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Auf der Homepage der Nine Inch Nails frohlockt Trent Reznor, dass seine Band ab sofort frei von jeglichem Plattenvertrag sei.
Los Angeles (drei) - Seit Monaten schimpft Trent Reznor, Mastermind der Nine Inch Nails, auf die Universal Music Group, nun hat das Drama ein Ende. Gestern erklärte Reznor auf der Homepage der Band: "Ich habe LANGE Zeit gewartet, um folgende Ankündigung machen zu können: Ab sofort sind die Nine Inch Nails total frei Handelnde, frei von jeglichen Plattenverträgen mit irgendeinem Label".
Reznor sei 18 Jahre lang bei Labels unter Vertrag gewesen und habe zugesehen, wie die Plattenindustrie zu etwas völlig anderem als zuvor mutierte. Bereits vor Veröffentlichung von "Year Zero" im Frühjahr dieses Jahres gab es Auseinandersetzungen zwischen dem Label und Reznor. So stellte dieser die komplette Platte vor Veröffentlichung zum Prelistening ins Internet, ohne Universal davon zu informieren.
Später regte er sich über die hohen Preise auf, die Fans für das Album in Australien bezahlen mussten, und nannte die Verantwortlichen "Diebe". Im September setzte er noch einen drauf und forderte bei einem Konzert in Down Under seine Fans zum illegalen Download der Songs auf.
Nachdem Reznor im Mai noch beklagt hatte, dass er Universal noch ein Album schulde, bevor er den Vertrieb seiner Platten in die eigne Hand nehmen könne, gaben die Verantwortlichen dort jetzt offenbar nach. Das Majorlabel bestätigte auf Anfrage von laut.de lediglich, dass Nine Inch Nails nicht mehr bei Universal unter Vertrag seien.
Der Frontmann, der vor einigen Wochen auch erklärt hatte, dass er die Nine Inch Nails auflösen und neu formieren wolle, blickt nun "spannenden Zeiten" entgegen.
So gern ich Trent auch mag, er ist schon ein verdammter Heuchler. Denn ohne Labels und hohe CD-Preise könnte er es sich nicht leisten, so große Töne zu spucken.
Ich versteh die Kritik nich... irgendwie schimpfen alle auf die Majors (vllt zu recht, vllt nicht - andre Geschichte) und dann kommt Reznor daher, schüttelt sch frei und versucht sich an nem alternativen Geschäftsmodell - ich finde ersma is ne Runde aufmerksames Beobachten angesagt, was er aus dem (durchaus positiven) Ansatz macht. Hinterher meckern kann man dann immer noch, und typisch deutsch wäre es auch - also win/win...
Jaja, wenn Trent Reznor wieder in irgendeiner Form in den Nachrichten auftaucht, dann gibt's natürlich wieder ein paar Vollpfosten, welche die Gelegenheit nutzen, um ihre Sprüche á la "NIN sind scheiße!" loszuwerden. Im Gegensatz dazu beschäftige ich mich einfach mal lieber mit dem Sachverhalt.
Reznor ist ja schon dafür bekannt, daß er leicht reizbar ist, keine Frage. Aber in Sachen Plattenunternehmen ist es ja wohl auch keine Frage, daß vielleicht eine von hundert Entscheidungen zugunsten der Künstler oder Käufer fällt. Ich will mich nicht darüber beschweren, das hat sicherlich altmodische marktwirtschaftliche Gründe. Allerdings sympathisiere ich selbstverständlich mit jedem Künstler, dem seine Kunst etwas wert ist und für seine Freiheit kämpft.
"Year Zero", NINs letztes Album, wurde größtenteils aus Reznor's eigener Tasche bezahlt und von Universal praktisch nicht promotet. Ja, sogar die ganze ausgefallene Marketing-Kampagne wurde von Reznor und seinen Produzenten finanziert. Zu den eigenen Ausgaben zählen zum Beispiel die CD, welche sich nach dem Abspielen verfärbt und einen Text preisgibt. So viel zum Thema: Er kann es sich leisten, er wird ja von den Majors bezahlt.
