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In Jim Beatties Schlafzimmer gründen der Zimmerbesitzer sowie Bobby Gillespie 1982 nach einer gemeinsamen Jamsession die Band Primal Scream. Nach The Jesus And Mary Chain sind die Schotten die zweite Combo auf Alan McGees Label Creation Records, das im Jahr 2000 aufgelöst werden sollte.
Bobby freundet sich mit den Labelkollegen an und steigt kurzzeitig als Drummer auf einer Tour beider Bands ein. Das Angebot seiner Kumpels, künftig bei ihnen die Felle zu dreschen, lehnt er mit der Begründung ab, sich verstärkt um die Belange von Primal Scream kümmern zu wollen.
1986 wird die Band erstmals durch ein Feature auf einem Sampler ("C86") des britischen Musikmagazins NME einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Im folgenden Jahr erscheint das Debüt "Sonic Flower Groove", eine von Indierock-Gitarrengeschrammel und Rockmucke dominierte Scheibe, die keinen großen Anklang findet. Aus Frust darüber verlässt Jim Beattie Primal Scream.
Die folgende selbstbetitelte Platte stellt einen Rock'n'Roll-Bastard dar, irgendwo zwischen den Rolling Stones, The Stooges und MC5, und trifft auf noch weniger Gegenliebe als der Vorgänger.
Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre kommt aus dem britischen Underground ein neuer Musikstil aus Rock und Dancemusik in die Charts, angeführt von den Happy Mondays und den Stone Roses.
Davon völlig fasziniert gibt die Band einem befreundeten Musikerkollegen, nämlich Andrew Weatherall (einem der Two Lone Swordsmen), den Auftrag, den Track "I'm Losing More Than I'll Ever Have" vom zweiten Album zu remixen. Das Ergebnis ist ein völlig umgekrempeltes Stück, das unter dem neuen Titel "Loaded" vom Underground begeistert aufgenommen wird.
Das dritte Album "Screamadelica", u.a. von Weatherall und The Orb produziert, bringt Primal Scream den Durchbruch im Vereinigten Königreich. Denn der Psychedelic Dancerock kommt bei Kritik und Hörerschaft gleichermaßen gut an und 1992 staubt die Band sogar den Mercury Music Prize der Industrie ab.
Komischerweise kehren Primal Scream zum danach eher antiquierten Sound von Jagger & Co. zurück, was bei den neu gewonnenen Fans nicht gerade Begeisterungsstürme entfacht. 1996 läuft "Trainspotting" in den Kinos an und Primal Scream liefern den Titeltrack ab, der gleichzeitig die Rückkehr zu Dancerock und wieder mehr Credibility beim Publikum bringt.
Die Kritiker sind mit "The Scream" wieder versöhnt, da "Vanishing Point" einen gesunden Mix aus dunklem Dub, Dance und Rock anbietet. Ex-Stone Roses Bassist Gary "Mani" Mounfield gefällt die Zusammenarbeit beim Track "Kowalski" und entschließt sich, der Band beizutreten. "XTRMNTR", in dem sehr kritische Töne angeschlagen werden, setzt den vorher eingeschlagenen Weg konsequent fort, und die Schotten gewinnen Kevin Shields von My Bloody Valentine kann als neues Bandmitglied.
Vor der Veröffentlichung von "Evil Heat" legen die Alternativ-Rocker eine saubere Kehrtwende hin: Sie nehmen das umstrittene "Bomb The Pentagon" komplett neu auf, der Song bekommt teilweise neue Lyrics und den neuen Namen "Rise". In seiner Originalfassung war der kurz vor dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September fertig gestellte Song eine wütende Attacke auf die US-Außenpolitik. Doch nun will sich die Band angeblich von der Politik abwenden.
Während Bandleader Bobby Gillespie jeden Kommentar verweigerte, lässt sich Bassist Mani vom britischen NME zitieren: "Auch wenn das billig klingt, wir wollen mit unserer neuen Platte einfach nur zeigen, wie schön das Leben ist", verteidigte er den plötzlichen Sinneswandel der Band, die eigentlich für ihre teilweise extremen politischen Ansichten bekannt ist.
2006 erscheint nach längerer Album-Pause das Werk "Riot City Blues". Der Titel deutet es bereits an: Die Scream-Gang hat die Elektronik Elektronik sein lassen und sich auf die eigenen Gitarrenwurzeln besinnt. Nach Kate Moss und Robert Plant auf "Evil Heat" laden die Schotten diesmal Kate Mosshart von The Kills und Echo & The Bunnymen-Gitarrist Will Sergeant ins Studio.
Primal Scream haben sich im Laufe der Jahre zu einem musikalischen Chamäleon entwickelt, das je nach Gebot der Zeit Dance-, Dancerock- oder Gitarrenmusikliebhaber bedient.
The Riot City Blues Tour (2007)
Best (2003)
Echo Dek (1997), Vanishing Point (1997), Give Out But Don't Give Up (1994), Screamadelica (1991), Primal Scream (1989), Sonic Flower Groove (1987)
14,90 €
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