Die Produzentenlegende disst neben den Beatles auch U2, Taylor Swift und sogar Michael Jackson.

Los Angeles (maxi) - Als einer der größten Produzenten der Musikgeschichte hat Quincy Jones naturgemäß viel zu erzählen. Eine brisante Bemerkung machte er neuerdings über seine Studiotage mit den Beatles.

Nach seinen ersten Eindrücken von der Band gefragt, antwortete er: "Sie waren die schlechtesten Musiker der Welt. (..) Paul war der schlechteste Bassist, den ich je gehört hatte. Und Ringo? Lass uns gar nicht erst drüber reden."

Das tat Jones aber dann doch: Der Drummer habe drei Stunden lang mit einem Arrangement gekämpft, bis den Produzenten die Sache schließlich zu blöd wurde und sie Ronnie Verrell, einen Jazz-Schlagzeuger, hinzuzogen. Mit diesem sei die Aufnahme nach 15 Minuten im Kasten gewesen.

Anschuldigungen gegen Michael Jackson, Kritik an U2 und Taylor Swift

Pikantes hatte Jones auch über seinen ehemaligen Schützling Michael Jackson zu berichten, dem er seinerzeit half, den Pop-Olymp zu erklimmen: "Ich sage das ungern öffentlich, aber er hat Vieles gestohlen. Er stahl viele Songs. Donna Summers 'State Of Independence' und 'Billie Jean'. Die Noten lügen nicht."

Nachdem er außerdem eröffnete, dass er bei seinen Irland-Aufenthalten in Bonos Schloss residieren würde, schüttelte er bei der Frage, ob U2 noch gute Musik machen würden, den Kopf. Gründe zu nennen falle ihm schwer: "Ich weiß nicht. Ich liebe Bono von ganzem Herzen, aber auf der Band lastet zu großer Druck."

Erst kürzlich kritisierte Jones auch den zeitgenössischen Pop in Form Taylor Swifts: Die Musikwelt brauche Songs, keine Hooks, beurteilte er ihr Songwriting.

Quincy Jones Aussagen kommen wenig überraschend zu einem passenden Zeitpunkt: Auf Netflix erscheint demnächst eine Dokumentation über sein Lebenswerk.

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The Beatles und U2

The Beatles und U2,  | © EMI (Fotograf: ) The Beatles und U2,  | © EMI (Fotograf: ) The Beatles und U2,  | © EMI (Fotograf: ) The Beatles und U2,  | © EMI (Fotograf: ) The Beatles und U2,  | © EMI (Fotograf: ) The Beatles und U2,  | © EMI (Fotograf: ) The Beatles und U2,  | © EMI (Fotograf: ) The Beatles und U2,  | © EMI (Fotograf: ) The Beatles und U2,  | © EMI (Fotograf: ) The Beatles und U2,  | © EMI (Fotograf: ) The Beatles und U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) The Beatles und U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) The Beatles und U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) The Beatles und U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) The Beatles und U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) The Beatles und U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) The Beatles und U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) The Beatles und U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) The Beatles und U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) The Beatles und U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) The Beatles und U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) The Beatles und U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) The Beatles und U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) The Beatles und U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler)

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5 Kommentare mit 8 Antworten

  • Vor 16 Tagen

    Ringo war echt lausig, muss man so sagen. Paul McCartney hingegen hat gewiss Stärken, aber die liegen sicherlich nicht im Bassspielen. Ihn darauf zu reduzieren ist töricht.

    • Vor 16 Tagen

      Ringo hat schonmal seinen ganz eigenen Stil, ob er aus technischer Sicht ein guter Drummer ist/war, kann ich für mich eigentlich gar nicht richtig beantworten. Es gibt zumindest immer mal Momente bei den Beatles, die einen das vermuten lassen könnten. Lausig ist auf jeden Fall too much.

    • Vor 16 Tagen

      Keine Ahnung warum Ringo immer so harsch kritisiert wird. Beim technischen Aspekt war er in der Tat nicht der talentierteste, aber als Drummer eben auch weit ab von schlecht. Es gibt haufenweise gute Beispiele, die das Gegenteil beweisen: Rain, She Said She Said, A Day in The Life um nur mal einige zu nennen.
      Dafür ein sehr melodischer Drummer mit ausgesprochen gutem Zeitgefühl, welcher trotz unzähliger Takes so gut wie nie Fehler gemacht hatte und es vermied sich in seinen Fills zu wiederholen.

    • Vor 16 Tagen

      Würd' ich auch so sehen. Ringo Starr mag zwar nie der beste Schlagzeuger gewesen sein und bestimmt auch nicht einer von den Schlagzeugern, die die nächste Generation zu den Sticks greifen läßt. Aber er ist ein äußerst banddienlicher Schlagzeuger und jemand mit einem sehr feinen Gespür für das richtige Maß. Der wollte sich nicht in den Vordergrund spielen, wo es nicht sein mußte, sondern er wollte mit seinen Möglichkeiten aus einem Stück das Optimum rausholen. Hat er sogar bei "Helter Skelter" geschafft, das schon ganz andere zertrommelt haben ...
      Gruß
      Skywise

  • Vor 16 Tagen

    Ist mir scheissegal, was ein Musiker technisch drauf hat, solang die Mucke gut ist.

  • Vor 16 Tagen

    Hat ihn ja scheinbar damals sehr gestört. Erst Unmengen an Kohle scheffeln und jetzt - hoppla, so kurz vor der Doku über das eigene Lebenswerk - durch ein solches Interview Publicity bekommen.