Ich beglückwünsche Reznor, daß er sich der immer größer werdenden Reihe von Künstlern anschließt, welche den Majors den Kampf angesagt hat. Ich hoffe, der Trend setzt sich fort und kommt irgendwann auch bei den vielen kleineren Projekten an. Und ich freue mich sehr darauf, ein neues hochklassiges Werk der Nine Inch Nails zu hören zu bekommen (Hier ist übrigens der Punkt gekommen, wo alle über mich und meinen Musikgeschmack herfallen dürfen!)

Das ist natürlich ein Bisschen Quatsch, Trentie Boy jetzt zum Streiter gegen die bösen Majorlabels hoch zu stilisieren, immerhin war es damals eine eigene Entscheidung, überhaupt erst zu einem Major zu wechseln.

Das dürfte dir ja keine schlaflosen Nächte bereiten, daher verstehe ich jetzt, nicht wofür dieser Beitrag nötig war...
Zudem 5-6 Jahre keine unmögliche Zeit sind. Allemal ist mir das lieber als ein Act, der vertragsgemäß jedes Jahr ein mittelmäßiges Fließband-Album auf Century Media für 17,99-20,99€ auf den Markt rotzt.
also erstmal, trent reznor macht weder cd-preise, noch steckt er das meiste von dem geld in seine tasche. wer sich mal ein bisschen damit auseinandersetzt, wird feststellen, dass der standard-major-vertrag (aber wohl auch standard-indie-vertrag)sage und schreibe 2% und ich wiederhole, damit niemand denkt, ich hätte mich vertippt: 2% für den künstler vorsieht, abzüglich aufnahmekosten und video. das is nich gerade viel.
steve albini hat das mal aufgeschrieben und man kann es hier:
www.negativland.com/albini.html
nachlesen.
und wie es gehen kann, ohne label zu arbeiten, machen radiohead gerade vor. die haben ihr neues album 'in rainbows' gerade zum download freigegeben und jeder kann selbst entscheiden, wieviel er zahlen möchte, also man brauch auch nix zahlen, wenn man denn meint.
wenn man das ganze auf handelsüblichen datenträgern haben will muss man zwar 60 euro zahlen, bekommt dafür aber das album auf doppel-vinyl und cd, plus eine extra cd mit mehr songs plus einem artworkbuch.
ob die 60 euro jetzt wirklich gerechtfertigt sind, denke ich, hängt wohl arg vom artwork-buch ab, aber grundsätzlich ist das ein faires angebot.
also wenn trent reznor ähnliche wege einschlägt und dieser ansatz schule macht, dann fände ich das großartig, weil der kontakt zwischen fan und künstler endlich unmittelbar ist und der verkäufermittelsmann plattenfirma (zumindest bei bekannten künstlern) ausgeschaltet werden kann. vielleicht wird darüber auch endlich mal das bewusstsein dafür geschaffen, wie abartig die meisten labels abzocken (es gibt auf jeden fall ausnahmen, wie etwa constellation, tenderversion, shitkatapult oder warmmilkrecords) nur weil sie vertriebsstrukturen und promotionkapital besitzen. d.h. wenn es fairen umgang mit künstlern und fans (und damit wohl in erster linie künstlerische freiheit und faire preise) geben soll, dann müssen die fans und musikliebhaber mitziehen. informiert euch über die labelpolitik der labels eurer lieblingskünstler und wenn die stinkt, klaut das album und geht aufs konzert, denn damit unterstützt ihr die künstler besser.
unterstützt faire labels und kleine plattenläden, denn die bieten eine alternative zu den eingefahrenen, ungerechten strukturen und setzt damit ein zeichen.
das internet macht eine unmittelbare verbindung zwischen künstler und fan so einfach wie nie zuvor, nutzt das. anstatt euch über trent reznors freude über seine neugewonnene freiheit auszulassen, macht euch nen kopp, wie er die nützen könnte um ein faires verhältnis zwischen ihm und seinen fans zu schaffen und macht ihm vorschläge.
ihr seit genauso gefordert, wie die künstler, um alternative wege zu finden und zu schaffen. nur meckern und illegal downloaden hilft niemandem.
norbert, iona, warmmilkrecords
Naja, da Trent Reznor ja dafür bekannt ist, Veranstalter zu erpressen, ihm Geld zu bezahlen, damit er seine treuen Fans nicht einfach ohne Auftritt im Regen stehen lässt, wage ich zu bezweifeln, dass in seinem Fall die Entscheidung kontra finanzielles Absahnen und pro arme Fans ausfallen wird.
