Marc Almond gab dem britischen Mirror das erste Interview nach seinem schlimmen Motorradunfall im Oktober 2004 - und freut sich schon auf sein Comeback.

London (mis) - Sein Haar ist seit dem Unfall ergraut, aber das macht Marc Almond nichts aus. "Vielleicht färbe ich sie ja bald mal wieder, aber nun sollen erstmal die Wunden verheilen. Außerdem kann ich so zeigen, dass ich mich nicht dafür schäme. Es sind nun eben meine Kriegswunden", so der britische Popstar im Mirror-Interview, dem ersten öffentlichen Auftritt seit seinem schweren Motorradunfall im vergangenen Oktober. Der 45-Jährige war als Beisitzer auf dem Motorrad seines Freundes und Managers Mark im Londoner Stadtverkehr unterwegs und lag nach der Kollision mit einem Auto zehn Tage mit schweren Kopfverletzungen bewusstlos auf der Intensivstation. Anschließend musste er weitere fünf Wochen in stationärer Behandlung bleiben.

Eine schwerwiegendere Spätfolge des Unfalls ist ein Stotterproblem, unter dem Almond bereits in seiner Jugend litt. Zwar gibt der Sänger zu, dass es "schlimmer als je zuvor" sei, dennoch ist er zuversichtlich: "Am Anfang stand ich unter Schock und konnte kein Wort formulieren, manchmal nicht einmal telefonieren." Er müsse vor allem daran arbeiten, sich auf Stimmen von Personen zu konzentrieren, die ihm nicht direkt gegenüber stünden.

Nachdem ein kurzzeitig erwogener Luftröhrenschnitt abgewendet werden konnte, ist zumindest seine Gesangskarriere nicht gefährdet. Im Falle einer erfolgreichen Schulter-Operation im Februar möchte der Brite bereits diesen Sommer wieder auf der Bühne stehen und auch die ausgefallenen Soft Cell-Konzerte mit Partner Dave Ball nachholen. Seine Stimme sei in Ordnung.

Auch der Humor ist dem Sänger bei aller Tragik nicht abhanden gekommen. So erfährt man, dass Almond, als er im Krankenhaus sein Bewusstsein wieder erlangte, zunächst dachte, er sei entführt worden: "Ich hatte keine Ahnung, warum all diese Dinge in meinem Mund steckten. Also versuchte ich, das Zeug da raus zu kriegen, bis das Personal mich festbinden musste." Außerdem führt er feixend aus, dass er nun sogar engen Freunden gegenüber seine Würde verloren hätte, seit sie ihn ständig auf dem Weg ins Badezimmer begleiten mussten. Zum Genesungsprozess seines Freundes Mark äußerte er sich nur knapp: "Er hat einige schlimme Verletzungen davon getragen und versucht nun, auf seine Weise damit klar zu kommen."

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Marc Almond Langer Heilungsprozess

Am zehnten Tag seines Aufenthalts im Krankenhaus konnte Marc Almond von der Intensivstation verlegt werden. Nach dem schweren Motoradunfall scheint der Sänger auf dem Weg der Besserung zu sein.

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  • Marc Almond im Mirror http://www.mirror.co.uk/news/allnews/tm_objectid=15078396&method=full&siteid=50143&headline=marc-almond-on-his-horror-crash-name_page.html

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