Die Pixies sagten ihr erstes Konzert in Israel überhaupt ab. Die Band ist nicht die erste, die aufgrund der momentanen politischen Situation einen Rückzieher macht.

Tel Aviv (adm) - Elvis Costello, Gorillaz, Gil-Scott Heron, Klaxons, Carlos Santana und nun auch Pixies: Sie alle sagten kurzfristig ihre Konzerte in Israel ab. Obwohl die Bands nicht immer genaue Gründe dafür angeben, spekulieren nicht nur Fans über Zusammenhänge mit der derzeitigen politischen Situation.

"Ereignisse außerhalb unserer Kontrolle"

Die Pixies sollten eigentlich am 9. Juni am mehrtägigen Pic.Nic-Festival in Tel Aviv auftreten. Die Band entschuldigte sich in einem Statement bei ihren Fans für die Absage und gab "Ereignisse außerhalb unserer Kontrolle" als den Grund dafür an.

Eine ziemlich vage Begründung also, weshalb aus Kreisen der Organisatoren Vermutungen laut werden, die Absage stünde im Zusammenhang mit der israelischen Attacke gegen die Aktivisten-Hilfsflotte für den Gazastreifen von letzer Woche.

Kultur-Terrorismus gegen Israel?

Das Pic.Nic Festival leidet bereits unter den kurzfristigen Absagen der Headliner Klaxons und den Gorillaz, die diese letzten Donnerstag bekanntgaben - zwei Tage nach dem Kommandoangriff auf die Aktivistenflotte.

Organisator Shuki Weiss beklagte gestern die Absagen und meinte, dass Fans nicht für die Taten ihrer Regierung bestraft werden sollten: "Ich bin voller Trauer und Schmerz angesichts der Tatsache, dass unsere Versuche, hochkarätige Acts und Festivals zu präsentieren, wiederholt einer Form kulturellen Terrorismus' gegen Israel und die Künste zum Opfer fielen."

Westliche Künstler unter Druck von Aktivisten

Bereits letzten Monat sagte nach Carlos Santana auch Elvis Costello zwei Konzerte in Israel ab. Wie die BBC berichtet, befürchtete der Musiker, seine Auftritte könnten als politischer Akt interpretiert werden.

Bereits vor der Attacke auf die Hilfsflotte versandten israelische Menschenrechtsaktivisten offene Briefe an mehrere westliche Künstler - darunter auch die Pixies - in welchem sie einen künstlerischen Boykott gegen ihr Land forderten.

Weiss gibt sich dennoch kämpferisch. Das Pic.Nic-Festival solle weitergehen im Namen von "Pluralismus, Kameradschaft und gegenseitigem Respekt. Es soll weitergehen um die Leute zu erinnern, dass die Welt mehr bietet als Gewalt und Unheil."

Trotz der zahlreichen Konzertabsagen treten dennoch bekannte Acts in Israel auf. Placebo, Elton John und Rod Stewart halten an ihren geplanten Auftritten fest.

Fotos

Elvis Costello, Gorillaz und Pixies

Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © LAUT AG (Fotograf: Oliver Lambrecht) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © LAUT AG (Fotograf: Oliver Lambrecht) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Michael Schuh) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Michael Schuh) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Michael Schuh) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) Elvis Costello, Gorillaz und Pixies,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler)

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17 Kommentare

  • Vor 7 Jahren

    Ist schon wahnsinnig, daß der Veranstalter des Pic.Nic hier von "kulturellem Terrorismus" spricht. Sicherlich ist es für ihn eine Katastrophe, wenn die Top-Acts ausfallen. Verständnis sollte er allerdings auch dafür haben. Hier übertritt ein Staat seit vielen Jahrzehnten weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit internationales Recht. Endlich kommt mal ein - im Verhältnis fast schon als Lappalie zu bezeichnendes - Verbrechen an die Öffentlichkeit und bietet der Welt Gelegenheit, deutlich Stellung zu beziehen.

    Den Staat Israel interessiert das, wie gehabt, reichlich wenig. Nur sollte der Veranstalter die bis zur Unkenntlichkeit mißbrauchte Phrase des "Terrorismus" meiden und sich so nicht hinter ein kriegstreiberisches Regime stellen.

    Das hier soll von meiner Seite aus keine Grundsatzdiskussion werden. Ich stelle mich nur ausdrücklich hinter die Entscheidung der Bands.

  • Vor 7 Jahren

    Die Gorillaz waren überhaupt nie für Israel gebucht, das wären Gorillaz Sound System gewesen - schlecht recherchiert Herr Praktikant.

  • Vor 7 Jahren

    ich finde es auch übertrieben, von terrorismus zu sprechen. nur verstehe ich nicht, wie die genannten künstler auf die idee kommen, ihre konzertabsagen würden ausser enttäuschten fans etwas erreichen. das argument, die weltöffentlichkeit auf mißstände aufmerksam zu machen, gilt für einen der meistdiskutierten konflikte auf der welt sicher nicht

  • Vor 7 Jahren

    @Peter Steele
    Ja keine Ahnung...der Freund des Freundes meines Cousins hat mal gesagt, dass es wohl so etwas geben soll...aber kann ich mir eigentlich auch überhaupt nicht vorstellen.

  • Vor 7 Jahren

    @Albino:

    Ich möchte auf keinen Fall bestreiten, daß es das Phänomen "Terrorismus" im Gaza-Streifen gibt. Es gibt allerdings noch mehr zu Deinem Satz zu sagen, daß die Hamas Israel auslöschen möchte. Auf der anderen Seite nämlich steht ein Staat mit der größten Militärmacht der Welt, wenn man die Einwohnerzahlen, Landgröße, Allianzen und Finanzen einberechnet. Benjamin Netanjahu seinerseits hat bereits mehrfach betont, daß er Palästina ausradieren möchte. Wie man anhand folgender Karte nachprüfen kann, ist der Staat Israel dabei äußerst erfolgreich und dürfte es in den nächsten 20 Jahren auch geschafft haben: http://lassewilhelmson.files.wordpress.com…

    Ich hoffe, der sogenannte "Terrorismus" der Hamas erklärt sich daraufhin etwas leichter. Er ist im Grunde dieselbe Art von Terrorismus, die jede Bevölkerung betreibt, die sich in einer beinahe ausweglosen Situation befindet.

    Ich würde die Thesen im Übrigen auch nicht so extrem sehen. Ich würde niemals behaupten, daß die israelische Armee Spaß am Töten hätte. Ich sehe bei einem Angriff auf einen international besetzten Hilfsgütertransport in internationalem Gewässer in erster Linie Israel in der Beweispflicht. Und beweisen konnten sie bislang nicht, daß auf den Schiffen Waffen transportiert wurden oder in irgendeiner Weise Provokationen stattfanden. Ich halte den Standpunkt also für sehr gewagt, daß alle Zeugen aus aller Herren Länder über den Angriff lügen sollten.

    Wer sich über die Hintergründe des Transports informieren möchte, findet hier alles: http://de.indymedia.org/2010/05/282225.shtml
    Da wurde sehr klar die Absicht erklärt und Protokoll geführt, schon vor dem Angriff auf die Schiffe.