Nicht nur die Rockwelt hielt gestern den Atem an: David Bowie, ?uestlove, Samuel L. Jackson u.v.a. trauern um den Velvet Underground-Vordenker.

Konstanz (mis) - Mit 69 Jahren kooperierte er mit Metallica, mit 71 lobte er Kanye Wests "Yeezus"-Album. Auch im hohen Alter sorgte Lou Reed immer wieder für Überraschungen. Für Eingeweihte keine Neuheit: Reed war ein Grenzgänger, mindestens so streitbar wie brilliant, eine Rock-Ikone und der unangefochtene NYC Man des Genres.

Eine treue Anhängerschar bis zuletzt

Die Ursachen hierfür liegen besonders in den späten 60er Jahren, als er der so erfolglosen wie innovativen Band The Velvet Underground vorstand, sowie in den frühen 70ern, wo er prägende Studioalben veröffentlichte, die ihm bis zuletzt eine treue Anhängerschar bescherten.

Bereits kurz nach dem Bekanntwerden von Lou Reeds Tod gestern in Long Island, New York meldeten sich die ersten prominenten Kollegen aus der Musik- und Entertainmentszene mit Beileidsbekundungen zu Wort.

Stars trauern um Lou Reed

Aus seiner Solokarriere stechen "Transformer" (1972), "Berlin" (1973) und "New York" (1989) als Meilensteine heraus, doch auch auf den Alben abseits wohlwollender Kritiken oder Chartserfolgen enttäuschte der Rock-Dichter sein Publikum selten.

Nur an "Metal Machine Music" (1975) und der Metallica-Kooperation "Lulu" (2011) scheiden sich die Geister. Doch Reed legte nie Wert auf Urteile von Journalisten und machte sich früh einen Namen als kauziger bis maulfauler Interviewpartner, der es leid ist, seine Poesie zu erklären.

"So denkt Kanye West sicher keine Sekunde"

Ein Interviewzitat bezüglich seines Lobs für das erwähnte Kanye-Album erklärt die Lebensaufgabe, die sich Lou Reed gestellt hat und deren Resultate über fünf Jahrzehnte lang weltweit Liebhaber und Bewunderer fand: "Ich habe Musik nie als Herausforderung gesehen. Ich mache das, weil ich denke, etwas Schönes zu erschaffen. Und wenn du das denkst, denkt es vielleicht auch ein anderer. Als ich 'Metal Machine Music' aufnahm, dachte ich: 'Wow, das ist etwas für Gitarrenliebhaber. Das ist Gitarre pur, von Anfang bis Ende, in allen Variationen. Und man hängt nicht nur an einem Beat.' Aber der New York Times-Kritiker John Rockwell schrieb: 'Das hier ist eine echte Herausforderung'. So habe ich nie gedacht. Und so denkt West sicher auch keine Sekunde. Du kreierst etwas, weil es deine Arbeit ist und weil du es liebst."

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10 Kommentare mit 19 Antworten

  • Vor 4 Jahren

    Igitt, das Bild von der Klotaucher-Szene aus Train Spotting hätte nicht sein müssen ;)

    Ich glaube, Miley meint das so ernst wie bei Biebers Beileids-Twitter-Ergüssen.

  • Vor 4 Jahren

    ich finde jim jarmusch zwar großartig. aber den spruch hat er von brian eno geklaut. berühmtes eno-zitat über vu, allerdings mit 30.000 exemplaren als angabe...

    • Vor 4 Jahren

      Dachte ich mir auch. Genauso wie diverse Leute, von denen ich mir ziemlich sicher bin, dass sie keine einzige Platte von Lou Reed im Schrank haben, aber dann "RIP Lou Reed" und einen Youtube-Link zu Perfect Day oder Wild Side posten...

    • Vor 4 Jahren

      wobei Perfect Day in Trainspotting schon geil is^^

      ich bin auch nicht so der Lou Reed Fan. Ich glaub einfach mal, dasser ein grosser Musiker war, daher find ichs auch Schade. Geht mir aber lange nicht so Nahe wie z.B. Lord.
      So ehrlich darf man ja auch sein. Ich kauf der Miley das einfach nicht ab.

    • Vor 4 Jahren

      Absolut unautenthisch wie ein G ohne tannengrünen Hoddie von Fruity!

    • Vor 4 Jahren

      Konnte ja bis vor kurzem auch nicht all zu viel anfangen. Außer Perfect Day, Walk on The Wild Side und VU + Nico kannte ich nicht wirklich was von Reed. Hab erst letzte Woche mal wieder besagtes Album rausgekramt und mich intensiver mit The Velvet Underground und den ganzen Solosachen der einzelnen Mitglieder befasst und finde es daher schon irgendwie ironisch, dass er ausgerechnet jetzt den Löffel abgibt.
      Miley Cyrus und die Biberfresse würden auch die Warholsche Banane aufm T-Shirt tragen und auf die Frage nach ihrem Lieblings Velvet-Song nur verdutzt fragen: "Who?"