- Top 100
- Redaktionsempfehlungen
- Zuletzt gehört
Format
Playlist
Aktuelle Sendung
SeitHomepage:
Für Überraschungen war Polly Jean Harvey schon immer gut. Aber nichts von dem, was sie bisher musikalisch abgeliefert hat, bereitet wirklich auf ihr neues Album vor. Vorbei ist es mit vor den Kopf stoßenden Gitarren-Ausbrüchen und der aufwühlenden Aggressivität, mit der sie einst ihr Leiden am Dasein kanalisiert und der menschlichen Gutgläubigkeit ins Gesicht gebrüllt hat, dass überhaupt nichts gut ist.
Auf ihrem achten Studioalbum "White Chalk" weicht die E-Gitarre dem Piano, das laute Aufbegehren einem kraftlosen Flehen, das die stimmliche Gewalt der vorigen Alben nicht mehr aufbringen zu können scheint. Hat sie alle Hoffnung fahren lassen?
Ein sakral anmutendes, in schwarze Farben getauchtes Werk ist das, Hymnen an die Nacht, ein verstörender, nach innen gerichteter Aufschrei der Harvey, der umso schmerzhafter ist, als er sich mit der tristen Atmosphäre, dem irritierenden Gesang und der reduzierten Instrumentierung erheblich subtiler als die Vorgängeralben artikuliert.
Rhythmisch hämmernde Klavierakkorde, eingängige Drums und ein ätherischer Backgroundchor führen "The Devil" ein, ehe PJ mit von ihr nie gehörtem pastoralem Mädchengesang die Strophe ansetzt, als wolle sie mit aller Unschuld den Teufel austreiben, den sie besingt. Erst der anhebende Refrain offenbart, dass es sich um PJ Harvey handelt.
Das Verhältnis zur Einsamkeit thematisiert sie in "Dear Darkness" als scheinbar lustvolles, wenn sie sich mit zärtlichem Pianolauf, Harfenklängen, gestreicheltem Schlagzeug und der Textzeile "Dear darkness, won't you cover me again" der Dunkelheit hingibt. Gesanglich steht ihr John Parrish bei. Morbide Schönheit zeichnet auch das emotionale, mit klarer Stimme vorgetragene "When Under Ether" aus, das zum Piano, weicher Percussion und Synthie-Einlagen vom Schwellenbereich zwischen Leben und Tod erzählt.
Der Titeltrack "White Chalk" beginnt mit der geschlagenen Akustikgitarre, die Stimme Harveys ist mit Hall unterlegt, ein Banjo und eine Mundharmonika halten Einzug. Die relativ ungetrübte Stimmung steht dabei in Kontrast zum Text, der von ungeborenen Kindern und blutigen Händen handelt.
"Please don't reproach me/for how empty my life has become" singt sie langsam in "Broken Harp" zu schlichtem Harfenspiel, während "Silence" wieder auf einer einfachen Klavierlinie basiert, auf die sich eindringlich der gedoppelte Gesang der Künstlerin legt. Immer wieder fühle ich mich bezüglich der Songstrukturen und der Stimmung an die frühen Werke einer Chan Marshall alias Cat Power erinnert.
Hell und heiser haucht Harvey ihr Lyrics in "To Talk To You", das dem Hörer mit seiner Entrücktheit kaum Halt bietet. Der dynamischste Song folgt mit "The Piano". Wie ein atemloser Herzschlag gibt das Schlagzeug das Tempo vor, perlend setzen Klavier und Akustische ein, ehe Harvey zu einem ergreifenden Refrain ausholt. Die Stimmendoppelung und ein verstörender Backgroundgesang fungieren auch hier als Stilmittel, die einem das Blut gefrieren lassen.
Der ruhigen Pianonummer "Before Departure" schließt sich mit "The Mountain" das letzte Stück an, das luftig und versöhnlich beginnt und mit dem äußerst beklemmenden Wehklagen der Betrogenen abrupt endet und mich alleine lässt.
"White Chalk" ist ein düsteres Album, mit dem PJ Harvey eine musikalische Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellt, die sowohl beeindruckt als auch bedrückt. Sie seziert nach wie vor menschliche Befindlichkeiten und Abgründe, aber mit dem Unterschied, dass sie mit dieser schwarzen Kammermusik nicht den Hammer benutzt, sondern das Messer wirkungsvoll innen ansetzt.
| Shop | Titel | Info | Preis | Porto | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
![]() |
PJ Harvey - White Chalk | Infos (Lieferzeit/Service) | €8,97 | €3,95 | €12,92 |
![]() |
PJ Harvey - White Chalk Limited Sleeve Edition | Infos (Lieferzeit/Service) | €17,99 | €3,95 | €21,94 |
![]() |
PJ Harvey - White Chalk [Vinyl LP] | Infos (Lieferzeit/Service) | €23,99 | €0,00 | €23,99 |
Heute ist PJs achtes Studioalbum erschienen. Und Laut hat's scheinbar nicht bemerkt! 
Es soll ganz anders klingen als seine Vorgänger. Weniger Gitarren, dafür mehr Piano, welches ihre Stimme in den Vordergrund rücken soll.
