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Mysteriös war das schon irgendwie. Im sich ankündigenden Frühling 2005 fand ich eine Platte in meinem Briefkasten. Von einem Pete Philly & Perquisite hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nie gehört. Aber die Aufmachung sprach mich sofort an. Pappcover im erdigen Braun gehalten. Eines dieser Alben, die man im Plattenladen (R.I.P.) aus dem Regal holt, weil sie sich optisch verheißungsvoll geben.
Die Information blieb aber dünn: ein Rap-Duo aus Holland, ein Feature mit Talib Kweli, viel mehr nicht. Nach etwa 72 Minuten befand ich mich im Zustand fast absoluter Zufriedenheit. "Mindstate" war herrlich leicht greifbar, aber nicht kurzweilig. Ehrlich und schlichtweg schön. Knapp zweieinhalb Jahre und 59 Minuten später geht es mir genauso. "Mystery Repeats"!
Was Peter Perquin und Pieter Monzon hier veranstalten, zeugt von innerer Zufriedenheit, von Ausgeglichenheit. Hier passiert Rap, der so spielerisch klingt, als hätte ihn das holländische Duo in jenem Alter gemacht, das auf den Cover-Bildern erkennbar ist - kindliche Unbefangenheit birgt scheinbar Potential für wirklich freie Entfaltung. Eine Zeit, in der man tatsächlich die Möglichkeiten hat, das zu machen, worauf man Lust hat.
Dabei nimmt der Perquisite'sche Musik-Kosmos mehr Anleihen von der alten Zeit als von der jüngeren. "Fish To Fry" bettet einen straighten Drumloop etwa auf ein lockerstes Jazz-Piano und Handbass-Lauf. In "Believer" schunkelt sich dieses Ensemble sogar noch weiter in klassische Swing-Gefilde, dass die Fußsohlen gar nicht anders können, als tappend dem Takt zu folgen. "High Tide" verzichtet schließlich fast gänzlich auf störendes Beiwerk und unterlegt Pete Phillys Raps mit staubig aufgebrachtem Piano.
Hier wird so wunderbar sauber auf Hip Hop-Konventionen und Rap-Plattitüden geschissen, dass man sich mit der Klobürste die Zähne putzen würde. Peinlich ist ruhiger und gefühlvoller Rap nämlich nur dann, wenn er falsch gemacht wird. Dass das richtig umgesetzte Konzept von Pete & Perq zusätzlich zur hohen Qualität sogar Abnehmer finden kann, zeigten sie vor wenigen Monaten in ihrer Heimat Holland. Dort stieg "Mystery Repeats" auf Platz Zwei der Charts ein – sogar vor Kanye West und 50 Cent.
Pete Philly & Perquisite machen eben Musik, auf die man sich im Kollektiv einigen kann. So langweilig das aber im Normalfall eigentlich klingt, so weit sind die zwei Holländer von einem gewöhnlichen Schnittmengen-Sound entfernt. Perquisites Streicher, seine Basslines und die tonangebenden, aber nie überzogenen Drums sind Werkzeuge eines Musikers, der Stimmungen zu schaffen weiß. Stimmungen, die verstanden werden können.
Doch auch ohne diese Bausteine funktioniert es ganz hervorragend. Für das Intro schnipselte er Pete Phillys Beatbox-Versuche etwa zu einem simplen Instrumental zusammen: "Clap Kick Flow" - ein Gesamtkonzept so simpel und doch so gut. Im Gegensatz dazu brilliert Perq mit "Traveller" schließlich vielschichtig auf seiner musikalischen Respektsbekundung gegenüber verschiedener Weltmusik-Einflüsse.
Nach wie vor mimt Pete Philly zusätzlich für Hooks und Bridges den Sänger und nach wie vor passt das besser ins stimmige Gesamtbild als eine möglicherweise stimmgewaltigere und zu perfekt klingende Alternative. "Last Love Song" erinnert dank dieses Gesangs und eines treibenden Beats fast schon an die Tage, als man in London noch zu Craig David und 2- anstatt zu Burial und Dub-Step ravete.
Ehrlich gesagt nimmt der Rapper auf "Mystery Repeats" im holländischen Team sogar eher die Rolle im Hintergrund ein. Waren auf "Mindstate" seine sympathischen Storys noch tragender Bestandteil, steckt Pete diesmal richtig zurück. So ersetzt mal ein Flöten-Solo und mal eine Violine seine Strophe; über weite Strecken agiert er mehr als Beiwerk und nicht als tonangebende Kraft. Nicht weil ihm die nötigen Fertigkeiten fehlten, sondern weil der Mann, der mit sich im Reinen ist, eben weiß, wann er seine Stimme erhebt und wann er besser schweigt.
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Jedoch hätte dies Album, auch wenn 10 nicht möglich wären, zumindest eine glatte 5er Wertung verdient. Diese Art von "musikalischem" Hiphop ist wahrscheinlich in den letzten 1-2 Jahren in nur einer Hand von einzelnen Liedern überhaupt zu finden (vllt bei Guru oder..ka). Aber auch bei den Liedern kann dem Pete kaum einer das Wasser reichen, was die Dynamik und Gestaltung durch Stimme angeht. Für mich ist dies Album nach Mindstate (und Remindstate), also seit etwa 3-4 Monaten, einfach wieder der absolute Überknaller und da kommen auch kein Wu-Tang oda Massiv oda KIZ oda sonsteiner der synthi-Fragtion ran...


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