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Hunderte von Filmen hat Ennio Morricone bereits mit Musik unterlegt. Obwohl er Streifen aus den verschiedensten Sparten vertonte, bringt ihn alle Welt regelmäßig, fast schon zwangsläufig, mit dem Italo-Western in Verbindung. Spiel mir das Lied vom Tod. Sie wissen schon. Man munkelt: Morricone ärgert das.
Trotzdem hat er sich offenbar von Quentin Tarantino breitquatschen lassen. Für das neue Werk des längst zum Kultregisseur aufgestiegenen Filmemachers, ausgerechnet wieder ein Spaghetti-Western, erlaubt die Filmmusik-Legende nicht nur die Verwendung einiger seiner Stücke. Das tat er in der Vergangenheit ja bereits häufiger. Er steuert diesmal mit "Ancora Qui" sogar eine ganz neue Nummer bei.
Und was für eine! Eine Gitarre sorgt für einen steten, unermüdlichen Rhythmus. Darüber zieht Sängerin Elisa Toffoli alle Register: Schwermütig und klagend beherrscht ihre kraftvolle Stimme das Geschehen mit einer Intensität, der man nicht alle Tage begegnet. Der alte Mann hat es einfach immer noch drauf.
Doch auch der Rest des Soundtracks stammt nicht von schlechten Eltern. Wieder einmal beweist Tarantino Kenntnis der Materie, Geschmacksicherheit und Liebe zum Detail. Viele der verwendeten Stücke, so informiert das Booklet, stammen aus seinem privaten Plattenschrank. "Ich wollte die Vinyle benutzen, die ich seit Jahren höre - mit allen Macken und Kratzern", schreibt Tarantino da.
"Ich habe sogar das Geräusch beibehalten, mit dem sich die Nadel auf die Platte senkt." Gut möglich, dass es an derlei Kleinigkeiten liegt, dass der Soundtrack zu "Django Unchained" so sehr wie aus einem Guss erscheint, obwohl er sich doch in ganz unterschiedlichen Genres und Dekaden bedient.
Der bewährte Morricone-Sound darf auch mal von dessen Freund und Kollegen Luis Bacalov stammen. Er vollzieht, etwa in "Django", genau den meisterhaften Spagat zwischen Soul und Theatralik, Saloon und Revue, der Weite der Prärie und der glitzernden Showtreppe, der Tarantinos Arbeit den speziellen Charme verleiht.
Den tief in den 70ern verwurzelten Stücken stellt Tarantino die Moderne entgegen. Anthony Hamilton und Elayna Boynton singen im Duett um "Freedom". Rick Ross fordert in einer von "Django"-Darsteller Jamie Foxx beigetragenen Nummer "100 Black Coffins" für seinen Rachefeldzug ein. "Who Did That To You?", fragt, elend groovy, John Legend.
"Unchained (The Payback/Untouchable)" zeigt, was passiert, wenn zwei Pole auf engstem Raum aufeinander treffen: Dramatische Western-Gitarren, der Funk von Godfather James Brown, 2Pacs Rap, einmal durchgequirlt von Swizz Beatz - hell yeah, wer das nicht für eine explosive Mixtur hält, schaufele sich bitte sofort Sand und Tumbleweed aus den Ohren.
Zwischen Soul und Hip Hop passt noch mühelos die Hippie-Attitüde von Singer/Songwriter Jim Croce ("I Got A Name", "a song" und "a dream" übrigens außerdem) oder astreiner, stampfender Blues, wie ihn Brother Dege "in a shed in the swamplands of Louisiana" aufgenommen hat. Genau so klingt "Too Old To Die Young" dann auch.
Vom ewigen Soundtrack-Dilemma bleibt allerdings auch der zu "Django Unchained" nicht verschont. Losgelöst von den Bildern, die zu untermalen er zusammengestellt wurde, funktioniert manch ein Score nur schwer, zuweilen gar nicht. Eine Verbindung knüpfen im vorliegenden Fall zwar die freigebig eingestreuten Skits mit Dialogszenen. Allerdings stören die in ihrer Omnipräsenz doch auch wieder den Fluss und damit das Hörvergnügen. Um die volle Wirkung zu entfalten, lassen sich Film und Filmmusik eben immer noch nicht trennen.
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Der Film ist ganz großes Kino und einen nicht unerheblichen Teil zum Gesamtbild und zur Atmosphäre trägt wie so oft bei Tarantino der Soundtrack bei. Der ist bei Django Unchained mal wieder großer Klasse, ähnlich wie zuvor schon bei Kill Bill oder Pulp Fiction. Von daher ist die CD durchaus eine Überlegung wert!
Ich finde es übrigens super, dass ihr die CD besprecht. Noch dazu gut geschrieben, wie von Dani Fromm mittlerweile gewohnt.
Am Samstag gesehn, unglaublich geiler Film! '100 Black Coffins' auf Dauerrotation. 
@the-seus
Jup das ist der song von "Die rechte und die linke Hand des Teufels", genialer Moment als das im Film gespielt wurde 
"Django Unchained" ist keinesfalls ein Spaghetti-Western. Weder wurde er IN Italien, noch MIT Italienern (außer natürlich Franco Nero!) oder AUF italienisch gedreht.
Er hat gewisse Züge, aber der Film ist für mich Blaxploitation.
sicki
Ne, finde ich ok, da kann man ruhig mal drauf hinweisen. Zu viele Skits sind immer nervig, es sei denn man verbaut sie wie Masta Ace. 
Sancho
Nun, ich denke dass ist er seit Reservoir Dogs.
AuCoeurDuTemps
Deine Kritik ist fundiert
HarriVedertschi
Du musst die Postings kommentieren, nicht so komisch drei mal das selbe Fragen, Dude.
puni
Joa gut. Wobei sich Reservoir Dogs bei mir über die Jahre nicht gehalten hat, ganz im Gegensatz zu Pulp Fiction der, 1 x im Jahr geschaut, nie etwas von seinem besonderen Glanz verliert.
@akademiker
Es geht dich zwar wie so vieles eigentlich nichts an, aber die Kommentare sind
überflüssig,
klugscheisserisch
und laaaaaaangweilig.
Das einzige was hier überflüssig ist, sind deine Kommentare. Bist bestimmt auch so einer, der bei jeder negativen Kritik zu nem Video schreibt: "Dann schaus dir halt nicht an!" blabla.
Deine Kommentare sind überheblich, deutlich besserwisserischer und "neeeervig".
Spamme hier nicht alles mit der selben dummen Frage voll wie so ein Papagei, der akademiker hat im Bezug auf dich völlig Recht. Ganz abgesehen davon haben alle drei von dir angepflaumten User beschrieben, was ihr Problem ist.
Ach der Quentin, er ist und bleibt nun mal Hollywoods größter Fanboy. Entsprechend enthält der Film einen Mix vieler stilistischer Elemente aus Genres, die Tarantino selbst abfeiert. Sowie einige mehr oder weniger subtile Anspielungen auf seine privaten Vorlieben...
Nach wie vor ist es klasse, dass er als weitgehend überzeugter Autorenfilmer auch den Soundtrack selbst zusammenstellt, er hat nämlich einen wirklich sehr erlesenen Musikgeschmack und mich über die letzten 17 Jahre um so manche Perle in meinem Plattenschrank bereichert. Von den unterhaltsamen Filmen ganz zu schweigen.

