Porträt

laut.de-Biographie

Princess Chelsea

Princess Chelsea ist nicht wie man zunächst meinen könnte die Puppe von Roman Abramowitsch, seines Zeichens millionenschwerer Besitzer des englischen Fussballclubs FC Chelsea. Und auch aus dem Londoner Stadtteil stammt die Dame nicht. Nein, Princess Chelsea ist das Alter Ego der Neuseeländerin Chelsea Nikkel.

Die junge Auckländerin beginnt ihre musikalische Laufbahn klassisch mit Klavier- und Klarinetten-Unterricht. Schon bald entdeckt sie aber ihre Begeisterung für Gitarre und Schlagzeug und schreibt noch zu High-School-Zeiten ihren ersten eigenen Song "Monkey Eats Bananas".

Der 92er-Jahrgang experimentiert und probiert sich in den unterschiedlichsten Formationen und Sparten aus. Nach ihrem Abschluss gründet Chelsea mit zwei Freunden die Punk-Crew Teen Wolf, steigt später auch als Livemitglied bei den Brunettes ein und interpretiert schließlich als Aushilfe mit Disciples of Macca, einer Paul McCartney-Tribute-Truppe, Stücke von Wings und den Beatles in teilweise futuristisch anmutenden Neufassungen. Damit nicht genug engagieren The Cosbys sie als zeitweises Mitglied.

Mittlerweile hat Nikkel auch einen Vertrag mit Lil' Chief Records an Land gezogen und veröffentlicht anno 2011 mit gerade mal 19 Jahren ihr Langspiel-Debüt "Lil' Golden Book". Darauf regiert kurioser Pop. Mit dem Video zu "The Cigarette Duet" landet sie völlig überraschend einen Youtube-Hit. Der Track handelt von den unterschiedlichen Haltungen zweier Partner zum Thema Abhängigkeit.

Die eingängigen Melodien, die sie in vielfältige Arrangements bettet, ordnen viele dem Baroque-Pop bei. Vor allem Klavier und die feengleiche, spröde Stimme der Dame dominieren die Songs, die oft zwischen Sadcore und Ambientpop oszillieren. Darin finden immer wieder entrückte Synthieflächen und vereinzelt elektrische Schnipsel Einzug. Zusammen mit orchestralen Parts ergibt dieser schrille Cocktail einen cinematischen Sound, der in drei Jahren Heimarbeit entstanden ist.

Zuvor hat sich die Multiinstrumentalistin und Komponistin mit Produktions- und Soundtechnik auseinander gesetzt, um ohne fremde Hilfe an ihrem Sound feilen zu können. Inhaltlich erzählt Nikkel auf "Lil' Golden Book" vom Aufwachsen in Australiens Nachbarland, thematisiert aber auch gesellschfatskritisch den Technik-Hype im 21 Jahrhundert: In "Goodnight Little Robot Child" singt sie polemisch einen Laptop in den Schlaf.

Die Presse zieht ob ihres spacigen und doch rückwärtsgewandten Sounds Vergleiche zu Takako Minekawa und den Residents. Die Schreiberlinge ihres Labels wagen derweil etwas abstrusere Annäherungen. Demnach trifft in der Musik ihres Schützlings "der Soundtrack eines alten Disney-Films auf Kraftwerk, mit Enya als Frontfrau in einer 60er Jahre-Produktion von 'Les Miserables', die im Weltall spielt".

Die kritische Sicht auf moderne Medien behält Nikkel bei und veröffentlicht im Mai 2015 den Longplayer "The Great Cybernetic Depression". Als Fans der neuseeländischen Zuckerpop-Extravaganz haben sich bereits namhafte Künstler wie Alt-J oder Marina And The Diamonds geoutet.

Sie selbst nennt als Einflüsse Electronica-Vorreiter wie Daft Punk, Air und neben den Grimes das IDM-Duo Boards Of Canada. Nicht zuletzt listet sie auch Vertreter des klassischen Kanons wie Bach und Edvard Grieg, die Nikkel zu Beginn geprägt haben.

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