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Nach dem Beef mit Manuellsen und dem Verlassen der Pottweiler steht PA Sports jetzt endlich auf eigenen Füßen und kann sein "Streben Nach Glück" allein in die Hand nehmen. Das war immer sein Ziel. Nun versteckt sich hinter seinem Output nur noch sein Name und nicht mehr SAW. Herzlichen Glückwunsch, dann kann es ja losgehen!
Der schon länger im Rap-Untergrund mitspielende Iraner stellt im Intro fest: "Das ist mein Solo, mein Pain, mein Traum, mein Brain, das ist alles was ich bin" Diese Reim-Leckerbissen, ähem tschuldigung, Reim-Junkfood bekommt man nun auf die Ohren - bis es trieft.
Im Track "PAsozial", fährt der Essener all sein Prolo-Gangster-Gelaber auf. Kostprobe gefällig? "Ich baller Blei auf Rapper ihre Drecksvisagen, das ist Ruhrpott Chefetage". Einmal runtergeschluckt und halb verdaut, ausgekotzt und erneut serviert: "Nenne jeden Rapper einfach Hund, ohne Grund, denn das hier ist der Schwanz der euch bumst, in den Mund, yeah". Übelkeit und Schwindelgefühl paaren sich zu Magenproblemen. "Bumse deine Ehre man, denn ich bin ein Ehrenmann". Mir stößt es langsam auf...
Liebe geht durch den Magen. Das bereits flaue Gefühl entwickelt sich bei folgender Liebeserklärung in "Gute Frauen Lieben Schlechte Männer" zu einem ausgewachsenen Brechreiz: "Tut mir leid Schatz, ich weiß ich fick rum und bin high, doch bei Dir in Deinen Armen Baby, bin ich daheim". Würg.
Auf "Falken" versucht sich der 21-jährige mit etwas Gesellschaftskritik. Das ist zwar lyrisch nicht sonderlich wertvoll, hat aber sicherlich einen wahren Kern. Trotzdem muss dann im Feature von KC Rebell noch ein "Hier sind wahre Werte Schnee von gestern. Wir wachen auf und sind drauf von dem Schnee von gestern" kommen. Man kann Qualität bereits im Keim ersticken.
Ein sanfter Keyboard-Beat, der melancholisch wirken soll, begleitet "Dank Dir". "Dank Dir für all das Leid und die Tränen. Für die allerschrecklichste Zeit meines Lebens. Für diesen Wunsch, dass mein Herz nicht mehr schlägt, weil niemand gesehen hat wie sehr Du mir fehlst". Wer hätte gedacht, dass dieser Bushido-Verschnitt so etwas Ehrliches zustande bringt. Wahre Gefühle möchte man dem selbsternannten Gangster nach seinem ganzen Ghetto-Gefasel fast nicht abkaufen.
Ab der Hälfte des Silberlings wechselt sich dann immer ein Armer-Verlassener-Pudel-Song mit einem Ich-Baller-Auf-Alles-Was-Sich-Bewegt-Track ab. Dabei wird der Beat bei den Heulsusen-Nummern von einem traurig-anrührenden Keyboard-Geklimper unterlegt. Die Angeber-Songs fallen beattechnisch eher stampfig und eintönig aus.
Eines muss man dem Schulabbrecher aber lassen: Das Album hat eine Spielzeit von über einer Stunde. Das ist ganz schön viel Stoff und einiges zu verdauen. Aber es ist im Prinzip nur ein Abklatsch vom harten Mann mit zu viel Selbstbewusstsein und dicken Eiern. Nichts was es nicht auch schon vorher gab.
Also an Nate kommt das meiner Meinung nach nicht mal annähernd ran, furchtbar langweilig das Album. Aber mal selber n Bild machen am besten.
Was mir nebenbei bemerkt etwas auf den Sack geht, ist das IndieSachen trotz Prädikat "schonmal dagewesenen" regelmäßig gelobt werden aber HipHop ,sobald er nicht Kanye West oder ähnliche PlastikPriester als Produzenten vorweisen kann, der auch so "schonmal dagewesen" ist generell als langweilig und unterirdisch abgetan wird. Kommt mir jedenfalls so vor.
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