- Top 100
- Redaktionsempfehlungen
- Zuletzt gehört
Format
Playlist
Aktuelle Sendung
SeitHomepage:
Ich prophezeie hiermit, dass Rapper, die ein Kollabo-Album machen, sich noch in hundert Jahren mit der Mutter aller Kollabos vergleichen lassen müssen.
Seit Method Man und Redman im Jahr 1999 mit "BlackOut!" den Standard dafür festlegten, wie so etwas zu klingen hat, wagten es einige - auch in Deutschland, wo zuletzt nur Azad und Savas ähnliche Erwartungen rechtfertigten. Nun formiert sich mit Olli Banjo und Jonesmann ein neues Teutonen-Tagteam und überrascht nicht schlecht.
Olli, diese inzwischen recht wandlungsfähige Alliterations-Schnellfeuerwaffe, behält seine humorigen Backpfeifen-Eloquenz wo es geht bei. Er verwandelt Tracks wie "Feuerlöscher" und "Wie Im Zoo" in schräge, perfekt ausgeführte Verbalinjurien. Aberwitzig, aber witzig und ohne permanente Krimi-Kleinkunst, dafür mit konkreten Weisheiten: "Rimjob ist kein Beruf." Jawoll, so geht Actionrap. Der Mann bleibt sich seit "Zwei Mäck Ripp, Bitte" eisern treu.
Jonesi thematisiert und kontert währenddessen auffallend oft die Unkenrufe aus dem Internet, die seine jüngeren R'n'B-Gratwanderungen und Liebäugeleien mit der Sangeskunst an den Pranger stellen. "Das Banjo-Album versaut" er dabei aber nicht. Im Gegenteil: Nummern wie "Ende & Amen" oder "Wie Im Zoo" zeigen, dass auch er sein Mundwerk von der Pieke auf gelernt hat. Ganz so ausgefeilt und versiert klingen seine Parts im direkten Vergleich aber doch nicht.
Ausgewogener erscheint, wenn die beiden sich in der Künstler-Schnittmenge die Bälle zuspielen: Olli muss zugunsten der Eingängigkeit ein bisschen runter vom Gas und raus aus der Stakkato-Witzkiste, während Jonesmann auf Captain Hook macht und den Chorus hochleben lässt. Das klingt im Fall von "Die Flocken" mal brauchbarer, in "Keine Luft" aber auch schnell mal so, wie es heißt.
Richtig heikel wird es, wenn Jonesmann (scheinbar) den Beat ganz alleine aussuchen durfte. Während man den beiden einen Song wie "Mehr Tränen" mit seiner vereinnahmenden Tiefe und der breiten Soundwand in einer sentimentalen Minute schon mal abkauft, gerät "Das Ende" arg schmalzig. An derlei Stellen sei den kompromisslosen Internet-Unken verziehen. Denn, Zitat Jonesmann, "Rap ist nur ernster Schrott."
Ähnlicher Abwechslungsreichtum ist auf Seiten der Produktion auszumachen: Während einen Großteil der Beats Benny Blanco und daneben PhreQuincy, Sti und Lex Barkey beisteuern, schießt Ollis Haus- und Hoflieferant Roe "Roman" Beardie für die Single "Vögel" genau diese ab: Hitchcock meets LMS meets maximale Reduktion - diese sich brachial vorwärts pumpende Retrospektive ist schlichtweg genial und bereits im Februar Anwärter auf den Beat des Jahres 2009. Wer indes für das Soundgewand zu "Dreck Für Mich" verantwortlich ist, wird nicht ersichtlich. Das Ding bounct aber allemal. Selbst wenn es an "Hustlin'" von Rick Ross erinnert.
Fassen wir also zusammen: Wir haben es hier mit keinem reinrassigen Banjo-Brett und auch mit keinem verschmusten Jonesmann-Release zu tun. Etwas wirklich Neues und zu 100 Prozent Harmonierendes ist bei der Zusammenarbeit nicht herausgekommen. Zu oft hört man aus der Summe ihre einzelnen Teile heraus. Trotzdem bedient "Vier Fäuste für ein Halleluja" mit einigen Highlights beide Geschmäcker großartig, wenn auch nicht durchgängig oder noch besser: verbindend.
| Shop | Titel | Info | Preis | Porto | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
![]() |
Olli Banjo & Jonesmann - 4 Fäuste für ein Halleluja | Infos (Lieferzeit/Service) | €15,95 | €3,90 | €19,85 |
![]() |
Olli Banjo - 4 Fäuste für Ein Halleluja | Infos (Lieferzeit/Service) | €15,99 | €3,95 | €19,94 |
![]() |
4 Fäuste Für Ein Halleluja | Infos (Lieferzeit/Service) | €16,99 | €3,00 | €19,99 |
Außerdem steckt er erfolgstechnisch einige deutsche Rapper in die Tasche, um nicht zu sagen den größten Teil





Diskussion vorbei

Banjo mit Massiv zu vergleichen, halte ich außerdem für abenteuerlich. Die beiden bedienen vollkommen unterschiedliche Subgenres
Format
Homepage: