Ein Schweizer Magazin boykottiert den Auftritt der Guns N' Roses und hat den Knebelvertrag für Fotografen online gestellt.

Zürich (luc) - Die Hardrock-Band Guns N' Roses macht sich mit einem Knebelvertrag für professionelle Fotografen keine Freunde: Nach einem Leak des Vertrags weiß man jetzt, dass Fotografen ihre geschossenen Bilder nur einmalig für eine Publikation benutzen dürfen. Danach dürfen die Bilder nicht mehr verwendet werden, außerdem gibt es ein Limit von sechs Bildern.

Durch den Knebelvertrag werden Fotografen zudem gezwungen, alle Rechte ihrer Bilder nach einer einmaligen Publikation an die Band abzutreten. Die Bilder dürfen nicht einmal für das persönliche Portfolio der Fotografen verwendet werden.

Maximal sechs Bilder in schlechter Qualität

Das Schweizer Online-Magazin Negative White protestiert gegen die katastrophalen Bedingungen im Vertrag. Die Fotografin Michelle Brügger, die eigentlich das Konzert der Band im Zürcher Letzigrund ablichten wollte, erklärt: "Wenn in einem Vertrag steht, ich dürfe von meiner Arbeit einmalig nur maximal sechs Bilder in schlechter Qualität veröffentlichen, während der Künstler unentgeltlich volle Urheberrechte auf Lebzeiten erhält, frage ich mich ernsthaft, wer hier für seine Arbeit nicht bezahlt wird".

Bei einem Konzert gilt meist die Regel, dass die ersten drei Songs von ganz vorne geschossen werden dürfen. Guns N' Roses verfrachten die Fotografen allerdings hinter den zweiten Wellenbrecher - mit den Unmengen an in die Höhe gehaltenen Handykameras ist der schöne Blickwinkel dahin. Außerdem müssen Fotografen das Konzert nach drei Songs wieder verlassen. Wer in der kurzen Zeit nicht die geforderten sechs Bilder zusammenbekommt, hat schlechte Karten.

Axl Rose gegen das Internet

Das Schweizer Magazin zieht nun Konsequenzen - und hat das Konzert boykottiert. "Natürlich wäre ich enttäuscht gewesen, dass ich nur den Anfang des Konzerts mitbekomme und den Rest des Auftritts verpasse. Aber wenn mir dann auch noch die Rechte an meinen Bildern abgesprochen werden und ich die wenigen erlaubten Bilder auch noch ein einziges Mal in schlechter Qualität publizieren soll, dann habe ich gar keine Lust mehr, diese Band überhaupt zu fotografieren," äußert sich die Fotografin.

Axl Rose scheint eben recht empfindlich zu sein, was unvorteilhafte Fotos von ihm betrifft: Vor ziemlich genau einem Jahr hat er bereits die Anwaltskanzlei "Web Sheriff" auf Google angesetzt, um die Löschung des sogenannten 'Fat Axl'-Memes zu veranlassen.

Fotos

Guns N' Roses

Guns N' Roses,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Guns N' Roses,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Guns N' Roses,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Guns N' Roses,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Guns N' Roses,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Guns N' Roses,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Guns N' Roses,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Guns N' Roses,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Guns N' Roses,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Guns N' Roses,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Guns N' Roses,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen)

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7 Kommentare mit 17 Antworten

  • Vor 2 Monaten

    Einmal Vollidiot, immer Vollidiot!

  • Vor 2 Monaten

    Für mich ist Guns N' Roses eine der meistüberschätzten Bands der Welt. Zugegeben, Slash mag ein Gitarrengott sein, doch die Band lebt alles in allem hauptsächlich noch vom Ruhm vergangener Tage.

    Ich hab die Appetite vor einigen Jahren gekauft, nachdem ich mich berufen fühlte, mehr über Guns N' Roses zu erfahren und ich musste feststellen, dass die Musik instrumental ganz knorke, der Gesang von Rose mir mitunter jedoch viel zu nasal, dünn, laut und anstrengend war.

    Da ich den Original Hype damals verpasst hab, kann ich den bis heute andauernden Fame um diese Band also nicht nachvollziehen. Was ich jedoch nachvollziehen kann ist, dass die Boys von damals mittlerweile ältere Herren sind, die sich gebettet im Fame vergangener Zeiten selbst als Götter sehen, die alles verlangen können, was sie wollen.

    • Vor 2 Monaten

      Viele Bands funktionieren in der Tat besser im Kontext ihrer Zeit und Entstehungsgeschichte. Ich kann allerdings nur sagen das Guns N' Roses damals völlig zu Recht die Allergrößten waren, deren Platten schon irgendwie zeitlos sind und Axl einer der besten Rocksänger überhaupt ist. Nur ist diese Art von Musik und Stimme mittlerweile völlig out. Man kann sich aber trotzdem etwas Mühe beim Hören geben und versuchen zu verstehen wieso das mal so groß war.

    • Vor 2 Monaten

      Als GnR ganz groß waren, war ich noch in meinen Windeln. Trotzdem feiere ich deren alten Platten immer noch sehr ab. Axel war ein großartiger Sänger und die Band funktioniert auch wunderbar.

      Und GnR brauchten nun wirklich keinen Hype um für sich zu stehen.

  • Vor 2 Monaten

    Guns N' Roses ohne Slash sowieso scheiße, bei dem Dreck hier macht er eh nur wegen der Kohle mit. Und wieder mal die große Abzocke und Millionen Mitläufer, die koste es, was es wolle, dabei sein müssen. Ohne mich.