Noch hatte ich nicht die Gelegenheit, reinzuhören. Wird aber dieses Wochenende nachgeholt und dann gibts auch ein Resümee meinerseits zu lesen. Bin sehr gespannt.
Allein das Cover macht schon einen sehr fragilen Eindruck.
Trackliste:
01. The Devil
02. Dear Darkness
03. Grow Grow Grow
04. When Under Ether
05. White Chalk
06. Broken Harp
07. Silence
08. To Talk To You
09. The Piano
10. Before Departure
11. The Mountain
der erste eindruck ist schon mal sehr sehr positiv, im gegensatz zu den anderen alben wirken die songs hier ganz sanft und zerbrechlich. gefällt mir 
bin auch gerade am durchhören. irgendwie erinnert es mich derzeit an die atmosphäre von "is this desire?", auch wenn die instrumentalisierung weitaus minimalistischer ausfällt.
keinesfalls eine enttäuschung.
Nach dem ersten Durchhören bin ich erleichtert und leicht euphorisch. Sehr gut.
krass was die frau alle smit ihrer stimme machen kann. aber ich finde ihre stimme auf dem album erschreckend hoch. gewöhnungsbedürftig.
bei "the mountain" muss ich ja ein wenig schmunzeln und stark an einen matthew bellamy denken...
Ich hab deutlich mehr erwartet. Nachdem ich das letzte Album ganz und gar großartig fand, ist hier einfach keine Power drin, kein Elan. Und ja, ich finde auch in ruhigen, traurigen Liedern what ever sollte einiges an Kraft stecken.
die frau ist sehr vielseitig, ich mag grow grow grow, ein schöner song. aber leider hat sie wohl die ganze power ihrer stimme bei den desert sessions verbraucht und wollte mal was ruhiges machen. ich hätte lieber ein album mit desert sessions kraft und stimme gehabt. aber dieses ist auch sehr gut.
Nach fast zwei Wochen des "Reinhörens" weiß ich immer noch nicht so ganz, wie ich das Album finden soll.
Man wurde ja schon vor Wochen "vorgewarnt", dass dieses Album anders, ruhiger, fragiler sein soll. Aber so hätte ich es mir nicht vorgestellt.
Die Lieder sind echt toll. Insbesondere die erste Hälfte des Albums halte ich für sehr gelungen. Nur eine Sache stört mch gewaltig: diese hohe Stimme. Dass PJ gern mal hoch singt ist ja nix Neues. Aber das komplette Album hindurch? Naja...nicht so mein Ding. Vielleicht gewöhne ich mich ja noch daran und finde dann endlich Gefallen. Aber das wird wohl noch ein wenig dauern.
bis auf die kürze des albums (nichtmal 34 minuten) hab ich nicht wirklich etwas auszusetzen. stimmt, die songs sind nicht so treibend wie beispielsweise auf "stories...", aber wissen durchaus zu fesseln, was in meinen augen insbesodere auf white chalk und silence zutrifft. teilweise könnten die kompositionen gar von björk stammen - ohne das abschreckend zu meinen.
gab ziemlich viele verrisse, was ich irgendwo verstehen kann, aber selbst nicht nachvollziehe.
finde das album gewöhnungsbedürftig aber irgendwie auch faszinierend - "the devil" ist schon jetzt eines meiner lieblingssongs des jahres. übrigens ist dieser song keineswegs vom gesang her eintönig, auch wenn er zunächst sehr "gehaucht" beginnt.
vlt. der beste song von fräulein polly jean überhaupt. in ruhigen abendstunden mit kopfhörern ein absoluter genuss.
es ist doch absolut nachzuvollziehen, dass sich eine künstlerin nach so vielen alben "weiterentwickeln" will und etwas neues ausprobiert. man hört zwar heraus, dass pj harvey keine expertin auf dem piano ist (deutlich wird das an den sehr kurzen, oft wiederholten pianomelodien, die etwas bruchstückhaft wirken) allerdings ist das endprodukt dann doch sehr harmonisch.
weitere faves sind "dear darkness" "grow grow grow" und "the mountain" - wobei ich das album erst einmal hab durchlaufen lassen. allerdings muss man sagen, dass gewisse songs mir furchtbar auf den sack gehen, weil sie wirklich sehr gequält und langweilig wirken wie z. B. "broken harp" oder "before departure"- das ist dann wohl die kehrseite der experimentier-medaille. weiterhin negativ ist bei der sog. "limited edition" die lieblose hülle: ein stück pappe mit noch nem stück pappe und ner cd drin. booklet? fehlanzeige. sehr toll, das ganze dann als limited edition zu verkaufen (wobei die normale version glaub ich doch ein booklet besitzt) - wermutstrophen: die kurze spieldauer von 33 Minuten.
4/5
"angelene" klingt schon anders, das neue album ist wirklich etwas anders gestrickt.
hör mal [url=http://www6.islanddefjam.com/www2/av_system/fv_standalone/player.php?link=2b7A4A384GH6TN9CQ8Ln8BE9-89806]hier rein.
Danke, cucu, für den Tip. Klingt zwar anders als "Angelene", (noch) interessanter nämlich und jedenfalls nicht irgendwie nach "Rock" und so und deshalb ist die CD acuh schon so gut wie bestellt und ich freu mich auch schon drauf.
Format
Homepage: