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Verschnaufpause is' nicht: Damit die Anhänger des Berliners nicht auf die Idee kommen, andere MCs auch nur in die Nähe der heimischen Stereoanlage zu lassen, versorgt Prinz Pi sie mit dem zweiten Appetizer zwischen seinem mächtigen "Donnerwetter" und dem nächsten Meilenstein, der Anfang 2008 erscheinen soll.
Eigenen Angaben zufolge ist es nicht die "Greatest Pornos", die hier einmal durch den Mixer der Royals wandert, sondern eher die "Pornofans Most Wanted". Sicher ein schönes Konzept, nur: "Pimp My Song" ging schon bei den Beginnern völlig in die Hose.
Allerdings beschert der Prinz - im Gegensatz zu den Hamburgern - seinen Jüngern auch echte Neuigkeiten: "Willkommen In Berlin" erneuert er mit klassicher Chillout-Atmosphäre und einem Part des jüngst dem Hofstaat beigetretenen Boba Fettt rundum. Bei "Liebes Lied" (aka "Prinzessin") ersetzt er das nervig gepitchte Sample durch eine theatralische Hook und motzt es durch Extrastrophen auf. Mit "Zeichen Der Weisen" vom Chefsache-Sampler, "Battleking" sowie "Ausser Kontrolle" von "Porno Privat" werden echte Raritäten aufgetischt. Komplettiert wird das Pornopaket mit dem Opener, dem Juice-Exclusive "Totentanz" und dem 333SDK-Lebenszeichen "Ausgang".
So schön das Konzept dieses Appetithäppchens auch anmutet, so kontrovers ist seine Umsetzung. Wer alleine das 2005er Mixtape "Guess Who's Back On The Street?" sein Eigen nennt, kennt bereits die Originalversionen der meisten Tracks, und die Neuinterpretationen können ihren Vorbildern in den seltensten Fällen das Wasser reichen. Der Lobgesang auf Uraltkonsolen "16 Bit vs. PS2" tauscht seine funky Staffage gegen ein düsteres Orgelspektakel. Das ist per se hübsch anzuhören, zielt aber völlig am Thema vorbei. Ähnlich verhält es sich mit der Karibik-Version zu "Ralle" oder der elektronischen Interpretation der Freundschaftsbekundung "Sash".
Was die Royals allerdings aus Tracks wie "Reiche Kinder" oder "Homie Hymne" machen, treibt mir Tränen in die Augen. Als Klassiker schritten sie in deren Hände, als völlig belangloser Füllstoff humpeln sie wieder heraus. Überhaupt schwankt der Grundtenor der vier Nachwuchsproduzenten stellenweise zwischen deutlich zu laid back und gehaltlos. Biztram hingegen garantiert weiterhin Qualität: Er schraubt u.a. mit "Willkommen In Berlin" musikalische Höhepunkte zusammen.
Bedenkt man das Niveau regulärer Pi-Platten, scheint mir "Zeitlos" - ebenso wie das vorhergehende Streetalbum - eher für hartgesottene Fans lohnend: Die bekommen allerdings eine Fülle textlicher Variationen und neuer oder schwer erhältlicher Tracks. Der Rest spart seine Moneten noch ein halbes Jahr und ersteht das nächste Studioalbum, dessen Arbeitsaufwand der Prinz im Interview als "höher als für Donnerwetter" einstufte.
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