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Bevor er 1994 sein epochales Album "The Downward Spiral" veröffentlichte, hatte Trent Reznor eine schwere Zeit. Gut und gerne hätten seine Nine Inch Nails damals als großes Elektro-/Metal-Missverständnis in die Geschichte eingehen können (um "Industrial" drehte es sich ja noch nicht wirklich). Reznors Vision und deren künstlerische Umsetzung griffen einfach noch nicht ineinander.
Zum einen geriet das 1989 erschienene Debütalbum "Pretty Hate Machine" so synthetisch, dass potenzielle Fans verstört reagieren mussten, wenn Reznor live plötzlich Gitarrenwände auffuhr und in ironiefreier Rock'n'Roll-Manier unvermittelt seinen Drummer besprang.
Umgekehrt fanden es Besucher von Rock-Festivals zu jenen fernen Zeiten nicht sehr komisch, wenn Reznor sie auf der Bühne mit Synthesizer-Burgen begrüßte. Legendär sind bis heute die NIN-Gigs im Vorprogramm der Guns N' Roses-Tournee 1991/92, wo Reznor dafür als Hochverräter des ehrlichen Rock vom "November Rain"-Pöbel mit Bierbechern und Whiskyflaschen beworfen wurde.
Interessanterweise polarisiert "Pretty Hate Machine" bis heute das NIN-Fanlager, was den vordringlichsten Grund haben dürfte, dass es musikalisch und produktionstechnisch nie das Jahrzehnt seiner Entstehung verleugnen konnte. Dies wusste auch Reznor, der deshalb seit Jahren versucht, die Masterbänder von seinem Debüt wieder zu erlangen.
Nachdem das Originallabel TVT Records pleite ging, wechselten die Rechteinhaber praktisch im Jahrestakt, bis sie irgendwann als verschollen galten. 2005 erschien zum erschütternden Groll des Meisters eine unautorisierte Neu-Edition auf Rykodisc.
Doch am Ende bekommt Reznor ja immer, was er will und wenn es 21 Jahre dauert. Gemeinsam mit dem langjährigen Sound-Engineer Tom Baker ("Downward Spiral", "Broken", "The Fragile", etc.) versprach er für die "2010 Remastered"-Version ein "weitaus verbessertes Sounderlebnis". Passend hierzu tilgte NIN-Ästhetik-Boss Rob Sheridan aus dem Originalcover die 80s-Anleihen und passte es dem düsteren Cover-Kanon an.
Das Resultat ist zwiespältig. Macht man den direkten CD-Vergleich mit der Originalscheibe, ist unüberhörbar, dass Reznor einiges an Staub weggeblasen hat. Die elektronischen Beats vermitteln an manchen Stellen eine Tiefe und klingen nun oft dreidimensionaler als damals. Gut nachzuhören am Anfang der Songs "Sanctified", "That's What I Get" oder "Ringfinger". Der geniale Bitcrush-Vorläufer "Terrible Lie" tönt nun auch zeitgemäßer, vor allem dank der mächtigeren Druckwellen im Tieftonbereich (Refrain).
Andererseits: Hätte man gerade keine Original-CD des Albums zur Hand gehabt, wäre es vielleicht gar nicht aufgefallen. Dies ist weniger als Kritik an Reznors Remastering-Kunst gemeint, sondern vielmehr als Ritterschlag für den damaligen Produzenten Flood, denn für 1989 knallte das alles schon sehr beachtlich. Der große Aha-Effekt bleibt in der neuen Version jedenfalls aus.
Bonusmaterial gibt es leider nur in Form eines einzigen Tracks: "Get Down Make Love" von Queen erschien damals als B-Seite von "Sin". Eine furiose Version, die nun zu Recht auf eine Stufe mit den Albumtracks gehievt wird.
Das groß angekündigte Digipak beinhaltet nicht viel mehr als ein Booklet mit allen Texten. Besonders viel Spaß dürfte es Reznor bereitet haben, der üblichen "Thank You"-Rubrik nun noch ein "Fuck You" anzuhängen (geht raus an TVT Records). Vom Original-Booklet fehlt allerdings sowohl sein Foto, als auch die zahlreichen, dem Enthusiasmus eines Album-Debütanten geschuldeten Anmerkungen, etwa die seiner musikalischen Einflüsse (Jane's Addiction, Prince, Public Enemy). Da scheint den Mann noch einiges mehr als der Sound an seinem Debüt gestört zu haben.
