Technische Probleme und Eingriffe in die Privatsphäre dämpfen den Enthusiasmus um die "Magna Carta Holy Grail"-App.

Konstanz (top) - "Ich hab das gelesen ... Danke, kein Bedarf" twitterte Rapper Killer Mike zu einem Screenshot von der "Jay-Z Magna Carta"-App. Im Bild listet das Tool auf, worauf es nach der Installation so zugreifen wird: Telefonspeicher und Systemsteuerung mögen einleuchten, doch die Liste geht weiter mit Standort, Netzwerkkommunikationen und Anrufen. Nicht nur Killer Mike fühlte sich da "unwohl" und wartet lieber bis zur offiziellen Veröffentlichung am Montag.

Bitte bei Facebook oder Twitter einloggen

In den letzten Tage hagelte es bereits Kritik von denen, die diese Eingriffe in Kauf nahmen und "Magna Carta" installierten. Denn das Unternehmen erweiterte seine Datensammlung noch: Um die App überhaupt verwenden zu können, mussten die Anhänger des Rappers sich zusätzlich bei Facebook oder Twitter einloggen und Samsung gestatten, unter ihrem Namen zu posten.

Wollten sie dann beispielsweise vorab die Lyrics einsehen, teilte der Anbieter die Aktion automatisch auf dem angegebenen Social Media-Account. Wohlgemerkt jedes Mal aufs Neue für jeden einzelnen Song. Beiläufig speicherte der Hersteller fleißig E-Mail-Adressen und Nutzernamen von denjenigen, mit denen der Smartphone-Besitzer kommunizierte.

Die App fällt bei den Nutzern als "Bullshit" durch

Zudem versagte gestern, am großen Tag, bei vielen die App. Entweder erschien eine Fehlermeldung, die besagte, die Verbindung sei überlastet, oder die Anwendung hing sich einfach gleich vor dem Hauptmenü auf. Ihren Unmut äußerten die Galaxy-Besitzer mit Niedrigstwertungen und bösem Feedback im App-Store:

"Bullshit! Wenn ich Magna Carta öffne, ist da nichts außer ein weißer Bildschirm"

"Erstmal startet die App sehr langsam. Und dann ist ein Facebook oder Twitter Account nötig, um zu starten. Ganz toll..."

"App startet und das wars - nix Download, nix Album für umme... Vielen dank!!! Und die Standardantwort könnt ihr euch sparen! Dreck"

Was würde Kurt Cobain dazu sagen?

Das Album selbst tritt demgegenüber völlig in den Hintergrund. Allenfalls wundern sich Kritiker über Lyrics von Kurt Cobain im Werbeumfeld des Rüstungs- und Atom-Konzerns Samsung. So hatte sich Jay-Z das sicher nicht vorgestellt.

Seine vermeintlich geniale Promo könnte nach hinten losgehen. Und als wäre das alles nicht genug, musste er jetzt auch noch die Show auf dem Dach des Ed Sullivan Theatre in New York City absagen, die er für die offizielle Veröffentlichung am Montag geplant hatte. Es gebe Bedenken wegen Terrorismus und Feuerwerken, hieß es in der Erklärung.

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Jay-Z,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Jay-Z,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Jay-Z,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Jay-Z,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Jay-Z,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Jay-Z,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Jay-Z,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Jay-Z,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Jay-Z,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Jay-Z,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Jay-Z,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen)

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