laut.de-Kritik

Schwache Raps über den klaren und straighten Beats von RZA

Review von

Die Story von "Ghost Dog - The Way of Samurai" ist recht kurz erzählt: Ghost Dog (Forest Whitaker) lebt in einer Hütte, die auf dem Dach eines verlassenen Gebäudes steht, seine einzigen Mitbewohner sind Brieftauben, Freunde hat er auch nicht besonders viele, außer einem französischen Eisverkäufer, der kein Wort Englisch spricht. Ghost Dog ist ein professioneller Killer, der für die italienische Mafia arbeitet, dabei richtet er sich aber streng nach dem Verhaltenkodex der Samurai. Eines Tages kriegt er Stress mit seinen Auftraggebern. Die wollen ihn umbringen, was sich als nicht allzu leicht herausstellt, da noch niemand Ghost Dog gesehen hat. Naja der Film ist jedenfalls sehenswert.

Der Soundtrack ist von keinem geringeren als Wu-Tang´s Chef Produzenten The RZA. Während des Films schafft er es immer wieder, mit seinen klaren und straighten Beats den Kopf der Zuschauer zum Nicken zu bringen. Die Autofahrten von Ghost Dog, er bevorzugt eigentlich nur die dicksten deutschen Karren, sind ein wahres Vergnügen. Dabei dreht er die Mucke so richtig auf und man bekommt sauberste Hip Hop Beats um die Ohren gepfeffert.

So weit so gut, wäre da nicht die CD zum Film. Denn die hat mich ziemlich enttäuscht: Instrumental ist es eine sehr gute Platte geworden, doch sind die Vocals meistens fehl am Platz. Auch Rapper wie Mastah Killah oder Kool G Rap können nicht so recht überzeugen. Man sehnt sich danach, keine Stimmen zu hören und wie im Kino einfach nur mit dem Kopf zu nicken. Ausnahmen gibt natürlich auch: "Fast Shadow" mit dem kompletten Clan oder "Walking Through The Darkness" mit dem seichten Gesang von Tekeitha laden einfach nur zum Relaxen ein. Anspieltipp Nummer eins ist jedoch "Samurai Showdown", bei dem sich The RZA selbst übertroffen hat (auch wenn das Gerappe nicht unbedingt nötiggewesen wäre).

Bemerkenswert ist, dass RZA den Soundtrack zweimal machen musste. Er dachte, Jim Jarmush wolle kommerziellen Sound. Bis der ihm klarmachte, dass er den typischen "Enter The Wu Tang" Stil haben wollte, was er dann auch bekam.

Insgesamt ist "Ghost Dog" eine exellent produzierte Scheibe, die aber auf viel Gesang und Rap verzichten könnte, da der nur von RZA´s Arbeit ablenkt und sie nur selten bereichert. Es bleibt zu hoffen, dass noch eine Instrumental Version, zumindest auf Vinyl, erscheint.

Trackliste

  1. 1. Samurai Code Quote
  2. 2. Strange Eyes - Sunz Of Man, 12 O'Clock & Blue Raspberry
  3. 3. 4 Sho Sho - North Star (feat. The RZA)
  4. 4. Zip Code - Black Knights
  5. 5. Samurai Code Quote
  6. 6. Cakes - Kool G Rap (feat. The RZA)
  7. 7. Samurai Code Quote
  8. 8. Don't Test/Wu stallion - Suga Bang Bang
  9. 9. Walking Through The Darkness - Tekitha
  10. 10. The Man-Masta Killah & Superb
  11. 11. Samurai Code Quote
  12. 12. Walk The Dogs-Royal Fam & La The Darkman
  13. 13. Stay With Me-Melodie & 12 O'Clock
  14. 14. East New York Stamp - Jeru & Afu Ra
  15. 15. Samurai Code Quote
  16. 16. Fast Shadow - Wu Tang Clan
  17. 17. Samurai Code Quote
  18. 18. Samurai Showdown -T he RZA
  19. 19. Samurai Code Final Quote

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