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Schmachtbarde R. Kelly schreibt einen Liebesbrief. Klar, dass da das höchste der Gefühle schon in der Trackliste aus jeder Zeile trieft. Sieben Mal "Love" in 14 Titeln - hier wird nicht gekleckert, hier wird geklotzt. In Herzform.
Selbst für R. Kellys schärfste Kritiker dürfte wohl außer Frage stehen, dass man es in ihm mit einem ganz außergewöhnlich gesegneten Sänger zu tun hat. An seiner Darbietung bleibt qualitativ entsprechend wenig auszusetzen. Mr. Kelly interpretiert seine Nummern ohne Tadel, schwoft stets sicher, souverän gar, über vertrautes R'n'B-Parkett. Das allerdings haben beflissene Produzenten allzu glatt gebohnert. Keine Staubfluse, kein Schweißtröpfchen trübt den Hochglanz.
Viel zu viel Beiwerk schmälert den guten Eindruck, den prachtvoll potente Bässe hinterlassen wollen. Darüber geworfene Klavierakkorde, Streicherschmonz oder die ewig klingelnden Chimes ersticken aufkeimendes Vergnügen im Keim. Wo das nicht genügt, schickt man den Orchester-Bulldozer: "Music Must Be A Lady" zeigt die verheerenden Schneisen, die dieser schlägt.
Wenig bis gar nicht abgelenkt von musikalischen Einfällen oder überraschenden Wendungen fällt das Augenmerk unweigerlich auf die inhaltliche Ödnis. Von "sweet dreams, butterflies, holding hands, side by side" kündet der jodelnd eröffnete "Love Letter" an die Damenwelt. "Cocktails, happy hours, wedding bells baby showers" - spätestens jetzt gelüstet mich mach einem zünftigen Insane Clown Posse-Track, "In Yo Face".
"Baby, you are the song of my life. And the sweetest melody." Track Nummer drei - und das Gefühl, dass der R. Kelly zur Verfügung stehende Wortschatz doch erheblich begrenzt ausfällt, lässt sich schon jetzt kaum noch abschütteln. "I love making love to your eyes": Macheten schwingende Clowns werden nicht mehr ausreichen, um die Bilder aus meinem Kopf zu vertreiben.
Von einem versierten Sänger erwarte ich - zumal wenn er auf dem Cover dermaßen frech auf Ray Charles macht - dass er Emotionen transportiert. Auf "Love Letter" tönt allerdings vollkommen gleich, ob R. Kelly von verzehrender aktueller, gerade im Schwinden begriffener oder längst erloschener Liebe singt.
Wo versucht wird, den Geist der Motown-Ära zu beschwören, bleibt "Love Letter" im Nachahmen stecken. Neues hat R. Kelly dem Bewährten offenbar nicht hinzuzufügen. So gerät auch seine am Ende versteckte Hommage an Michael Jackson zu einer zwar gekonnten, aber dennoch schnöden Imitation.
Spätestens, wenn die "wedding bells" und "baby showers" aus dem Titeltrack zum zweiten Mal im "Christmas Remix" aufgefahren werden, ist mir restlos klar, dass ich mir liebliche kleine Melodien wie diese tausendmal lieber in "Everybody Had A Hard Year" von März zu Gemüte führen mag. Der geradezu ekelhaft bemühte "Freestyle"-Part am Ende setzt ein dickes Ausrufezeichen unter diesen Entschluss.
Man könnte diesen "Love Letter" grußlos und ohne Bedauern dem Altpapier überantworten, gäbe es nicht die eine, die rühmliche Ausnahme. Ein einziger Track führt lebhaft vor Augen, was R. Kelly hätte liefern können, hätte er sich häufiger von herrschenden Urban-Schmalz-Konventionen befreit: Die unwirkliche, dreckige, ungemein bildhafte Story von "Taxi Cab" bietet seiner Stimme endlich die Kulisse, die sie eigentlich auf Albumlänge verdiente.
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Amen. Wenn schon nicht die musikalische, so hat er spätestens mit diesem Dokument also die gesellschaftliche Rehabilitation abgeschlossen. Obwohl, obs die musikalische wird, zeigt sich ja erst noch anhand der Verkaufszahlen, respektive der vielerorts revidierten Berichterstattung/Meinung zum Album, wenn die Scheibe erst mal läuft wie geschnitten Brot...
Das Cover erinnert mich an diese eine Zeile aus irgendeinem KIZ(?) Track. "Ich geb dir golden Shower und du schaust verzückt nach oben als wärst du Stevie Wonder" oder so ähnlich
@soulburn
Das Cover sieht für mich aber mehr nach Ray Charles aus. 
@Album
Entweder war seine Musik damals besser oder mein Musikgeschmack hat sich einfach stark verändert. Kann mit dem Album aber nicht wirklich was anfangen. 2/5 geht meiner Meinung nach in Ordnung.
"Am 15. Juni 2008 wurde R. Kelly sechs Jahre nach Anklageerhebung vom Vorwurf der Kinderpornografie freigesprochen. Zwölf Geschworene eines Bezirksgerichts in Chicago befanden Kelly in allen 14 Punkten der Anklage für unschuldig. Er war angeklagt, etwa zehn Jahre zuvor Geschlechtsverkehr mit einer damals 13-Jährigen gehabt und dies auf Video aufgenommen zu haben. Hauptbeweisstück war das Videoband, das ihn mit der Jugendlichen zeigen sollte. Kelly und das angebliche Opfer bestritten in dem Prozess erfolgreich, die darin gezeigten Personen zu sein"
Let me gonna pee pee// let me gonna poo poo // it´s the remix edition of a song about pissin....
R´n´B ist mitlerweile so Langweilig
@Shlumpf!
Ja, hatte ich später dann auch noch gesehen.
Wer zum Henker hat dem Album 5 Sterne gegeben? 
immer dieses rnb-hating
ich mein ich hab ja nix für justin bieber oder so übrig, aber alicia keys, beonce und so, nur um mal welche aus dem mainstream zu nennen, sind ja durchaus nicht schlecht, oder? btw ist das album von kelly glaub eher soulig, aber ich habs nicht gehört, GENAU WIE IHR!
ach scheiße, kinderficker... r.kelly, roman polanski, ggf. michael jackson, peter townshed ( und nein, mir kann keiner weiß machen das ein berühmter musiker seine kreditkartennummer nur aufgrund forschungszwecken an ne kinderficker seite preis gibt ), gary glitter... als ob das noch jemanden interessieren, immerhin fahren sie keine jeeps oder rauchen !
gurke und progg: jup, Alicia, Erykah und mit Abstrichen John Legend sind bekannte RnB/Soul-Größen die sehr klar gehen, abseits davon gibt es aber noch Tonnen mehr guten Stuff - nur halt nicht für die Charts, plastik-look-Videos und Co.. 
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