laut.de-Kritik

Stopft zusammen, was nicht zusammen gehört!

Review von

Nicht nur seine Filme, auch die dazugehörigen Soundtracks schlagen regelmäßig hohe Wellen. Die Meinungen über die Tarantino'schen Soundcollagen gehen dabei zwar meilenweit auseinander. Für Gesprächsstoff sorgen sie aber allemal.

Die musikalische Untermalung des Weltkriegsstreifens "Inglourious Basterds" gehorcht dabei der spätestens seit "Pulp Fiction" ausgerufenen Maxime: Stopft zusammen, was nicht zusammen gehört!

Die aus Abstoßung erwachsende Sprengkraft wird dann schon eine Eigendynamik entwickeln. Wieder einmal geht die Rechnung auf, wenngleich um den Preis eines roten Fadens.

Ohne Story und Bilder erschließt sich beim besten Willen nicht, was Funk-Soul-Brother Billy Preston ("Slaughter"), David Bowies unüberhörbar aus den 80ern stammendes "Cat People" und eine Zarah Leander ("Davon Geht Die Welt Nicht Unter") gemeinsam auf einer Platte verloren haben.

Tarantinos erneut zelebriertes Wühlen in verstaubten Archiven und vergessenen Plattenkisten versetzt inzwischen wirklich nicht mehr in Erstaunen.

Mit nichts anderem als zwei, drei Werken aus der Feder des akustischen Landschaftsgärtnermeisters Ennio Morricone war auch zu rechnen, garniert mit Film-Zitaten aus längst vergangenen Tagen und der einen oder anderen kruden Seltsamkeit.

Was in "Kill Bill" James Lasts panflötender "Einsamer Hirte" übernahm, besorgen bei den "Inglourious Basterds" Lilian Harvey und Willy Fritsch.

Die Begegnung mit einem Gassenhauer des Kalibers "Ich Wollt Ich Wär Ein Huhn" dürfte einem internationalen Publikum vermutlich noch eine Spur grotesker anmuten, als das hierzulande der Fall ist.

Pfeift man auf Stringenz, hält das vorliegende Stück Filmmusik - insbesondere für Walzerfreunde - durchaus Perlen bereit. Zudem die Erkenntnis: Jacques Loussier spielt auch noch etwas anderes als Bach. Sieh' an.

Trackliste

  1. 1. The Green Leaves Of Summer - Nick Perito
  2. 2. The Verdict (Dopo la Candanna) - Ennio Morricone
  3. 3. White Lightning (Main Title) - Charles Bernstein
  4. 4. Slaughter - Billy Preston
  5. 5. The Surrender (La Resa) - Ennio Morricone
  6. 6. One Silver Dollar (Un Dollaro Bucato) - The Film Studio Orchestra
  7. 7. Davon Geht Die Welt Nicht Unter - Zarah Leander
  8. 8. The Man With The Big Sombrero - Samantha Shelton & Michel Andrew
  9. 9. Ich Wollt Ich Wär Ein Huhn - Lilian Harvey & Willy Fritsch
  10. 10. Main Theme From Dark Of The Sun - Jacques Loussier
  11. 11. Cat People (Putting Out The Fire) - David Bowie
  12. 12. Tiger Tank - Lalo Schifrin
  13. 13. Un Amico - Ennio Morricone
  14. 14. Rabbia e Tarantella - Ennio Morricone

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3 Kommentare

  • Vor 5 Jahren

    ähm, ja, die review ist zwar gut geschrieben, inhaltlich aber... naja, wie soll ich sagen. Den roten Faden wird wohl niemand vermissen, der den Film gesehen hat. Ein Filmsoundtrack, soll nich unbedingt ein vom Film unabhängiges Kunstwerk sein.
    Die Musik passt wie immer in Tarantino-Filmen perfekt zu den jeweiligen Szenen.
    Nicht die Zusammenstellung der Songs an sich, das "Wühlen in vestaubten Archiven" ist das worum es geht, sondern die Rolle der Musik im Film.
    Der Musik fehlt kein roter Faden, weil der Film der rote Faden ist, der die einzelnen Songs zusammenhält. Jeder Song, in jeder einzelnen Szene passt perfekt.
    Wer das Fehlen eines roten Fadens zwischen den Songs beklagt, wer denkt, dass der Sinn von Tarantino-Soundtracks ist möglichst anders zu sein oder durch ungewöhnlichkeit aufzufallen, hat Tarantino noch nicht so wirklich verstanden.

  • Vor 5 Jahren

    Die Songs untermalen die einzelnen Szenen wirklich hervorragend. Und wie der Magier über mir geschrieben hat, der rote Faden ist der Film, deshalb macht der Soundtrack auch nur Sinn, wenn man den dazugehörigen Streifen gesehen hat (kann ich übrigens wärmstens empfehlen!). Deshalb finde ich die Bewertung eines Soundtracks in den meisten Fällen nicht unbedingt sinnvoll, gerade bei Kompilationen wie dieser hier.