Grünen-Chef Cem Özdemir postete auf Facebook seinen Unmut über einen Konzertbesuch der Wulffs. Und halste sich einen ausgewachsenen Shitstorm auf.

Berlin (top) - Cem Özdemir war sicher nicht der einzige, dem das Medienspektakel um Christian Wulff missfiel. Von einem Boulevard-Blatt ließ sich der Ex-Bundespräsident am vergangenen Dienstag aus folgendem Grund ablichten: Christian und Bettina Wulff zeigten sich das erste Mal nach ihrer Trennung zusammen in der Öffentlichkeit – auf einem Bruce Springsteen-Konzert in Hannover.

Özdemir bewertete die Gelegenheit für den gemeinsamen Auftritt gelinde gesagt als unpassend. Als ebenso unpassend empfanden aber rund 1.300 Nutzer den dazugehörigen Post auf seiner Facebook-Seite:

Seehofers Sex Pistols-Sammlung

"Ein persönliche Bitte: Liebe konservative Politiker, tut was ihr wollt und tut es wo ihr wollt, aber bitte lasst den Rock'n'Roll in Ruhe. Erst von und zu Guttenberg bei AC/DC, jetzt Wulffs bei Springsteen. Was kommt noch? Kauder bei Manu Chao? Diese Musik steht so ziemlich für das exakte Gegenteil Eurer Politik. Wann stellt Seehofer, natürlich in der BILD, seine Sex Pistols Plattensammlung vor? Gnade BILD & Co. Habt Erbarmen. Cem"

Obwohl der Post am Donnerstag um zwei Uhr nachts online ging, ließen die Reaktionen nicht lange auf sich warten. Die Mehrheit der User – ironisch bis angriffslustig gestimmt – fragte sich vor allem: Woher nimmt Cem Özdemir die Autorität darüber zu urteilen, wer welche Musik hören darf? Eine Facebook-Nutzerin kommentierte beispielsweise:

Populistischer Griff ins Klo

"Lieber Herr Özdemir, vielleicht veröffentlichen Sie mal eine Liste mit Songs, die 'wir Konservativen' hören dürfen, damit wir uns zukünftig auch wirklich an Ihre Vorgaben halten können. Danke!"

Als einen "populistischen Griff ins Klo" bezeichnet ein anderer User Özdemirs Beitrag. Das erkannte wohl auch Cem Özdemir selbst, in seinem Post Folgetag änderte er seine Meinung dementsprechend: "Wie bereits Friedrich II gesagt hat: jeder soll nach seiner Façon selig werden und hören was er oder sie will." Für den Grünen-Politiker hat sich das Thema damit erstmal erledigt, die Facebook-Community diskutiert aber in den Kommentaren weiterhin über Geschmacksfreiheit, "die Grünen als Spießer" und Rock'n'Roll in der Politik.

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Bruce Springsteen

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31 Kommentare

  • Vor 10 Monaten

    Diskussionen über Cem Özdemir dann bitte von jetzt an im Chat hm? Danke.

  • Vor 10 Monaten

    Alle peinlich, Meilen-Cem inklusive. Wer sich durch solche PR-Moves blenden lässt, selbst schuld. Abgesehen von Politikern gibt es aber auch so genug Leute, die zum Boss gehen um mal "richtig abzurocken". Es gibt auch Menschen, die lassen sich von Thomas Gottschalk auf dem ZDF die größten Rockhits aller Zeiten vorspielen und stehen drauf. Wo liegt das Problem?

  • Vor 10 Monaten

    Ja, peinlich vom Cem.
    In Grundzügen kann ich sowas verstehen, ich kotze auch oft mal kurz in die Ecke wenn ich mitbekomme wer hier und da meine Lieblingsartist hört und dabei Krawatte, Sandalen oder Strähnchenfrisur trägt, aber mein Gott.. wenn man sich darüber wirklich aufregen würde, dann wär man immerwährend aufgeregt.