  • Vor 14 Tagen

    Genau solche Produzenten kann ich gar nicht ab. Da spricht die Bräsigkeit und Altklugheit von 40 Jahren. Am Ende will er noch die Musik an sich erfunden haben.

    • Vor 14 Tagen

      @Ragism:
      Gut 65 Jahre. Der Mann hat Anfang der 50er bei Lionel Hampton angefangen.
      Nein, die Musik hat er nicht erfunden und das wird er bestimmt auch zu keinem Zeitpunkt behaupten. Aber die Liste der Namen, mit denen er zusammengearbeitet hat und die Hits, die durch ihn entstanden sind, lassen eben eine gewisse Großspurigkeit zu. Und daß er bis vor ein paar Jahren nichts von seinem Gespür für gute Arrangements und ordentliche Künstler eingebüßt hat, hat er mit Zaz' "Paris" bewiesen (2014).
      Gruß
      Skywise

    • Vor 14 Tagen

      ich sein "digge hose"-getue auch wenig elegant für eine 85jährige ikone.

      aber er ist weit mehr als ein producer. allein schon, was er an denkwürdigen soundtracks machte, ist jeden kniefall wert. u.a. die kaktusblüte, in der hitze der nacht oder kaltblütig.

  • Vor 12 Tagen

    Nach dieser eigenartigen Auffassung von Musikalität, die Jones da hat, müssten Bands wie Velvet Underground und Joy Division für Quincy ja im Minusbereich musiziert haben.
    Selbst wenn man einen Musiker aus technischer Sicht betrachten will, gehört für mich nicht nur dazu, wie schnell und präzise der auf sein Drumkit drischt oder das Griffbrett runtergniedelt. Wer harmonisch teiweise so anspruchsvolle und abwechslungsreiche Sachen wie die Beatles geschrieben hat, ist schon nur aus technischer Sicht für mich mindestens so ein guter Musiker wie ein Virtuose an seinem Instrument oder Sessionmusiker etc.
    Mal ganz abgesehen davon, dass der Fokus der Musik wie die der Beatles sowieso auf der viel wichtigeren, emotionalen Ebene liegt.

    • Vor 12 Tagen

      @Radiohead9:
      Hm. So habe ich Quincy Jones' Kommentar nicht verstanden. Ich habe es so interpretiert, daß die Beatles mit ihrer Fingerfertigkeit an den Instrumenten weit unter par lagen. Was ich sogar tatsächlich glaube, mit Ausnahme George Harrison vielleicht. Die Beatles sind ja selbst zu dem Schluß gekommen, daß sie lausig waren, nachdem das japanische Publikum bei ihrem Budokan-Konzert '66 artig still gelauscht hat, so daß das Quartett sich erstmals seit Anfangstagen von Anfang bis Ende selbst gehört hat (Monitore waren damals noch nicht Standard). Als sie beim Rooftop-Konzert wieder gemeinsam live gespielt haben, war das in Sachen Interpretation auch nur bedingt gut. Die ganzen anspruchsvolleren Meilensteine der Beatles entstanden ab "Rubber Soul" praktisch ausschließlich im Studio und mußten von den Musikern niemals auf einer Bühne reproduziert werden, und das Rooftop-Konzert fand mit - sorry Beatles, sorry Billy Preston - dem musikalisch anspruchsloseren Material von "Get Back"/"Let It Be" statt.
      Ich glaube nicht, daß Quincy Jones (hey, ausgerechnet *der* Quincy Jones, der sich unter anderem im selben Interview beschwert, daß derzeit viel zu wenig Wert auf Songwriter-Qualitäten gelegt wird!) den Beatles allgemein abgeneigt ist, und ich glaube auch, daß er sehr wohl weiß, wo ihre Stärken lagen und was die moderne Musik ihnen zu verdanken hat. Er hält sie halt nur nicht für gute Instrumentenschrubber.
      Gruß
      Skywise

    • Vor 11 Tagen

      So habe ich seinen Kommentar auch verstanden.
      Das mit der mangelnden Fingerfertigkeit will ich auch nicht bestreiten.
      Mir ging es vor allem darum, dass selbst, wenn man Musiker aus rein technischer Sicht betrachtet (was ich sowieso schonmal für unsinnig halte, da Musik kein Wettbewerb ist) da noch andere Faktoren mit reinspielen als nur die Fähigkeit des Instrumentenschrubberns.
      Ich denke auch nicht, dass er ihnen abgeneigt ist, ganz im Gegenteil. Ich vermute, er wollte ungefähr “Hey, die sind grandiose Songschreiber aber eigentlich die schlechtesten Musiker“ aussagen aber meiner Meinung nach ist das schon mal ein Widerspruch, weil Songwriting so ein immens wichtiger Teil des Musikerseins ist. Also zumindest dann, wenn du in einer Band spielst, die eigene Musik schreibt. Klar wenn du in einem Orchester spielst oder ähnliches, ist das was anderes. Aber die Fertigkeit, einen guten Song zu schreiben macht dich meiner Meinung nach mehr zu einem guten Musiker als bloße Fingerfertigkeit am Instrument, weswegen ich die Aussage aus der Schlagzeile, die von Jones Seite wohl bewusst reißerisch und übertrieben gewählt wurde, hahnebüchen .
      Dass die Beatles nicht allzu tight live gespielt haben, liegt wohl auch daran, dass die kaum getourt sind und deswegen wahrscheinlich kaum geprobt haben. Der Fokus lag da klar auf 12 Studioalben in acht Jahren, es leuchtet ein, dass da nicht mehr viel Zeit für Proben blieb.

    • Vor 11 Tagen

      Ich füge noch ein “finde“ an das Ende des einen Satzes :)