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Das war eine interessante Reihe von Punk-Alben, die in den letzten Jahren veröffentlicht worden sind. Green Day, Blink 182 und auch NoFX brachten Platten heraus, die jeweils auf ihre eigene Art und Weise sehr erwachsen klangen. Green Day entdeckten die Punkrockoper für sich, Blink den Pop und NoFX den für ihre Verhältnisse ernsthaften Politpunk. Man durfte gespannt sein, was nach "The War On Errorism" kommen würde. "Wolves In Wolves' Clothing" beendet das Warten und zeigt, dass NoFX nach der großen Niederlage gegen den gemeinsamen Feind George Bush nicht einfach die Flinte ins Korn werfen.
Nachdem einen Monat vor dem elften Album die EP "Never Trust A Hippie" mit einem Comic-Jesus auf dem Cover erschien, kommen die Kalifonier dem Hörer gelb un mit geradezu minimalistischem Artwork sowie einem nicht mal platten, aber dennoch obligatorischen Wortwitz im Titel. Sind NoFX noch ernster geworden? Nehmen sie endgültig das "Fun" aus "Funpunk" heraus? Fast klingt es so, hört man, wie bedächtig "60%" beginnt. Nachdem sie eine gute Minute nur 60% geben, geht es in gewohnter Manier los. NoFX sind immer noch die Alten. Danke!
Nachdem Sellout-Bands ihr Fett weg bekommen, wird es politisch. Hatte Bandleader Fat Mike nach den Wahlen 2004 noch erklärt, er hätte resigniert. Hinter vorgehaltener Hand hieß es, er hätte überhaupt keinen Bock mehr, über Politik zu reden, so haben NoFX hier schon wieder eine ganz Menge Munition gegen die "USA-Holes" gesammelt. Immer schön portoniert in kurzen, knackigen Songs, die selten mal länger als zweieinhalb Minuten und nie länger als drei dauern.
Die erste Single "Seeing Double At The Triple Rock" - mit einem köstlich respektlosen Video, das Popetown wie Kinderkacke aussehen lässt - zeitigt den ersten wirklichen Ohrwurm auf dem Album, diese Nummer war als Teaser auch schon auf der Vorab-EP enthalten. Und immer wieder geht es gegen die amerikanische Regierung und diejenigen, die deren Politik willenlos folgen. Musikalisch wagen NoFX nichts Neues, aber das würde wohl auch niemand ernsthaft erwarten oder gar verlangen wollen.
Lediglich kleine Ausflüge in angrenzende Gefilde erlauben sich die Altväter des Funpunk. "The Marxist Brothers" inkorporiert Reggae-Anleihen und erinnert ein wenig an The Clash. Ein weiteres Kleinod: Das sehr kurze "Benny Got Blowed Up". "Leaving Jesusland" ist der wohl klassischste NoFX-Track auf "Wolves in Wolves' Clothing". Ein fettes Grinsen malt "Cool And Unusual Punishment" ins Gesicht, in dem es sich um japanischen S&M dreht. Im Titeltrack geht es um das Selbstverständnis von NoFX als Amerikaner. "We are this planet's kidney stone" klingt für meine Begriffe aber schon sehr weinerlich.
Typischer NoFX-Humor begegnet dem Hörer in "Cantado En Español", wo sich El Hefe auf spanisch darüber lustig macht, dass die meisten Fans wohl nicht verstünden, was er da gerade singt. Und so pendeln NoFX zwischen Witzeleien, wirklich lustigen Texten ("Instant Crassic") und todernsten, politischen und religionskritischen Texten, wie man es von ihnen gewohnt ist. NoFX erfinden weder den Punk noch sich selbst neu, aber sie machen das, was sie am Besten können: Unterhaltsamen, im wahrsten Sinne des Wortes kurzweiligen Punkrock, und dafür lieben wir sie.
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