"Let's Party!" fordert das Thema der 3. Motto-Show. Manch ein Auftritt wirkt jedoch wie ein Plädoyer für eine Ausweitung des Tanzverbots.

Köln (dani) - "Let's Party!" Im Grunde eine einem Samstagabend durchaus angemessene Aufforderung. Als Thema einer Motto-Show bei "Deutschland sucht den Superstar" garantiert "Let's Party" allerdings mit unschöner Regelmäßigkeit – nur unterboten von "Ballermann"- oder "Après Ski"-Themenabenden - das halbnackte Grauen, angesichts der Liedchen, die unter diesem Deckmantel gerne mal ausgepackt werden. Ganz so schlimm, wie es Pitbulls von den verbliebenen acht Kandidaten zur Eröffnung vorgetragene unsägliche Drecksnummer "Feel This Moment" befürchten ließ, kam es dann aber glücklicherweise doch nicht.

Für die Ausweitung des Tanzverbots!

Simone Mangiapane macht den Anfang - "bevor wir ihn nach Zypern schicken". Was genau ein Sizilianer dort ausrichten sollte, bleibt das Geheimnis der Moderatoren-Attrappe Raul Richter. Wer den Soapdarsteller und seine ähnlich begnadete Kollegin Nazan Eckes mit der Leitung einer mehrstündigen Samstagabendshow betraut hat, gräbt hoffentlich bereits an dem Loch, in das vor Scham zu versinken dringend angezeigt wäre.

Hölzern, witzlos, uninspiriert, ungeschickt und zuweilen schlicht technisch unfähig hangelt sich das Gespann von einem Programmpunkt zum nächsten, nicht ohne unentwegt die angeblich herrschende "Wahnsinnsstimmung" zu beschwören. Zum "geilsten Club Deutschlands" versuchen die beiden die Talentshow aufzuplustern. Nachdem Raul Richter an den – warum auch immer – zu Beginn der Sendung auf der Bühne aufgestellten Plattenspielern demonstrierte, was er vermutlich für eine DJ-Pose hält, wünscht man sich verzweifelt eine Ausweitung des Tanzverbots, mindestens auf das ganze Osterwochenende.

Soulig wie Phil Collins

Simone Mangiapane hätte es nicht gestört. "Ich bin kein Tanzbär", schickt er ohnehin seinem Auftritt vorweg. Er gibt "You Can't Hurry Love" - mit etwa so viel Soul, wie ihn schon Phil Collins aufbrachte. Immerhin: In schlichtem schwarzen Anzug vor passendem Bühnenbild, ausgerüstet mit Stöckchen und umringt von Tänzern, die zum Schluss auch noch Funken sprühen ließen, sieht das gar nicht mal so schlecht aus. "Sehr stilvolle Party", lobt Tom Kaulitz. "Gut, dass du dir nicht zu sehr reinreden lässt und dir treu bleibst." Dieter Bohlen dagegen findet Simones Auftritt "relativ langweilig", er habe "keine großen Gefühle gehört". Ja. Nach "großen Gefühlen" suche ich auch ganz bestimmt auf einer Party.

Sprechen Sie Portugiesisch?

Wer schon Probleme hat, Texte in Sprachen zu behalten, derer er mächtig ist, versucht sich am besten in ganz fremden Zungen, so offenbar die krude Strategie von Tim David Weller. Er singt "Balada" von Gusttavo Lima. Auf Portugiesisch. Gar nicht so blöd. Eventuelle Textpatzer fallen so jedenfalls niemandem auf. Für seine Verhältnisse singt sich Tim recht solide durch den schauderhaften "Lambada"-Aufguss und wirkt zur Abwechslung sogar einmal, als habe er Spaß auf der Bühne. Die Jury sieht es freilich anders: "Nicht grotten- aber ziemlich schlecht", watscht Mateo den Auftritt ab. "Die Nummer steht dir einfach nicht", befindet auch Tom.

Der perfekte Song?

Dafür überschlägt sich die versammelte Jurorenschaft nach dem Auftritt von Ricardo Bielecki schier vor Begeisterung. Warum? Ich weiß nicht recht. Vom Gesang, der vermutlich auch diesmal wieder ganz ordentlich ausgefallen ist, dringt wenig durch. Die Großartigkeit der Nummer "Don't You Worry Child" ("einer meiner Lieblingstitel dieses Jahr", "super Songauswahl", "der perfekte Song", "Megatitel") will sich mir auch nicht erschließen. Das sollen jetzt "große Gefühle" gewesen sein? Na, man muss nicht alles verstehen.

