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Es ist furchteinflößend, dieses Gefühl, keine Frage. Vor mir liegt ein Pearl Jam-Livepaket namens "Live At The Gorge 05/06", das ich besprechen soll. Umfang: Sieben CDs, exakt 100 Songs, gespielt auf drei Konzerten 2005 und 2006, immer an ein und demselben Ort, einem der/die/das Gorge, vorgetragen von einer der besten Rockbands unserer Zeit (sagen ältere Semester) mit einem der charismatischsten Sänger unserer Zeit (sagen Journalisten, denen nix anderes einfällt).
Beim erneuten Durchlesen des letzten Satzes ist eigentlich zuerst mal die Definition des Begriffs Zeit interessant, wie eine selbst erlebte und hier leicht gekürzte Anekdote aus dem öffentlichen Konstanzer Straßenverkehr zur Headliner-Position der Band auf dem Southside Festival verdeutlichen soll.
Teenie 1: "Gehste auch aufs Southside? Spielen ja Hammer-Bands!" Teenie 2: "Klar, Bloc Party und Manson, wird super! Nur von diesem einen Headliner hab ich noch nie was gehört, Pearl Jam." Teenie 1: "Nö, ich auch nich!".
Vor Ort auf der schwäbischen Alb zeichnete sich das Bekanntheitsgefälle der Band bei der Tauschbörsengeneration dann dergestalt ab, als dass zunächst partout keine Stimmung aufkommen wollte, trotz des eigentlich mächtigen Starts mit "Go", "Do The Evolution" und "Animal".
Erst mit dem Bekenntnis zum Gaspedal erspielten sich die Grunge-Rocker im Laufe des Sets die Gunst der Festivalcrowd und spätestens bei "Alive" und "Even Flow" in den Zugaben lagen sich alle in den Armen.
Dies kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Pearl Jam-Alben im aktuellen Jahrzehnt keine Kassenmagneten mehr darstellen. Das Quintett aus Seattle scheint sich vielmehr - wie einst das große Idol Neil Young nach "Harvest" - in einer kommerziell mäßig aufregenden, künstlerisch aber recht fruchtbaren Übergangsphase zu befinden, die so lange Bestand haben wird, bis irgendwann die Naturgewalten eines Revivals der (jungen) Öffentlichkeit den Blick auf den reichhaltigen Grungerock-Wissenskanon (auf iTunes) über Nacht freimachen.
Bis dahin muss Eddie Vedder nach heutigem Stand noch einige Flaschen Rotwein auf den Bühnen dieser Welt öffnen, was ihm übrigens mit wiedererlangter Bonvivant-Lockenpracht und kauzigem Stoppelbart-Look weitaus besser steht, als etwa dem bleichen Conor Oberst, bei dem jene Stimulanzien gewöhnlich statt Zusatz-Adrenalin Laberflashs mobilisieren.
Aber zurück zur eingangs beschriebenen Rezensionsfurcht, die ich bis hierher ja noch einigermaßen im Taschenspieler-Style mit schwammigen Produkten meiner Phantasie vor euch verbergen konnte, die sich aber noch immer aus dem sicheren Wissen speist, dem zehn Meter langen Tracklist-Kasten niemals eine adäquate Masse an Zeichen entgegen setzen zu können.
Aber hilft ja nix. Also: Die Gorge ist eine Felsschlucht am Rande des Columbia Rivers, die etwa 200 Kilometer östlich von Pearl Jams Heimat Seattle verläuft und in einem Tal liegt, das den Bundesstaat Washington weitgehend vom Nachbarn Oregon abgrenzt. Das dort platzierte 25.000 Mann-Freiluftareal zwischen Fluss, Steilfelsen und Gerölllandschaft wird in Umfragen seit Jahren immer wieder zum schönsten Outdoor-Festival Nordamerikas gewählt.
Ein Platz also, wie geschaffen für Rock'n'Roll-Naturburschen der Sorte Pearl Jam, deren Lieblingscoverversion "Rockin' In The Free World" wohl nur an wenigen anderen Orten der Welt in einem passenderen Ambiente hinausgeschrien werden kann. Auch wenn diese berühmte Zeile jemand missverstanden haben muss, da dieses idyllische Fleckchen Erde demnächst Nickelback entweihen werden.
