Porträt

laut.de-Biographie

Purity Ring

Mit finanzieller staatlicher Unterstützung wie die christlichen Abstinenzlergruppen unter George W. Bush braucht die Band nicht zu rechnen. Während der namensgebende Purity Ring unter dem ungeliebten Präsidenten in den Vereinigten Staaten mit Abermillionen subventioniert wurde und Stellvertreterfunktion für die reaktionäre Gesellschaftspolitik der Bush-Administration innehatte, gingen die Kanadier den Weg von unten.

Aus der Blogosphäre heraus, über ihre Tumblr-Webseite und via eines ersten Tracks namens "Ungirthed" erobern Producer Corin Roddick und Sängerin Megan James die Indiewelt Anfang 2011 lange vor ihrem Debüt "Shrines". Ähnlich wie bei The Knife oder Grimes ist der ätherische Witch House von Purity Ring unterkühlt und distanziert. Das Duo gibt dem verdunkelten Poptreiben etwas Unwirkliches und schwebt mit seinem verführerischen Sound zwischen Fiktion und Realität.

Unter dem Namen Gobble Gobble (später Born Gold) indierocken Roddick und James aus Edmonton eine kleine Young Adult-Ewigkeit vor sich hin, bis der gelernte Drummer anfängt, mit HipHop- und R&B-Beats zu experimentieren. Weil der Perfektionist aber auf Popmusik zielt und dafür noch die Stimme fehlt, fragt er Bandkollegin James nach Unterstützung. Die frühere Pianistin singt umgehend einige Zeilen ein. Die wiederum münden nach ausgiebiger Prozession durch Roddicks Computer in erwähntem "Ungirthed"– die Stunde Null für Purity Ring. Da schreiben wir Ende 2010.

Pitchfork zeigt sich sofort begeistert, holt den Act für diverse Liveshows auf seine Präsentatorbühnen und krönt ihn zum "Best New Act 2011". Das renommierte Indielabel 4AD, das sich zuvor bereits Grimes' Dienste gesichert hatte, nimmt 2012 schließlich auch Purity Ring unter Vertrag. Auf der Langspielpremiere präsentiert das 21-24-jährige Duo ab Mitte 2012 seine Version zeitgeistigen Future Pops.

James entrückter, hallschwangerer Gesang erschafft eine Atmosphäre, die der Guardian "Haunted House" nennt, umschlingt immer wieder die Subbässe aus dem "Lampionsynthie" - einem Bastard aus Synthesizer und Schlagzeug, den ihr männlicher Konterpart selbst erfunden hat. Dazu singt sie mit lieblicher Stimme Kinderlieder wie "Let it seep through your sockets … your precious fractured skull" und "I promise to drill little holes into my eyelids that I might see you sleep". Dann mal Gute Nacht!

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Purity Ring - Shrines: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2012 Shrines

Kritik von Matthias Manthe

Verstolperte Beats, die die elysische Stimme tragen. (0 Kommentare)

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