Ob jetzt das Einfordern eines "Schmerzensgeldes" aufgrund technischer Probleme gerechtfertigt ist, oder nicht, es wirft aber ein deutliches Licht darauf, wie wichtig ihm seine Fans sind. Nämlich offenbar nicht sehr außer als Druckmittel.
Was die alternativen Wege der Vermarktung von Musik angeht:
Radiohead können sich so etwas erlauben. Nicht zuletzt, weil sie dank ordentlicher jahrelanger Promotion seitens ihres Labels den nötigen Bekanntheitsgrad erreicht haben.
Ich will jetzt um Gothes Willen keine Majorlabel in Schutz nehmen, aber ich möchte anmerken, dass kaum jemand gezwungen ist, einen Vertrag dort zu unterschreiben (abgesehen von Casting-Band-Synchronlippen-Bewegern, und die haben es nicht anders verdient).
Trotzdem war es lange Zeit Usus, dass viele Alternative- und Independent-Künstler, kaum, dass sie ein wenig Erfolg hatten, sofort zu einem Major gerannt sind, und sich dort unter Vetrag nehmen ließen, so übrigens auch unser Freund Reznor.
Diese Leute sind ja nun nicht völlig bescheuert, also müssen sie wohl einen Grund gehabt haben für diese Entscheidung. Offenbar sahen sie Vorteile in einem Majorplattenvertrag. Eventuell aufgrund der flächendeckenden Promotion und Distribution (IMmerhin sind 2% von 5.000.000 verkauften Alben doch mehr als 50% von 1000). Vielleicht waren sie auch einfach froh, dass irgend jemand ihnen bzw. ihrem semiprofessionellen Manager die ganze langweilige Organisations- und Marketing-Arbeit abnimmt, und sie sich endlich anständig darauf konzentrieren können, einfach mal Popstar und Diva zu sein. 

Nö, ich fand die With Teeth absolut zahnlos, und die Fragile hatte deutliche Längen, und ist stellenweise einfach -sorry- prollig. Die Year Zero habe ich gelangweilt nach einmaligem Durchhören zur Seite gelegt.
Dabei gehört die Downward Spiral zu meinen liebsten Am-Stück-Hör-Alben (O.k., bei Closer wird inzwischen geskippt. Nicht, weil der Song an sich schlecht wäre, kann ihn nur nicht mehr hören), die Broken und die Fixed begeistern mich durch ihre Kompromisslosigkeit, und die Pretty Hate Machine durch die unbandige Energie.
Jo, auf den neueren Alben ist etwas verloren gegangen. Vermutlich sind es die Drogen, Supahanz ^^
Aber er bringt jetzt viel öfter mal Alben raus. Früher hat er vielleicht zwei Songs im Jahr geschrieben, den Rest der Zeit hat er mit Drogen kaufen oder Manager verklagen verbracht. Seit er nüchtern ist, schreibt er viel. Das ist zwar nicht mehr so genial experimentell wie The Downward Spiral, aber es ist immernoch um WELTEN besser als die allermeisten Alben, welche gnadenlos gepusht werden (ich persönlich halte The Fragile für einen Meilenstein). Und Year Zero war ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn ihm jetzt das ganze politische Gefasel mal genug ist, dann wird das nächste Album sicherlich wieder brilliant.
Lieber Trent, Politik ist ohnehin viel zu unwichtig, um sich näher damit zu befassen. Du bist Musiker, Mann ^^
mag reznor und seine musik, hat viele sehr geile stücke geschrieben. Keine Ahnung wie der Typ menschlich drauf ist...hab ihn nicht kennen gelernt. Aber ich find es gut, neue wege zu gehen, und den versuch zu unterstützen, die kommerzialisierung der musik ein wenig aufzuhalten.
Bin auf jedenfall gespannt, wie der nächste streich aussieht.
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