Und falls es noch jemanden interessiert: Natürlich sind die auf sieben CDs versammelten Konzerte vom 1. September 2005, dem 22. Juli 2006 und dem 23. Juli 2006 allesamt absolut hörenswert und lassen kaum Kritikpunkte zu, selbst wenn einige Songs naturgemäß doppelt vertreten sind. Schon der Dumpingpreis von rund 32 Euro für siebeneinhalb Stunden Musik spricht eine deutliche Sprache.
Wie es der Zufall will, sind die drei Gorge-Shows die am häufigsten heruntergeladenen Shows, seitdem die Amis 2005 mit dem Verkauf ihrer digitalen Bootlegs begannen. Das mag für die fanorientierte Service-Band Pearl Jam Grund genug für eine Veröffentlichung sein, ihr Stammlabel SonyBMG dürfte dagegen dem Himmel gedankt haben, dass dieses unrentable Unterfangen der Konkurrenz aufgebürdet wurde.
Würde ich zu einem Ranking der vorliegenden Konzerte gezwungen, müsste ich den 37 Songs langen 2005er Gig aufs Siegertreppchen hieven, der nicht nur mit der Ramones-Hymne "I Believe In Miracles" unüblich startet, sondern auch mit einem gut aufgelegten Eddie Vedder. Morgen und übermorgen spiele hier an Ort und Stelle "der großartige Tom Petty", steckt er den Fans und da dessen Hotel nicht weit entfernt läge und er alles hören könne, wolle man ihm nun ein bisschen "sunset music" kredenzen, aber eines sei auch klar: "Tom, du wirst heute Nacht nicht schlafen!" Laute Riffattacken bleiben jedoch erstmal Fehlanzeige, dafür gibts Balladen-Killer wie "Elderly Woman ..." aka "Small Town", "I Am Mine" oder "Off He Goes", in dem sich Vedder herrlich versingt.
Hauptgrund für die Download-Attraktivität der Gorge-Bootlegs dürften neben der besonderen Atmosphäre indes die dort vorgetragenen Live-Raritäten gewesen sein: "Crazy Mary" (vom Tribute für Victoria Williams 1993), die Fanclub-Weihnachtssingle "Crown Of Thorns" oder der grandiose Funkbrecher "Dirty Frank"; es fehlt eigentlich an nichts. Zaungast Petty darf sich schließlich über eine halbakustische Version seines Songs "I Won't Back Down" freuen, das im Verbund mit den textsicheren Zuschauern den bei Pearl Jam-Konzerten obligatorischen Gänsehaut-Faktor liefert.
"Yellow Ledbetter", die B-Seite von "Jeremy" und Stammnummer im PJ-Liveset, darf nur beim 2005er Konzert nicht den Rausschmeißer spielen. Dort nötigen sie uns den Who-Heuler "Baba O'Riley" auf, der mich nach wie vor nicht berührt. Falsche Generation. Die Fans singen dagegen begeistert mit. So fühlten sich also die Kids neulich beim Southside.
Überhaupt, die Pearl Jam-Fans: Ein Herz aus Stahl müssen all jene besitzen, denen es bei den den lautstarken Publikums-Chören, initiiert vom großen Dramatiker Vedder, nicht eiskalt den Rücken runter läuft. "Animal", "Even Flow" und "Better Man" (alle 23.6.) sind solche herzzerreißenden Beispiele. "Rats" und "Do The Evolution" die in Stein gemeißelten Belege dafür, dass Pearl Jam als Rockband auch für die nächsten zwanzig Jahre unverzichtbar sind. Zumal mit solch lockeren Sprüchen vom Chef: Sein lockeres Outfit sei der Hitze geschuldet und nicht etwa ein Versuch "to restart grunge fashion", so Vedder.
Äh, habe ich etwa die Tracklist eingeholt? Dabei werde ich doch gar nicht nach Zeichen bezahlt. Trotzdem muss noch die Leistung Vedders hervor gehoben werden, ernste, politische Themen ohne besserwisserischen Gestus auf der einen oder ekelerregendes Pathos auf der anderen Seite vorzubringen. Man höre nur seinen Appell an die Soldaten im Mittleren Osten vor "Army Reserve". Das bekäme Bono nicht mal mit nem Manuskript hin. Das solls jetzt aber gewesen sein. Ich glaube es ist alles gesagt. Hardcore-Fans, belehrt mich im Forum!