Profi-Lob für Beatrice

Man muss aber auch kein Schlager-Fan sein, um in Beatrice Egli die versierteste Vertreterin ihres Genres zu erkennen, die DSDS je zu Gesicht bekam. Diese Woche gab die Eidgenossin "Du Hast Mich Tausendmal Belogen", und auch das wieder sicher gesungen und derart professionell aufgeführt, dass es schon mit dem Teufel zugehen müsste, sollte sie ihren Weg im Metier nicht irgendwie machen.

Mateo verliert sich hernach in Faselei, Tom wirkt zunehmend beduselter. Man fragt sich schon, was die beiden zwischendurch konsumieren. Gut, dass Dieter Bohlen – total überraschend, versteht sich – noch eine Expertenmeinung parat hat: Andrea Berg HIMSELF (sic! - ich hab' gar nicht gewusst, dass das eine Kollegin von Olivia Jones ist) grüßt und lobt per Telefon. Süß, wie die Freude darüber Beatrice ruckzuck auf Bergsprache umschalten lässt.

Kölle Alaaf!

Portugiesisch, Schweizerdeutsch … fehlt noch Kölsch. Timo Tiggeler verwechselt Ostern mit Karneval und legt sich mit "Viva Colonia" ein dickes Ei: Zwar gibt er den engagierten Animateur, das täuscht aber auch nicht darüber hinweg, dass dieser Titel - zumindest in Köln - kraftvoller aus jeder beliebigen bierseligen Schänke schallt. "Am besten auf gar keiner Bühne" wolle er solches sehen, so Bohlen über den musikalischen Tiefpunkt des Abends.

A-a follow

Über Mumpitz wie "Blitzumfragen" im Internet oder Zwischenständen mit kompletter Nullaussage kann man als "Moderator" schon mal vergessen, wozu man auf der Bühne steht. Den Titel anzusagen, den Lisa Wohlgemuth mitgebracht hatte, kommt jedenfalls weder Nazan Eckes noch Raul Richter in den Sinn, ganz zu schweigen von einer Erklärung, was genau Lykke Lis "I Follow Rivers" zum Partysong qualifiziert.

Abgesehen davon, dass ihr Erzgebirge-Akzent aus "I, I follow" "A-a fallow" macht, schlägt sich Lisa wacker. Insbesondere mit ihrer enthemmten Tanzeinlage zum Schluss zappelt sie sich mühelos in mein Herz. Ich habe mich heute Abend schon deutlich weniger amüsiert. Bis auf Dieter Bohlen, der Lisa gleich wieder "Star-Appeal" attestiert, geben sich die Herren Juroren trotzdem mäkelig.

Salto rückwärts

Zum Glück ist danach noch Kritik für Erwin Kintop übrig, der mit Ushers "DJ Got Us Falling In Love Again" den zweitschlechtesten Auftritt des Abends hinlegt. Aufstehen, drei Schritte nach vorne laufen und dann stocksteif eine Dance(!)-Nummer präsentieren, während um einen herum das Tänzergewusel wuselt, das sieht - pardon, Erwin - einfach blöd aus. Da rettet der Rückwärtssalto aus dem Stand am Ende den Eindruck halt auch nicht mehr.

Vergiss den Mopp!

Für die Rettung sorgt – wieder einmal - Susan Albers. Mit Moppfrisur, Kontaktlinsen von der "Thriller"-Resterampe und einem Kostümchen, in dem sie aussah wie von Set von "Conan der Barbar" entsprungen, sah sie sich zwar kaum noch ähnlich. Ihre ersten Töne in David Guettas "She-Wolf" ließen de ganzen Firlefanz aber zusammen mit der überkandidelten Inszenierung vergessen. "Wie du das machst, mit so einer Leichtigkeit – unfassbar", zeigt sich Bill Kaulitz angemessen beeindruckt – im Gegensatz zu Dieter Bohlen, der raunzt: "Gefällt mir nicht."

Tschüß, Timo.

Ich weiß, ich weiß. Wir sind bei DSDS, es wird also aller Voraussicht nach anders kommen. Trotzdem: In einer gerechten Welt müssten in dieser Staffel Susan Albers und Beatrice Egli im Finale stehen, so sicher, professionell und völlig ohne Ausfall, wie sich die beiden Damen bisher in den Live-Shows präsentierten. Das Publikum geht diesmal immerhin einen Schritt in die richtige Richtung und schickt ausnahmsweise wirklich den schlechtesten Kandidaten nach Hause: Timo Tiggeler scheidet aus.

Fotos

Tokio Hotel, Culcha Candela und Dieter Bohlen

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