Porträt

laut.de-Biographie

Pavlov's Dog

Pavlov's Dog sind ein Unikum im Universum der Progrock-Bands. Obwohl in ihrer Heimat, den USA, geschätzt und respektiert, genießen sie in Deutschland und England eine teils kultische Heldenverehrung. Kein Wunder, unterscheiden sie sich doch gewaltig von den allermeisten Proggern und haben schaufelweise Krautrock im Gepäck.

Fasziniert vom Pawlowschen Experiment gründen David Surkamp (Gesang und Gitarre), Steve Scorfina (Leadgitarre), Mike Safron (Schlagzeug), Rick Stockton (E-Bass), David Hamilton (Keyboard), Doug Rayburn (Mellotron und Flöte) und Sigfried Carver die Combo 1972. Neben dem Kern Surkamp und Safron hat vor allem Carver eine Schlüsselposition inne. Er spielt diverse Streichinstrumente und einen eigentümlichen, selbst entwickelten Bastard aus Gitarre und Violine.

Unverwechselbares Markenzeichen von PD ist der extrem hohe Falsettgesang Surkamps. Die Tonlage seine Organs liegt irgendwo zwischen Farinelli und Tiny Tim. Wie ein Skalpell zerschneidet seine Stimme die harten Rocksongs. Die Musik mischt lupenreinen Prog mit typischem US-Hardrock und jazzigen, klassischen und folkenden Tupfern. Die Melange ergibt den krautigen Gesamteindruck.

Bereits das 1975 erscheinende Debüt "Pampered Menial" weist die Amerikaner als inspirierte Genrehelden aus. Trotz der musikalischen Qualität hält das Pawlowsche Hunderudel nicht lang gemeinsam durch. Sigfried Carver verlässt die Band. Sein Abgang ist der Beginn einer Jahrzehnte währenden Rotation mit zwischenzeitlichen Auflösungserscheiungen.

Doch das Duo Surkamp/Safron hält gemeinsam durch und macht aus der Not eine schicke Tugend. Wegen des hohen Respekts, den sie in Musikerkreisen genießen geben sich nicht wenige Stars gern die Klinke in die Hand, um schicke Gastrollen auszufüllen. So etwa Jazzguru Michael Brecker oder Bill Bruford von Yes. Die Unterschiedlichkeit der Edelgäste hält Sound, Arrangements und Struktur ihrer Lieder frisch und abwechslungsreich.

Auch nach dem Fortgang Sigfried Carvers bleibt dieser als imaginärer Einfluss präsent. Sogar über den Tod hinaus. Bereits 2009 in Kansas 60-jährig verstorben, ehren sie den toten Freund mit der Widmung des 2010 erscheinenden Studioalbums "Echo & Boo". Die LP funktioniert als echte Comeback-Scheibe und kann Szeneerfolge verbuchen.

So viel Glück hatten Pavlov's Dog nicht immer beim Bezug auf Carver. Das mit seinem Namen kokettierende dritte Album "Has Anyone Here Seen Sigfried?" (1977) gilt allgemein als ihr bestes Werk neben dem Erstling. Aus Angst vor einem kommerziellen Flop verschmähte ihr damaliges Label die Platte jedoch und lehnte eine Veröffentlichung ab. Es folgt ein jahrzehntelanges Dasein als Bootleg und Sammlerstück. Legal erscheint die Scheibe erstmals 2007 in kleinster Stückzahl. Erst 2014 kommt das Album in angemessenem Sound und mit diversen Bonustracks heraus.

Alben

Surftipps

  • Pavlov's dog

    Offizielle Webpräsenz

    https://www.facebook.com/pavlovsdogband