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Pearl Jam - Live at the Gorge 05/06 | Infos (Lieferzeit/Service) | €34,99 | €0,00 | €34,99 |
Hab das Album seit dem Erscheinungstermin (22.06.2007) und seither läuft die 7 Silberlinge rauf und runter. Einfach phantastisch was die "Alt-Rocker" hier bieten. Da sollten sich die meisten möchtegern Rocker der heutigen Generation eine gehörige Scheibe abschneiden. Und falls ihr meint ich bin ein Altersack der nur in Nostalgie verfählt darf ich anmerken, dass ich 21 bin und trotzdem die Musik der späten 80er und frühen 90er jeder neuen Linkin Park, Stone Sour usw. vorziehe.
Für mich eigentlich unverständlich warum es für diese Livesammlung keine 5 Punkte von der Redaktion bekommt.
Zum Abschluss bleibt mir nur noch zu sagen. Pearl Jam you are still alive!
Habe die CDs leider erst gestern abend hören können, was dazu führte das ich die Nacht nicht geschlafen habe! Nach dem Konzert am 21.06 in D-Dorf war das CD-Pack genau das richtige um wieder und wieder die Pearl-Jam-typische Gänsehaut hervorzurufen!
Und ich bin ebenso wie mein Vorredner kein Altrocker sondern zarte 18 Jahre alt
Pearl Jam you are still alive!
Und zu dem Satz "Das bekäme Bono nicht mal mit nem Manuskript hin." sage ich nur folgendes: http://www.youtube.com/watch?v=PE15kXjp3kA
/edit: man sollte auch noch das meiner meinung nach geniale Artwork erwähnen! Leider muss das CD-Pack ohne Release Me, Wishlist und Long Road auskommen trotzdem sind 5/5 Sterne das mindeste was man hier geben muss!
Um dieser abgef.... Jugend mal ordentlich in den Arsch zu treten, sollte jedem Neugeborenen dieses 7 CD Set in die Wiege gelegt werden. Kein Wunder das aus denen heute nichts wird - bei der aktuellen Musik. Mehr Rock, mehr Stimmung, mehr geile Songs geht hier einfach nicht. Pearl Jam könnten besoffen und nackig auftreten, es wäre immer noch mehr Stimmung da als bei anderen Bands.
Beim Hurricane Festival haben Sie wieder gezeigt was Sache ist. Also liebe Eltern, investiert 30 € für eure Kinder - in die Zukunft.....
Let´s rock it!
wie kommt es eigentlich zu dieser seltsamen pearl jam = altrocker-debatte? die jungs sind um die 40, ihre fans meist jünger.
war übrigens auch in düsseldorf und werde mir wie anduril das box-set als erinnerung an einen unvergesslichen abend zulegen. auch wenn z.B. indifference oder immortality fehlen, allein die jam-sessions in liedern der ten-phase bringen schon die ein oder andere träne hervor.
An meinen vorredner von wegen Altrocker aber Fans meistens jünger etc...
Also ich für meinen Teil kam mir mit 18 ziemlich "verloren" vor auf dem Konzert und ich würd sagen das die meisten so 30-35 waren und Anfang der 90er waren die dann halt in dem Alter als das man mit Pearl Jam groß wurd... Deswegen würd ich sagen das die meisten Fans wohl Fans der ersten Stunde sind
es stimmt schon, die meisten waren zumindest studenten... ich bin etwa in deinem alter, da wären wir zumindest schon mal zwei
.
mit meinem freund wären es 4
. so einsam waren wir gar nicht...
hast du eigentlich schon alle 7 cds gehört?
Beim Hurricane Festival haben Sie wieder gezeigt was Sache ist. Also liebe Eltern, investiert 30 € für eure Kinder - in die Zukunft.....