Soundfreaks dürfen sich allerdings fragen, warum es keine 5.1-Version der Platte gibt, wenn Reznor schon jahrelang für sie gekämpft hat. Der dürfte sich jedoch über einen ganz persönlichen Sieg freuen: Da bislang kein "Pretty Hate Machine"-Song als Download erhältlich war, sind nun ausschließlich seine Remasters-Versionen in den Online-Stores. Ein spätes Happy End für den Kontroll-Freak.
Schließen wir mit Trents eigenen Worten: "Es war ein spannender Trip, das Schicksal dieser Platte, das durch zahlreiche Hände geglitten ist (eine lange und depressive Geschichte), mitzuerleben, aber jetzt ist es in sicheren Händen gelandet. Wir haben sie ein bisschen poliert und hatten Spaß, diesen alten Freund wieder zu sehen. Ihr hoffentlich auch!"
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Pretty Hate Machine und Broken/Fixed sind die einzigen NIN-Platten, die ich noch ohne Scham durchhören kann. Bis Fragile wirds Rosinenpickerei und danach wirds irgendwie komplett uninteressant.
@ultraviolet
Gott, bist du arm dran! Hat dich der böse Trent Reznor mit seiner Musik belästigt?
Schon scheiße, wenn man inner Klappse sitzt und das Radio nicht bedienen darf, ne?
Aber immerhin hast du da Internet, so kannst du wenigstens etwas deiner Hirnwichse ablassen ne?
Immer noch absolut geiles Album. Generell gefällt mir alles was Trent bisher so gebracht hat, auch wenn mir die Anfänge von PHM bis The Fragile immer noch am besten ins Ohr gehen, aber da spricht für die Kritiker wohl der Fan aus mir....
Ich finds aber auch schade das es keine 5.1 Version vom Album gibt, ist einfach was ganz anderes, aber das wird hoffentlich noch nachgereicht zusammen mit der von Broken, die EP MUSS einfach noch als 5.1 erscheinen!
Aber allein für Head Like A Hole, Terrible Lie, Sin und Ringfinger liebe ich das Album!
Wo mer schon dabei sind: grad Year Zero nochmal gehört und muss sagen, dass es eigentlich doch ziemlich geil ist. vor allem sehr eingängig. vielleicht genau der grund, weshalb es mir damals nicht gefallen hat.
Ein Kommentar meiner Mutter vorhin zu "Get down make love" (sie ist großer Queen Fan): Was hörst du denn da? Ist da was mit deiner Anlage kaputt?" 
- "Äh, nein, das ist ein Cover von nem Lied deiner Lieblingsband..."
-"Achso, das ist dann mit Absicht, dass die das so verzerren usw. ne?"
"Ja..." *seufz*
Für ein COver von Queen sollten sie ihn erstmal vierteilen und dann teeren und Federn und nackt durch die UBahn jagen diesen Vollsputnik
Ich hab 1992 bei der G'N'R-Tour ebenfalls zum Pöbel gehört und schäm mich immer noch dafür...
Der Kommentar zu den Internetusern, die nach einer Show ihre "Meinung" ausdrücken ("is scheiße!") passt zu dir.
werde ich mir zulegen- einfach nur um zu hören, was trent aus den alten bändern gezaubert hat.
btw.: trolle muss man einfach ins leere laufen lassen. wird zwar schwierig, weil mancher kommentar einem die zornesröte ins gesicht steigen lässt. ist aber das einzige mittel.
Wer ist Runner70 ? Jemand mit Geschmack ? Die sind ja selten hier....
Nach fünf Jahren Internetpräsenz mein Fazit: "überlesen. meist völlig substanzloses Gelaber und die Infos basieren meist auf Hörensagen"...
zu phm... werde es mir wahrscheinlich auf vinyl zulegen, da ist der unterschied sicher am hörbarsten.
da reznor ja perfektionist durch und durch ist, wird es sicher kein weiterer soldat im loudness-war sein.

was Reznor nach NIN mit How To Destroy Angels gestartet hat, ist vielversprechend. Was Queen nach Mercury gestartet haben, ist ein Verbrechen.
Schon klar, der Vergleich ist eigentlich unzulässig, passt aber irgendwie in den Thread
Was haben Queen nach Mercury gestartet ? Erstmal gar nichts und unter dem Queen Banner gabs NICHTS mehr. Setzen sechs!