@TapferesSchneiderlein
Das sehe ich etwas anders. Die Kritiker an der Kritik geilen sich an Belanglosigkeiten auf. Und das zum Teil auch in einem Ton, der dem Gesamteindruck der Kritik in meinen Augen nicht gerecht wird.
schön gesagt. stimmt auch. verstehe die anspielung deutlich in bezug auf morricones tarantiono-wahrnehmung...erst differenzieren, dann pöbeln
Gehe mit Souli
Auch wenn ich wohl der einzige Mensch der Welt bin der Oldboy nicht mag.
@ Garret: Von welchem Film redest du jetzt?^^ Falls du Oldboy meinst: Hab da noch nie was von irgend nem Hype mitbekommen. Aber na ja, Geschmäcker sind verschieden. Und ich bete immer noch dafür, dass Spielberg das Remake sein lässt.
von oldboy. der wird von manchen menschen geradezu vegöttert und das ist nun wirklich übertrieben
diesen django-film habe ich aber noch nicht gesehen und werde ich auch nicht. die thematik spricht mich nicht so an
fand auch inglorious basterds nicht wirklich gut. waltz ist jedoch grandios gewesen
@ Garret: Der Auftritt von Waltz in Django steht dem von Basterds im Nichts nach. Da verpasst du was
. Und na ja, ich würde mich wohl auch zu den Leuten zählen, die Oldboy vergöttern. Bzw tue ich das bei fast jedem Film, den dieser Mann unter die Menschen bringt. Diese Stories, diese Kamera, diese Soundtracks, diese Intensität des Erzählens. Okok genug Fanboi-Geblubber^^.
so aus dem stegreif ist das natürlich schwierig aber dazu gehören auf jeden fall filme wie fight club, hass - la haine, scarface, sieben, the haunting (orginal), kids, high tension, blutmond, ichi the killer, martyrs, acht millimeter, 7 jungfrauen und suspiria
Nehmen wir einfach einen beliebigen Farid Thread und ändern das Topic in "Movie Scene". 
DER NEUE MOVIE SCENE THREAD: So, habe mich für diesen entschieden, der hat noch vergleichsweise wenig Postings: http://www.laut.de/Farid-Bang/Asphalt-Massaka-2-(Album)
Habe mal 5 meiner Faves reingedrückt, würde mich freuen, wenn wir dort viele große Titel sammeln und besprechen, kann ein Movie-Wiki für die laut.deler werden! 
thx

Tarantino muss freilich erwähnt werden, geht die Auswahl des OST doch hauptsächlich auf seine Kappe.



komm doch runter, sanch'...seit wann ziehste dich an solchen kleinigkeiten hoch...? lohnt das magengeschwür nicht.
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