booklet fehlt, aber dafür ist das artwork selten genial(auf so ein paar bilder von eddie&co im booklet verzichte ich gerne für so ein artwork)! und im pearl-jam-kontext ist ein live-album keine neuheit aber was soll daran so schlecht sein wenn PJ eine der besten live-bands ist?!
und wie du gesagt hast ist die box aus sicht eines fans in sachen auswahl der songs wahnsinn, warum sollte man dann nicht 5punkte vergeben?!

wenn du es so siehst ..
jetztes einzelne konzert das sie spielen
geh auf www.pearljam.com, da kann man alle kaufen

Da war ich doch gestern im Media-Markt.
Suche nach der Pearl Jam, finde sie, schaue drauf, lege sie verstört wieder zurück und gehe etwas benommen wieder gen Ausgang.
Erst jetzt wage ich darüber zu schreiben:
Der verf***** Media will doch tatsächlich 75,- (in Worten: fünfundsiebzig) Euro für die Scheiben haben!
Ok, die bauen gerade um und brauchen das Geld ... versuchte ich mich anzulügen ... der Angstschweiß aber sprach eine andere Sprache ... 40 hätt ich ja noch investiert - aber 75 ist einfach dreist, was meint ihr?
Nein, liebe Leute - brauche ich eine Brille, von der ich nichts weiß oder hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Verstörte Grüße, 8-/
Chris
Hmm, ich war gestern bei Media Markt und die wollten 31,99 dafür haben 
2 Stück liegen noch da, für je 75 €. Und da scheinen sie noch ne Weile zu liegen - bis sie als Schnäppchen für 50 € angeboten werden! LOL
Dachte, die hätten überall die gleichen Preise?
Well, dann werd ich da mal hinfahren und die Damen und Herren aufklären ...
Ich hätte mich ja wie ein Schneekönig über das selbige vieleicht als DVD gefreut aber das wär wohl noch ein hauch teurer
Lustig, genau so haben die Neil Young Hörer '96 über Pearl Jam gesprochen um Ihnen am liebsten noch ne Zappa Platte untergeschoben.
"Yeah, das rockt wenigstens!!!"
Die "aktuelle Musik" ist ist eben für die aktuelle Jugend. Wenn man sich damit nicht befasst bleibt man in seiner eigenen Jugend stecken. Du hast den Anschluss verpasst.
Du bist raus, Erwachsener! 
Was bist den für ein Vogel. Schau die mal deine Lieblingsbands an!
Mein Eintrag war eher ironisch gemeint - und trotzdem steckt ein bisschen ernst gemeinter Hintergrund in dem Eintrag. Schaue dir doch die ganzen gefakten Bands in den Charts an - und die vielen guten Bands die einfach keine Chance im Radio oder bei den Plattenfirmen erhalten...
Und es gibt nichts schöneres als geile Typen mit Gitarren und den Arsch voller Rock´n´Roll...
Denk mal drüber nach... 

Ich gehöre wohl auch zum alten Eisen und habe Pearl Jam von Anfang an gehört, aber diese abgegessene Debatte über "früher war Musik noch Musik" und "früher waren Bands noch ehrlich" ist doch Bockmist! Pearl Jam rocken - heut wie früher und zwar jung und alt!
Ein Traum von einer "Live-Box" (um mal wieder das richtige Thema anzukratzen)
Und, früher war nicht alles besser 
Ja das seh ich auch so! Nur damals war alles besser weil all die Grunge like Nirvana und PJ oder Soundgarden hörten, schwere Kiffer waren und der Höhepunkt war das sich Kurt die Schädel wegballerte. Aber die richtige geilen Bands in den 90 er waren Rage against the Machine, Ice T & Body Count und auch nicht zu vergessen war U2 Achtung Baby mit ZOO TV.
Das vermisse ich heute irgendwie und deshalb gehe ich immer noch auf U2 oder Pearl Jam Konzerten. Wo man dann auch wieder sagen muss das diese dann auch gute Vorgruppen haben wie Snow Patrol oder Kings of Leon und Linkin Park ist ja auch nicht schlecht.
Aber es ist richtig zwischen 17 und 23 wird man von der Musik geprägt, allerdings hört mein 10 jähiger Sohn Kiss, wharscheinlich wegen der Bemalung und meine Tochter steht halt auf den ganzen Dancescheiss und diese DSDS Mist, da muss ich wirklich mal mit Ihr reden.
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