Aggressiv? Gut gemeinter Rat von mir: NIN hören - das beruhigt ;o) Zur Info: Queen haben zuletzt Paul Rodgers geholt, um ihn Mercury's Songs "singen" und performen zu lassen. Verpasst? Kann man nachlesen. Von Nachhören rate ich dringend ab: "Nach dem Tod von Mercury traten die verbliebenen Queen-Mitglieder May, Taylor und Deacon beim Freddie Mercury Tribute Concert 1992 gemeinsam mit einer Vielzahl an Gastsängern auf, darunter waren Roger Daltrey, James Hetfield, Robert Plant, Seal, David Bowie, Annie Lennox, George Michael, Lisa Stansfield, Elton John, Axl Rose und Liza Minnelli. Der zweite ? und zugleich letzte ? Auftritt zu dritt fand 1997 anlässlich der Premiere von Maurice Béjarts Ballett in Paris statt: Wiederum übernahm Elton John den Lead-Gesang bei The Show Must Go On, dem einzigen damals gespielten Stück. Diese Live-Version wurde 1999 auf dem Album Greatest Hits III veröffentlicht.
In den folgenden Jahren unternahmen Brian May und Roger Taylor (ohne Beteiligung von John Deacon) verschiedenste kleinere Live- und Studio-Projekte unter dem Namen ?Queen+?: May und Taylor teilten sich dabei den Lead-Gesang mit wechselnden Gastsängern. Bei Kurzauftritten waren u. a. Dave Grohl von den Foo Fighters (2001 in New York bei Queens Einführung in die Rock and Roll Hall of Fame), Patti Russo (2002 in Amsterdam), Zucchero und Luciano Pavarotti (2003 in Modena) sowie Anastacia (2003 in Kapstadt beim 46664-Benefiz-Konzert) zu hören. Im Studio gab es Neueinspielungen von Queen-Titeln u. a. mit Five (We Will Rock You, 2000), Robbie Williams (We Are the Champions, 2001) und John Farnham (We Will Rock You, 2003).
Ab Ende 2004 gab es eine dauerhafte Zusammenarbeit mit Paul Rodgers. Mit ihm gemeinsam fanden 2005 und 2006 unter dem Namen ?Queen + Paul Rodgers? ausgedehnte Tourneen durch Europa, Japan und Nordamerika statt."
Unter welchem Banner auch immer, sie haben kläglich versucht, ihr Zentrum Mercury zu ersetzen und sich aus Profitgier schamlos an seinem musikalischen Erbe vergangen.
Es wäre mir lieber, ich wäre ebenfalls in der Lage, mir das schönzureden, aber meine tiefe Verehrung des Musikers Mercury und mein wohl altmodisches Verständnis von Anstand und Moral lassen dies nicht zu.
Was sollen sie machen?Nur weil Freddie tot ist sich auch (musikalisch ) töten ? Alleine Brian und Roger wieder zusammenspielen zu sehen war die beiden Touren wert. nd das hat NULL mit Schönreden zu tun denn Queen waren/Sind auch Brian und Roger (und John!!!!!!!).
Na vielleicht das, was andere große Bands auch gemacht haben, nachdem sie ihren Leadsänger verloren haben: einsichtig in Würde abtreten oder sich neu aufstellen und neue Songs schreiben, und nicht Paul Rodgers ihre Klassiker vermurksen lassen.
Vielleicht hat sie auch die Angst vor Misserfolg den doch eher ungewöhnlichen aber sicheren Weg einschlagen lassen. Womit wir wieder bei der Profitgier wären.
Mein persönliches Lieblingsalbum ist Sheer Heart Attack (1974). Nichtzuletzt wegen Tenement Funster, solo gesungen von Roger Taylor...
Jo geiler Song.Aber QPR muss man komplett separat von Queen sehen. Wenn ich da sehe was andere Legenden machen wie Waters mit seiner peinlichen Wall Wiederaufführung und Krächzgesang hatte das schon Stil.
"My new purple shoes, bin amazin the people next door
And my rock n roll 45s bin enragin the folks on the lower floor
I got a way with girls on my block
try my best individual
And when we go to Smokies and rock
they line up like its some kinda ritual
Oh give me a good guitar, and you can say that my hair s a disgrace
Or, just give me an open car, I ll make the speed of light outta space
I like the good things in life
But most of the best things aint free
And this same situation, just cuts like a knife
When youre young, and youre poor and youre crazy
But oh, give me a good guitar..."
Sigh absolut professioneller Umgang mit Kritik, man löscht sie.
Welchen Admin muss man hier eigentlich ans Bein pissen um gebannt zu werden?
Den Profil löschen habt ihr ja hier auch vergessen, nichmal diese Gnade habt hier gebacken bekommen.
Mein abstanzquadratischer Favorit von Herrn Reznor iss und bleibt seine Maxi mit sieben (!) genialen Remixes eines einzigen Bowie-Songs: "I'm Afraid Of Americans". Trent hatz drauf! Er sollte wesentlich mehr Pop-Standards derart vernageln.
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