Nach dem Feuer im Golden Pudel Club in Hamburg geht die Polizei von Brandstiftung aus.

Hamburg (juf) - In der Nacht zu Sonntag ist der Golden Pudel Club in Hamburg in Flammen aufgegangen. Der Brand, der gegen drei ausbrach, breitete sich von einem Anbau auf den Dachstuhl des Clubs aus. Im Obergeschoss befanden sich rund 150 Gäste, die sich aber alle rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten.

Am stärksten ist der Dachstuhl betroffen, der laut Statikern auch einsturzgefährdet ist. Der Club-Betrieb ist bis auf weiteres eingestellt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, möchte aber bisher keine weiteren Details bekannt geben.

Club kurz vor der Zwangsversteigerung

Der Golden Pudel Club, der seit den 90er Jahren Treffpunkt für unzählige Bands der Hamburger Schule war, stand kurz vor der Zwangsversteigerung, nachdem die beiden Besitzer und ehemaligen Freunde, Rocko Schamoni und Wolf Richter ihre Streitigkeiten nicht beilegen konnten. Als Termin war der 20. April vorgesehen. Der Verkehrswert der Bretterbude wurde auf 510.000€ geschätzt, als Mindestgebot führt die verantwortliche Immobilienfirma 255.000€ an.

"Versteigerung passt nicht zu unserer Welt"

In einem Statement hatte der Club erst vor kurzem Widerstand angekündigt: "Der Wert eines Grundstücks wird für uns nicht über den Markt definiert, sondern dadurch wie es bespielt wird. Unsere soziale Idee am St. Pauli Fischmarkt 27 steht für Offenheit - fern von ökonomischen Gegebenheiten und gesellschaftlichen Normen will der Pudel mit musikalischen Visionen und politischer Phantasie einen Gegenpart zur aktuellen Kultur bilden. In diesem Sinne passt das Erschaffen eines finanziellen Mehrwerts für Dritte durch eine Teilungsversteigerung nicht zu unserer Welt. Denn: Die Welt ist und bleibt eine Pudel!"

Der Widerstand formiert sich

Die Angst, ein weiteres subkulturelles Zentrum zu verlieren, hatte Anhänger des Clubs schon im vergangenen Frühjahr zu einer Crowdfunding-Initiative motiviert, die aber nach einem Tag vom Pudel-Club gestoppt wurde. Stattdessen riefen die Betreiber die "The Freaks Are Alright"-Kampagne ins Leben, die mögliche Investoren vom Kauf abhalten sollte.

Wie und ob es mit dem Golden Pudel Club nun weitergeht und ob das Gebäude nach dem Feuer vollständig abgerissen werden muss, ist noch unklar.

6 Kommentare mit 6 Antworten

  • Vor 5 Monaten

    Nicht, dass ich Sympathien für Antikapitalisten, die den störenden Investoren "die Zähne zeigen wollen", hätte...
    Aber das ist schon ganz, ganz große Scheiße. Der Pudel ist ein feiner Laden, wenn nicht mein liebster in Hamburg - wäre extrem schade, wenn das das Aus bedeuten würde.

  • Vor 5 Monaten

    Wie kannst du keine Sympathien für Antikapitalisten, aber für den Pudel haben?? Der Pudel war für mich immer ein Beispiel, wie Kritik am System mit Unverbissenheit und Spaß gelebt werden kann!

  • Vor 5 Monaten

    Wie kannst du keine Sympathien für Antikapitalisten, aber für den Pudel haben?? Der Pudel war für mich immer ein Beispiel, wie Kritik am System mit Unverbissenheit und Spaß gelebt werden kann!

  • Vor 5 Monaten

    Ich finde das Gebahren des Pudel-Volks in letzter Zeit ganz und gar nicht unverbissen. Da wird keine Kapitalismuskritik geäußert, sondern sich über raffgierige Investoren, die die Stadt und die dazugehörige Kultur kaputtmachen beschwert - ne richtige Hoodmentalität. Dabei ist es doch völlig blödsinnig zu erwarten, dass irgendwelche Investoren in einem Anflug von Sentimentalität auf ein Grundstück in der Lage verzichten würden. Die Schuld ist nicht bei den Investoren, sondern im System zu suchen - oder von mir aus beim meschuggen Bruder von Daniel Richter, wegen dem es ja überhaupt erst zur Versteigerung kommt - wenn das Pudel-Kollektiv mittels Crowdfunding (oder wie auch immer) in der Lage ist das Grundstück selbst zu erwerben, dann freue ich mich darüber - aber das sollen sie bitte tun, ohne hirnverbrannte Blockupy-Parolen in die Gegend zu blöken.
    Den Pudel als Club finde ich trotzdem super. Wenn ich feiern gehe, mir die Birne wegsaufe und 2,3 Dinger baller, dann habe ich keinen politischen Anspruch an die Party.

    • Vor 5 Monaten

      Yüah, du bist ja ein krasser Dude.
      Hast vermutlich schon ein paar Mal zu oft "2,3 Dinger" geballert.

    • Vor 5 Monaten

      Na gut lieber Craze - dann erklär ich dir mal wie ich das gemeint habe: keineswegs ist der letzte Satz wörtlich zu nehmen, er war lediglich an Chrismas und andere Politidioten gerichtet, die ihren Spaß an einer Party davon abhängig machen wie viele "antifaschistische Banner" im Raum hängen.
      Dann könntest du mir verraten woran du inhaltlich festmachen willst, dass ich "vermutlich schon ein paar Mal zu oft "2,3 Dinger" geballert" habe, oder hast du dich nur in deiner sxe-Ehre gekränkt gefühlt?

    • Vor 5 Monaten

      ShakenUp: Wieso sind Leute wie du eigentlich nicht von der Regulationstheorie begeistert? Dann hätte man wenigstens seine Ruhe und würde nicht dauernd Kommentare lesen, die bei Aktion XY immer "das ist ja verkürzte Kapitalismuskritik 11!!1" diagnostizieren. Alleine schon, dass überhaupt irgendwer in Deutschland etwas gegen einen Missstand unternimmt, ist doch schon mal was.

    • Vor 5 Monaten

      Löscht euch

  • Vor 7 Tagen

    Ist wohl nicht ganz frisch, aber falls es wer wie ich verschlafen hat: Der Pudel scheint gerettet!
    http://www.sueddeutsche.de/panorama/eigent…