Drei Monate nach dem Angriff auf das Bataclan kommen die Eagles Of Death Metal nach Paris, um "das Set zu beenden".

Paris (joga) - Drei Monate nach dem Terror-Angriff auf ihre Show im Bataclan sind die Eagles Of Death Metal gestern wieder in Paris aufgetreten. Es ist - für die Band wie für das Publikum - eine Art Konfrontations-Therapie: "Ich möchte einfach versuchen, das Set zu beenden, damit alle einen Teil dieses schlimmen Zeugs hinter sich lassen und in ihrem Herzen Platz für bessere Sachen schaffen können", sagte Frontmann Jesse Hughes im französischen TV.

"Ich bin kein Held, aber ..."

Am Tag zuvor hatte Hughes noch die restriktiven Waffengesetze Frankreichs kritisiert, die es den Terroristen nur leicht machen würden: "Ich bin kein Held, aber wenn ich eine Waffe gehabt hätte, hätte ich etwas ändern können – und ich wäre bereit gewesen, es zu tun", zitiert die Zeit den EODM-Fronter.

Auch beim gestrigen Wiederholungskonzert im Pariser Club Olympia darf er natürlich keine Waffe tragen, statt dessen sind ein paar Bodyguards am Bühnenrand aufgestellt. Am Anfang des Konzerts scheint Hughes sich hilfesuchend umzuschauen, der ganze Auftritt fällt ihm sichtlich schwer. Doch hinter ihm sitzt sein Freund Josh Homme an den Drums und gibt ihm Rückendeckung.

Die Eagles Of Death Metal eröffnen mit einer Hommage an Paris, dem Song "Il Est Cinq Heures, Paris S'éveille" von Jacques Dutronc. Den ersten eigenen Song unterbrechen sie für eine Schweigeminute.

Vor dem Olympia kontrollieren Polizisten mit Maschinenpistolen Passanten und Verkehr. Das französische Parlament hat gerade den Ausnahmezustand verlängert. Alle Konzertbesucher werden mit Metalldetektoren untersucht.

Etwa 500 Überlebende aus dem Bataclan sollen der Einladung der Eagles ins Olympia gefolgt sein, schreibt die SZ, genaue Zahlen kenne man nicht. Im Foyer des Clubs sind 30 Psychologen im Einsatz, die sich um Hilfsbedürftige kümmern könnten. Am liebsten hätte Hughes die Wiederholungsshow sogar im Bataclan selbst gespielt. Doch der Club wird erst Ende 2016 wiedereröffnet - möglicherweise mit einem Konzert der Eagles Of Death Metal.

Fotos

Eagles Of Death Metal

Eagles Of Death Metal,  | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade) Eagles Of Death Metal,  | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade) Eagles Of Death Metal,  | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade) Eagles Of Death Metal,  | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade) Eagles Of Death Metal,  | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade) Eagles Of Death Metal,  | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade) Eagles Of Death Metal,  | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade) Eagles Of Death Metal,  | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade) Eagles Of Death Metal,  | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade) Eagles Of Death Metal,  | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade) Eagles Of Death Metal,  | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade) Eagles Of Death Metal,  | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade) Eagles Of Death Metal,  | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade) Eagles Of Death Metal,  | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade)

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4 Kommentare mit einer Antwort

  • Vor 5 Monaten

    Wenn der Sänger nicht so eine beschissene Haltung zu Waffengesetzen hätte, wären die glatt cool. Nach seiner wirklich tragischen Erfahrung im Bataclan, die man wirklich niemandem wünscht, hätte man erwarten können, dass er diese Meinung überdenkt, aber Fehlanzeige.... Armer Dummkopf.

    Wen's interessiert:
    https://www.youtube.com/watch?v=cgKr-T3Bx18

    Gibt noch x-andere Videos mit seinen kruden Vorstellungen zum Thema.

    • Vor 5 Monaten

      Ich finde die Aufregung unbegründet, weil es in Frankreich (EU) keine nennenswerte Stimmung geht, die in Richtung einer Aufweichung der Waffengesetze geht. Niemand fordert so etwas und wenn Jesse meint, dass er seine Meinung zum Thema Waffenrecht in Frankreich kundtun möchte, dann kann er das doch machen. Mir tut er leid, weil seine Erfahrung schrecklich waren.

      Wahrscheinlich gefällt mir Aphex Twins Meinung zur Abtreibung auch nicht, vielleicht denken die Deftones auch, dass arme Menschen sich einfach mehr hätten anstrengend müssen (erfundene Beispiele). Keine Ahnung, man sollte sowas auch trennen können.

  • Vor 5 Monaten

    In Amerika sollen sie mit ihren Waffen was sie wollen. Ich war zwar immer gerne da und weiß auch sehr gut, dass die Amis längst nicht alle so bescheuert ticken. Aber um so Armleuchter in der Regierung zu vermeiden müssen sie schon mal dagegen wählen gehen. Boykott und desinteresse hilft da nicht
    Aber es zwingt mich auch andererseits keiner dort zu reisen. Es gibt auch andere schöne Orte.
    Sie sollen ihre verdammten Waffen und die Thematik darum dann auch bitte da drüben lassen. Die NRA Propaganda hat hier nichts zu suchen und schon gar nicht als Ausschlachtung der Vorfälle in Paris. Das macht zumindest Hughes verdammt unsympatisch (mir ist bewusst, dass seine Einstellung dazu nichts neues ist). Ich könnte auch so tun als ob mich Politik nicht interessiert.. Aber nee. Ich sehe gar keine Notwendigkeit das zu trennen. Sie haben sich das selbst eingebrockt, dass man ihre Musik leider mit Waffenpoilitik in Verbindung bringt. Wer auf der einen Seite Fans damit gewinnen will, darf sich auf der anderen nicht über Verluste beschweren.

    Sehr schade, aber es wird einfacher dadurch, dass sie musikalisch eh recht schwach geworden sind.
    Mein Live interesse ist jedenfalls komplett verflogen.

  • Vor 5 Monaten

    Ein guter Musiker ist noch lange kein Philosoph. Ist wie mit Fußballern...man Sollte das nicht immer überbewerten, was die jungs von sich geben, nur weil sie gut mit Bällen oder Gitarren umgehen können...

  • Vor 5 Monaten

    Das hat damit gar nichts zu tun..ob jemand Philosoph ist..
    wenn sich jemand so explizit zu Waffen und Waffenbesitz äussert wie er ..dann muss man das Ernst nehmen.
    Er ist nicht nur Mitglied der US-amerikanischen National Rifle Association (NRA), sondern er trägt immer eine Waffe bei sich. Ausserdem sagt er, wenn jeder während dem Konzert eine Waffe gehabt hätte , hätte es weniger Tote gegeben. Also die typischen Argumente die die National Rifle Association nach jedem Amoklauf gebetsmühlenartig verbreitet. Jetzt werden neue Waffen für Kinder auf den Markt geworfen, die alle schön bunt und leicht sind. Rosa für Mädchen. Dazu hat er sich auch schon geäussert ..und gemeint..jedes Kind solle eine Waffe haben. Viele nehmen sich ihn und seine Aussagen als Vorbild. Darüber schon einmal nachgedacht ??