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Nachdem sich Obscura vor zwei Jahren mit dem überragenden "Cosmogenesis" aus dem Dornröschenschlaf zurück gemeldet und ein paar beeindruckende Liveshows gespielt hatten, waren natürlich alle auf den Nachfolger gespannt. Nun liegt "Omnivium" vor und wird - genau wie der Vorgänger - für Maulsperren reihenweise sorgen.
Sanfte, akustische Gitarrenklänge leiten den Opener "Septuagint" gemütlich und verträumt ein, um dann fast schon klassisch in harte Gitarren und Drums überzugehen. Eine knappe Minute konnte man sich der heilen Welt hingeben, ehe Obscura das Trugbild mit ihrem technischen Death Metal gnadenlos zerschmettern. Für ihre Verhältnisse geht es relativ straight ab, doch die musikalische Klasse offenbart sich im Detail.
Jederzeit hört man Basser Jeroen Thesseling (Pestilence) deutlich heraus, bekommt aber auch immer wieder seine ganz besonderen Einzelaktionen zugesprochen. Hatte ich schon erwähnt, dass ich den Kerl hasse? Auch die anderen Jungs kann man eigentlich nur bedingt sympathisch finden, denn hier wird in jedem gottverdammten Song eine Fingertechnik vorgeführt, die einfach nicht von dieser Welt ist. Scheiße, ich liebe diese Band!
Ähnlich wie bei Mekong Delta verweben die einzelnen Akuteren auf atemberaubende Art und Weise ihre scheinbar willkürlichen musikalischen Exkursionen so miteinander, dass ein einziges, großartiges Ganzes dabei heraus kommt. Technik über alles? Vielleicht, aber dann auch mit dem überragenden Gespür für Melodie und vor allem für einen Song.
Vereinzelt greifen Obscura sogar auf Klargesang zurück, der allerdings zu keiner Zeit überhand nimmt und - zusammen mit den sphärischen Elementen der Scheibe - leicht an Cynic erinnert. Der ist zwar nicht weltbewegend, passt aber zur Atmosphäre und klingt nicht allzu ausgelutscht. Keinen Moment lassen die Münchner Zweifel daran aufkommen, dass sie auf Abwechslung und Extraklasse setzen.
So klingt das schleppende "Ocean Gateways" beinahe wie eine Deicide-Nummer. Der gurgelnde Abfluss am Ende des straighten Songs wirkt eher ungewöhnlich. Dafür dürfte man im instrumentalen "A Transcendental Serenade" als Musiker entweder vollständig eintauchen oder sein Instrument für immer an den Nagel hängen.
Zur musikalischen Großtat gesellen sich der druckvolle, differenzierte Sound von V. Santura (Triptykon, Dark Fortress), ein fantastisches Cover von Orion Landau und ein interessantes lyrisches Konzept, das auf den Naturphilosophien von Friedrich Schelling basiert: "Omnivium" bietet ein geniales Gesamtpaket.
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