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Rap-Schwergewicht Massiv wurde vor kurzem im Rahmen einer Hip Hop-Tour von verschiedenen internationalen Kultureinrichtungen in seine Heimat Palästina entsandt. Nun hagelt es Kritik aus Politikerreihen.
Ramallah (max) - In Zusammenarbeit mit französischen, britischen und dänischen Kultureinrichtungen hat das deutsche Goethe-Institut im Zuge der "European-Palestinian Hip Hop Concert Tour" Deutschrapper Massiv nach Palästina geschickt. Zusammen mit anderen internationalen MCs mit palästinensischem Hintergrund tourt er seit vergangenem Dienstag durch Jenin, Nablus, Ramallah und Bethlehem, um dortigen Jugendlichen einen gewaltfreien Lebensweg aufzuzeigen.
Nun meldet sich der europapolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Markus Löning kritisch zu Wort: "Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie das Goethe-Institut auf die Idee kommen konnte, Auftritte eines solchen Rappers in dieser von Gewalt zerrissenen Region mit staatlichem Geld zu unterstützen", zitiert die dpa den Bundestagsabgeordneten.
Eine gute Wahl?
Tatsächlich irritiert es zunächst, wenn eine Einrichtung unter dem Leitsatz "Deutsch lernen, Kultur erleben" einen Musiker in ein seit Ewigkeiten brodelndes Krisengebiet schickt, der sich nicht selten wie folgt artikuliert: "Ohne Schimpfwort geht nicht, Rap ist mein Kampfsport!". Ob das dem Zweck der Völkerverständigung dient?
Massiv gab dazu unlängst auf seiner Website bekannt: "Für Massiv ist es ein Privileg, eine Ehre, etwas ganz Besonderes, als Palästinenser dort hinzureisen und auftreten zu dürfen. Nicht nur die Einladung der Deutschen Botschaft ist außergewöhnlich. Er ist damit auch der erste Rapper in der Geschichte des Deutsch-Raps, der dazu auserwählt wurde, zwei Kulturen, zwei Länder einander näherzubringen."
Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, sieht den Auftritt von Massiv Presseberichten zufolge inzwischen ebenfalls "sehr kritisch" und ist der Meinung, man sei "gut beraten, künftig noch kritischer in der Auswahl solcher Auftritte zu sein".
Ausführliches Statement des Goethe-Instituts
laut.de sprach am Freitag exklusiv mit Fareed Majari, dem Leiter des Goethe-Instituts vor Ort in Ramallah. Was sind die Hintergründe der Entscheidung pro Massiv, wie sind die bisherigen Reaktion auf dessen Auftritte in Palästina?
Um die palästinensischen Jugendlichen, für die Straßenkämpfe und Gewalt Alltag sind, wirklich zu erreichen, braucht es laut Fareed Majari Musiker, die in deren Erlebniswelten auch eine gewisse Relevanz und Glaubwürdigleit genießen – die "Umstrittenheit" Massivs in Deutschland, vor allem in Bezug auf sein erstes Album war dabei durchaus bekannt. Der Künstler wurde also durchaus einer "kritischen Prüfung" seitens des Instituts unterzogen.
Die Konzerte waren sehr gut besucht und ein voller Erfolg, es kam weder zu Ausschreitungen noch zu sonstigen Problemen. Der Rapper trug eine Auswahl weniger offensiver Texte dabei auf deutsch vor, sie lagen aber in der arabischen Übersetzung für alle Besucher aus. Der Vertreter des Goethe-Instituts, Fareed Majari steht nach wie vor voll und ganz hinter diesem Projekt.









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