Porträt

laut.de-Biographie

Princess Nokia

Call her Bruja, call her Tomboy, call her Wavy Spice, call her Princess Nokia: Destiny Nicole Frasqueri ist vieles, aber sicher nicht identitätslos. Aufgewachsen in den New Yorker Stadtteilen Spanish Harlem und Lower East Side ist sie früh in der Club-Szene aktiv, organisiert bereits mit 16 Partys und Go-Go-Tanzveranstaltungen.

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Das Leben in der Megacity prägt sie entscheidend: "Du bist draußen, um Spaß zu haben, gleichzeitig kommst du in Kontakt mit so vielen künstlerischen Menschen. Das ist New York. Ich bin kein Hip Hop-Buff – ich bin Hip Hop, weil ich eine schwarze Frau aus New York bin!"

In ihrer Jugend hört die 1992 geborene Destiny zwar am liebsten Punk, als sie älter wird, findet sie allerdings Zugang zur Rap-Kultur. 2010 nimmt sie ihren ersten Song "Destiny" auf und tritt damit 2012 an die Netzöffentlichkeit. Damals legt sie sich das Pseudonym Wavy Spice zu, unter dem sie fortan bei Konzerten die New Yorker Szeneclubs aufmischt.

Große Aufmerksamkeit erregt sie mit der Single "YAYA", den sie ihren puertorikanischen Taino-Vorfahren widmet. Schon als Kind beschäftigt sich Destiny intensiv mit traditionellen Bräuchen und Ritualen, letztendlich fließen auch musikalische Elemente der Eingeborenen-Kultur in ihre Musik ein.

Das Mixtape "Metallic Butterfly", das sie 2014 bereits unter dem Pseudonym Princess Nokia veröffentlicht, gerät zum stilistischen Sammelsurium. Klassischen Hip Hop sucht man vergebens, dafür experimentiert die Rapperin zum Beispiel mit Reggae.

Der ständige Spagat zwischen zeitgemäßer Beat-Produktion und der Integration traditioneller Versatzstücke begeistert nicht nur VICE, die Nokia perfektes Style-Blending und lyrische Perlen attestieren: "über alles von wahrer Liebe, über scharfen Feminismus und Individualität." Auf dem Cover prangt ein Anime-Mädchen, der Song "Dragons" ist von einer komplizierten Beziehung innerhalb der Fernsehserie "Game Of Thrones" inspiriert, gleichzeitig thematisiert die Künstlerin Spiritualität und reißt politische Themen an: Einflussgrenzen gibt es kaum.

Gerade diese Bandbreite erklärt teilweise auch die Entscheidung vom Pseudonym Wavy Spice zu Princess Nokia zu wechseln: "Als Princess Nokia kann ich multidimensionale Aspekte meines Selbst projizieren. Als Wavy Spice hätte ich diese nicht ausdrücken können", erklärt sie dem Bullet Magazine. "Ich mache weltliche Musik, Musik, die alle möglichen Leute ansprechen wird: Banjee-Mädchen aus Harlem, jugendliche Bräute im Nahen Osten, schwule Jungs in Ostasien. Labels spielen keine Rolle mehr!"

Bald hat sich Princess Nokia einen Ruf als Fürsprecherin der Minderheiten erarbeitet. Sie bekennt sich öffentlich zu ihrer Bisexualität, engagiert sich aktiv im Feminismus und LGBTIQ-Movement. Mit der Single "Tomboy" von der 2016 erscheinenden EP "1992" schafft sie eine Underground-Hymne für beide. Beim Roskilde Festival 2017 buchen die Veranstalter die inzwischen 25-Jährige nicht nur als Bühnenact, sondern auch als Panel-Rednerin im Rahmen des Jahresmottos "gender equality".

In der Zwischenzeit hat Destiny, die sich als Princess Nokia immer mehr Richtung Trap orientiert, unter ihrem bürgerlichen Namen das Projekt "Honeysuckle" realisiert. Darauf präsentiert sie sich wesentlich introvertierter als in ihrer Nokia-Persona, setzt häufig ihre Gesangsstimme ein und kreiert Soul-Vibes.

"Es überträgt sich einfach in meine Kunst, dass mein Geschmack und meine Interessen so weit gefächert sind. Viele verschiedene Charaktere und Projekte sind so entstanden und ich bin sehr stolz darauf", erklärt sie dem französischen Le Drone.

An gleicher Stelle legt sie ihr Kunstverständnis dar: "Künstler überschreiten die Konvention dessen, was jemand denken sollte. Ich bin Kunst. Ich spreche, ich atme: Das ist Kunst. Ja, ich bin aggressiv, sehr sogar. Wie viele Künstler. Sie sind leidenschaftlich! Sie lassen sich von niemandem etwas vorschreiben. Das macht Kunst aus!"

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