dem Bild aber gut aus, finde ich. Er hat ne schöne Nase und hohe Wangenknochen, Tom Cruise ist auch klein und Charisma ist immer noch wichtiger als der langweilige Anblick eines makellosen Gesichts. Und gut aussehend ist für mich nicht gleich hübsch (das wäre Mr Yorke objektiv gesehen nicht). Aber in der Band stehe ich mehr auf Ed O'Brien (tolle Figur, sehr männlich, müsste aber was mit seinen Haaren machen) und allg. auf Chris Martin (Coldplay).
Ich hoffe Radioheadfans kriegen jetzt nicht die Weißglut, wegen meinem Groupie-Geschwafel ;-) , die Musik interessiert mich mehr, sollte sie zufällig von gutaussehenden Männern stammen, hätte wohl keine Lady etwas dagegen...uuuups, jetzt werde ich bestimmt gehasst, aber hey, es gibt auch Frauen die stehen tatsächlich auf die Oasis-Brüder (nichts gegen fette Augenbrauen) ähm...sorry.
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